Das Datenzeitalter erfordert eine automatisierte Cyberabwehr Cybersecurity-Automatisierung im digitalen Wandel

Ein Gastbeitrag von Julien Soriano 4 min Lesedauer

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Die letzten zwei Jahrzehnte waren von einer beispiellosen Zunahme an Cyberangriffen geprägt, die zum Teil durch die Verbreitung der Cloud-Technologie und ihrer enormen Rechenressourcen begünstigt wurde.Die Automatisierung von Sicherheitsmechanismen kann dabei helfen, die Risiken zu minimieren.

Strukturierte Automatisierung in Kombination mit KI und LLMs kann die Cybersicherheit verändern und Organisationen mit verbesserten Abwehrmöglichkeiten ausstatten.(Bild:  ipopba - stock.adobe.com)
Strukturierte Automatisierung in Kombination mit KI und LLMs kann die Cybersicherheit verändern und Organisationen mit verbesserten Abwehrmöglichkeiten ausstatten.
(Bild: ipopba - stock.adobe.com)

Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe oder Branche, befinden sich nun in einer kritischen Lage: Sie müssen ihre wertvollen Daten schützen und gleichzeitig den reibungslosen Geschäftsbetrieb aufrechterhalten. In diesem komplexen und sich ständig ändernden Bedrohungsumfeld ist die Automatisierung von Sicherheitsmechanismen nicht nur wünschenswert, sondern unerlässlich.

Manuelle Prozesse stützen sich zwar auf menschliches Wissen, sind aber in Bezug auf Geschwindigkeit und Genauigkeit automatisierten Systemen deutlich unterlegen, insbesondere wenn es um die Identifizierung, Verifizierung und Abwehr von Bedrohungen geht. Automatisierungstools bieten den doppelten Vorteil einer schnellen und umfassenden Erkennung von Bedrohungen, was wiederum die Sicherheitsabteilungen entlastet und eine konsistente Durchsetzung von Sicherheitsprotokollen ermöglicht.

Herausforderungen bei der Automatisierung navigieren

Zeit-, Personal- und Budgetrestriktionen werden oft als Hindernisse für die Modernisierung der Unternehmenssicherheit genannt, allerdings bleiben auch zentrale Herausforderungen bestehen. Denn technische Altlasten und grundlegende Sicherheitslücken können einen nahtlosen Übergang zur Automatisierung behindern. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, diese technischen Defizite anzugehen und abzubauen, um eine solide Grundlage für die Automatisierung zu schaffen.

Ebenso wichtig ist die Entwicklung einer ausgereiften Sicherheitsstrategie, die durch messbare Metriken unterstützt wird. In der sich ständig verändernden Sicherheitslandschaft besteht ein dringender Bedarf, die Wirksamkeit von Abwehrsystemen zu bewerten, insbesondere im Hinblick auf die Abwehr von Angriffen, wie z.B. durch die Festlegung von Metriken zu Erkennungs- und Eindämmungszeiten. Automatisierung stellt zwar eine beträchtliche Investition dar, erfordert aber eine klare Bewertung der Abwehrleistung vor und nach der Implementierung, um einen angemessenen ROI zu gewährleisten. Einige Unternehmen haben zudem Schwierigkeiten, eine wirksame Risikobewertung durchzuführen.

Priorisierung des User Positioning in Sicherheitstaktiken

Im Zentrum der Sicherheit steht das User Positioning, das aufgrund seiner engen Verknüpfung mit Authentifizierung und Autorisierung essenziell ist. Diese zentrale Sicherheitssäule, wenn sie durch ein Identity Access Management (IAM) automatisiert wird, erhöht sowohl die Einheitlichkeit als auch die Geschwindigkeit der Benutzerverwaltung und stärkt die Verteidigungsfähigkeit einer Organisation.

Es gibt jedoch einige wichtige Fallstricke, die sich negativ auf Organisationen auswirken können:

  • Mangel an zuverlässiger Überwachung bei Ausfällen: Eine umfassende Überwachung größerer Änderungen in Verbindung mit einer klaren Ausstiegsstrategie ist unerlässlich.
  • Keine oder unzureichende Verifizierung/Bestätigung: Automatisierte Änderungen erfordern eine initiale Überprüfung nach der Implementierung, um sicherzustellen, dass sie mit der Absicht übereinstimmen.
  • Rollenbasierte Zugriffskontrolle: Eine übereilte Benutzerzuweisung ohne differenzierte Rollen kann unbeabsichtigt zu viel oder unberechtigten Zugriff gewähren.

