Sophos Management Studie 2025 Cybersicherheit bleibt ungenutzter Wettbewerbsvorteil

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Der Großteil der DACH-Unternehmen bewertet seine IT-Sicherheitslage positiv. Doch obwohl die Relevanz von Cyberschutz für Geschäfts­beziehungen unbestritten ist, erkennen viele Unternehmen darin keinen greifbaren Wettbewerbsvorteil und verzichten darauf, das Thema strategisch in der Außen­kommunikation zu nutzen. Gleichzeitig formulieren sie klare Erwartungen an die Politik.

Cybersicherheit ist im DACH-Raum zwar Chefsache, aber keine Kommunikationssache. Ihr wird nur ein geringer Nutzen für den Wettbewerb zugeschrieben.(Bild: ©  besjunior - stock.adobe.com)
Cybersicherheit ist im DACH-Raum zwar Chefsache, aber keine Kommunikationssache. Ihr wird nur ein geringer Nutzen für den Wettbewerb zugeschrieben.
(Bild: © besjunior - stock.adobe.com)

Cybersicherheit hat in den Führungsetagen der DACH-Region hohe Priorität. Je nach Land fühlen sich zwischen 65 und 80 Prozent der Unternehmen gut bis sehr gut gegen digitale Angriffe gewappnet. Besonders Schweizer Firmen sehen sich hier führend. Die Lücke zwischen internem Sicherheitsbewusstsein und externer Kommunikation ist jedoch groß: In Deutschland erwähnen nur 29 Prozent der Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen aktiv gegenüber Kunden oder Partnern. In Österreich sind es sogar nur 24 Prozent. Einzig die Schweiz zeigt hier mit 44 Prozent ein etwas aktiveres Bild. Das zeigt der zweite Teil der Management-Studie „Chef, wie hältst du es mit der Cybersicherheit?“ von Sophos, durchgeführt vom Marktforschungs­institut Ipsos (hier geht es zu Teil 1). Befragt wurden Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH).

Zentrale Erkenntnis: Obwohl 55 Prozent der deutschen, 46 Prozent der österreichischen und 60 Prozent der Schweizer Führungskräfte Cyberschutz als sehr wichtig für Geschäftsbeziehungen einstufen, geben die meisten an, dass der Sicherheitsstatus des Unternehmens kaum Thema in Kunden- oder Akquise-Gesprächen sei. Entsprechend niedrig ist der kommunikative Nutzen, und damit bleibt ein potenzieller Wettbewerbsvorteil ungenutzt.

Kommunikationsversäumnis trotz Investitionen

Diese Diskrepanz überrascht, denn investiert wird durchaus: In allen drei Ländern haben etwa 90 Prozent der Unternehmen ihre Cybersicherheitsinfrastruktur in den vergangenen drei Jahren ausgebaut. Hauptgrund war dabei nicht regulatorischer Druck, sondern das gestiegene Bewusstsein für mögliche wirtschaftliche Schäden durch Cyberangriffe.

Doch während der Schutz intern gestärkt wurde, blieb der externe Nutzen daraus auf der Strecke. Ein zentrales Argument vieler Unternehmen: Cybersicherheit verschaffe ihnen keinen echten Marktvorteil. Entsprechend fehlt sie in der Kommunikation – nicht nur im Kunden­kontakt, sondern auch in der Personalgewinnung und im Marketing. Ein Fehler, findet Michael Veit, Security-Experte bei Sophos: „Es ist zunächst ein erfreuliches Ergebnis, dass der Cybersicherheit auf Management-Ebene eine so hohe Bedeutung für ihre Geschäfts­beziehungen beigemessen wird. Aber: im Unternehmensalltag wird sie oftmals immer noch primär als Kostenfaktor gesehen – dabei ist Cybersicherheit längst ein strategischer Wettbewerbs­faktor. Wer etwa vernetzte und intelligente Schutztechnologien verwendet, oder auch externe Expertise im Rahmen eines Cybersecurity as a Service-Modells (CSaaS) nutzt, hat entscheidende Elemente einer zeitgemäßen Sicherheitsstrategie implementiert. Wer dies glaubwürdig kommuniziert, schafft Vertrauen bei Kunden, Partnern und Investoren – und hebt sich so im Markt positiv ab. Diese Chance lassen viele Unternehmen bislang ungenutzt.“

Politik soll internationale Standards fördern

Vor dem Hintergrund wachsender Bedrohungslagen und steigender Anforderungen an Unter­nehmen richtet sich der Blick der Unternehmens­leitungen zunehmend nach außen – zur Politik. Die Erwartung ist klar: Die Staaten sollen stärker international kooperieren, einheitliche Sicherheitsstandards schaffen und die Rahmenbedingungen für effektiven Schutz verbessern. Regionale Unterschiede zeigen sich dabei in der Gewichtung. Während in Deutschland die Forderung nach klaren gesetzlichen Leitplanken dominiert, wünscht man sich in der Schweiz vor allem Förderung und in Österreich mehr Aufklärung und Unterstützung für KMU.

Weitere Erkenntnisse der Studie: Neben wirtschaftlichen Risiken treiben besonders Ransomware-Angriffe und die digitale Transformation Unternehmen dazu, in mehr IT-Sicherheit zu investieren. Auffällig ist das starke Vertrauen der C-Level-Führungskräfte in ihre Mitarbeitenden – insbesondere in Österreich, während man in der Schweiz zurückhaltender bleibt. Die größte Sorge für künftige Sicherheitsrisiken sehen Unternehmen im Home-Office, zudem rücken KI-Anwendungen, Smart Buildings und Firmenwagen stärker in den Fokus. Robotik und virtuelle Welten spielen hingegen eine untergeordnete Rolle. Rund zehn Prozent der Unternehmen – überwiegend in Österreich – haben zuletzt keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt.

Fazit

Cybersicherheit wird nicht strategisch genutzt. Die Sophos-Studie offenbart eine Schieflage: Unternehmen in der DACH-Region investieren zwar in Schutzmechanismen, unterschätzen aber deren Potenzial als Differenzierungsmerkmal – sowohl im Markt als auch in der Markenbildung. Gleichzeitig wächst der Ruf nach politischer Unterstützung, insbesondere für internationale Lösungen und Standards. Wenn Cyberschutz künftig mehr als ein reaktiver Schutzwall sein soll, braucht es neben technischer Weiterentwicklung auch ein strategisches Umdenken – in den Chefetagen ebenso wie in der öffentlichen Kommunikation.

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