DSGVO wird nicht eingehalten Datenschutzbeauftragter schaut mit Bedenken auf DeepSeek

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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KI-Experten blicken interessiert auf das Sprachmodell. Hysterie sei fehl am Platz, aber Potenzial wird durchaus gesehen. Deutlich kritischer klingt das von Seiten des Datenschutzes.

Für den Einsatz der App DeepSeek fehle es bisher an Rechtsgrundlage.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Für den Einsatz der App DeepSeek fehle es bisher an Rechtsgrundlage.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann schaut mit gewissen Bedenken auf das Sprachmodell DeepSeek und die App des chinesischen Startups. „Die ist datenschutzrechtlich nach erstem Eindruck kritisch zu sehen, da fehlt offenbar viel“, sagte er. Wenn eine App auf dem europäischen Markt verfügbar sei, müssten hiesige Regeln beachtet werden. Im Fall von DeepSeek habe er Zweifel, dass Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung eingehalten werden.

Um den Regeln gerecht zu werden, brauche ein Anbieter etwa eine Niederlassung in Europa oder zumindest einen Vertreter. Seine Behörde werde zunächst der Frage nachgehen, wer das im Fall von DeepSeek sei. Bedeutend sei aus datenschutzrechtlicher Sicht, wohin mit DeepSeek verarbeitete Daten gehen. Sollte es einen Datenfluss nach China geben, fehle dafür eine Rechtsgrundlage – anders als beispielsweise im Fall von Ländern wie den USA, Japan oder Südkorea.

Personenbezogener Datenaustausch könnte kritisch zu sehen sein

Für diese Länder habe die Europäische Kommission ein angemessenes, mit der europäischen Gesetzgebung vergleichbares Datenschutzniveau festgestellt. „In Bezug auf China existiert derzeit kein Angemessenheitsbeschluss der Europäischen Kommission“, erklärte Kugelmann. „Ein Austausch personenbezogener Daten mit China ist ohne Kenntnis weiterer Details derzeit deshalb per se als problematisch zu bewerten.“ Seine Behörde behalte sich vor, Einzelheiten zur Datenverarbeitung durch DeepSeek zu prüfen.

Relevant sei auch, ob es bei DeepSeek zum sogenannten Key Logging komme, dass also Eingaben von Benutzern protokolliert werden. Wenn sich herausstelle, dass Vorgaben nicht erfüllt seien, seien Bußgelder und Anordnungen möglich. Die durchzusetzen, sei in Drittstaaten allerdings enorm schwierig.

Energieeffizienz großes Thema

Forschungsergebnisse zu energieeffizienter KI würden in Zukunft wichtig werden, um große Sprachmodelle praktisch nutzen zu können, sagte Peter Liggesmeyer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern. Die bisher übliche Lösung, große Sprachmodelle mit stets wachsender Leistungsfähigkeit der Hardware zu realisieren, sei das genaue Gegenteil von „Green IT“ und stehe im Widerspruch zu mehr Nachhaltigkeit.

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