Eine effektive Sicherheitsautomatisierung basiert auf einem guten Design. Durch die Automatisierung des Softwareentwicklungszyklus (SDLC) können Entwickler schnell auf Sicherheitsprobleme reagieren, ohne ihre Produktivität zu beeinträchtigen. Wenn eine automatisierte Sicherheitslösung jedoch nicht gut konzipiert oder korrekt implementiert ist, kann sie unnötige Alarme über harmlose Fehler auslösen. Dies lenkt nicht nur von echten Bedrohungen ab, sondern erhöht auch das Risiko, das zu Frustration und Konzentrationsverlust führen kann. Im schlimmsten Fall könnten Entwickler dazu verleitet werden, diese Sicherheitsschranken zu umgehen. Die Entwicklung geeigneter Sicherheitskontrollen ist daher von entscheidender Bedeutung.

Ist KI der Game Changer der Automatisierung?

Strukturierte Automatisierung in Kombination mit KI und LLMs kann die Cybersicherheit verändern und Organisationen mit verbesserten Abwehrmöglichkeiten ausstatten. Die Kombination von robuster Sicherheitsautomatisierung mit KI und LLMs führt zu einer stärkeren Sicherheitsposition, während gleichzeitig die operative Belastung der Teams reduziert wird, ohne die Risikobereiche oder die Fähigkeit, sich auf strategischere Initiativen mit begrenzten Ressourcen zu konzentrieren, zu beeinträchtigen. Ein Beispiel wäre eine KI oder ein LLM, das die Arbeit eines Sicherheitsanalysten ergänzt: Ständig aktualisierte Playbooks könnten sofortige, präzise Einblicke liefern und es Analysten ermöglichen, sich auf das Verstehen von Bedrohungen zu konzentrieren anstatt auf das Sammeln von Daten.

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Die Folgen eines unbeabsichtigten "Data Poisoning" bzw. einer fehlerhaften oder manipulierten Datenfütterung eines LLM können allerdings gravierend sein. Wie große KI/LLM-Strukturen etwas verlernen können, ist aufgrund ihrer Größe und dezentralen Natur noch unklar.

Organisationen müssen deshalb vor dem Start einer automatisierten/KI-gestützten Cybersicherheitsstrategie umfassende Überwachungsmaßnahmen einführen. Diese sollten durch messbare Metriken untermauert und durch robuste Protokolle für das Änderungs- und Zugriffsmanagement unterstützt werden.

Das Datenzeitalter erfordert eine automatisierte Cyberabwehr

Im datengetriebenen Zeitalter vervielfachen sich die potenziellen Wege für Cyberangriffe mit dem Anstieg der Datenmengen. Die intrinsische menschliche Fähigkeit zur Überwachung, kombiniert mit der schieren Menge an Daten, macht eine manuelle Überwachung weniger praktikabel. Hier kommt die Automatisierung ins Spiel - ein vielseitiges Werkzeug, das geschickt durch riesige Datenmengen filtern kann, um subtile Unregelmäßigkeiten zu erkennen, die auf Cyberbedrohungen hindeuten. So wertvoll der menschliche Faktor auch ist, manchmal kann er durch Fehler, Unachtsamkeit oder schlichte Erschöpfung zum schwächsten Glied werden.

Die Automatisierung überwindet die potentiellen menschlichen Grenzen und ermöglicht Cybersicherheitsexperten, ihr Fachwissen stattdessen in strategische Bemühungen einzubringen, die Urteilsvermögen und umfassende Analysen erfordern. Entgegen der landläufigen Meinung ist Sicherheitsautomatisierung kein Allheilmittel. Sie erfordert Anpassungen, die auf die spezifische Umgebung, die Ziele, die Herausforderungen und die bestehenden technischen Schulden eines Unternehmens zugeschnitten sind. Führungskräfte wie CTOs, CIOs oder CISOs müssen daher sorgfältig abwägen, wo Automatisierung den ROI und die nachweisbare Wirkung maximieren kann.

Automatisierung ist also kein bloßes Detail, sondern die Grundlage einer modernen Unternehmensverteidigung. Im unerbittlichen Wettlauf gegen Datenschutzverletzungen und Cyberangriffe sorgt Automatisierung dafür, dass Unternehmen flexibel und widerstandsfähig bleiben und sowohl ihre materiellen Ressourcen als auch ihre Reputation entschlossen schützen können.

Über den Autor: Julien Soriano ist CISO bei Box.

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