Security by Design

Datenschutz und sichere Software-Architektur als Business-kritische Faktoren

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Sicherheit als Merkmal einer guten Software-Architektur

Letztlich besitzt die Argumentation, Sicherheit sei nicht geschäftsrelevant, etwa die Validität der Aussage, dass ein Auto keine Bremsen brauche, weil man ja damit fahren will. Software braucht also keine Sicherheit, weil man etwas anderes damit machen möchte?

Vielleicht hat es ein bisschen länger gedauert, bis das Risiko bei Software und Internet-Diensten auch von der breiten Öffentlichkeit verstanden wurde, weil man eben nicht gegen den Baum fährt und tot ist. Den Nutzern ist inzwischen aber zunehmend klar, dass es ohne Sicherheit nicht geht. Diese Entwicklung lässt sich übrigens schon länger beobachten, man denke nur an die Sicherheitsdiskussionen rund um Microsoft-Produkte und die massiven Anstrengungen, die Microsoft hier unternommen hat (und unternehmen musste).

Es wird Zeit, dass Sicherheit als eine Grundfunktion jeder Anwendung und jedes Dienstes verstanden und von Beginn an in der Architektur berücksichtigt wird. Dann ist der Aufwand auch überschaubar, weil man sich Patches spart, Fehler vermeidet und nicht mühsam neue, unzureichende Funktionen dazu entwickeln muss.

Gute Softwarearchitektur berücksichtigt immer die Sicherheit, macht sie flexibel und steuerbar. Dann kann man auch mit „offenen“ Modellen beginnen, aber statt später mühsam Krückenlösungen zu schaffen, mit denen man Informationen von Benutzern besser schützt, muss man nur noch einen Schalter umlegen und die Konfiguration anpassen.

Das ist gute Software-Architektur. Vernachlässigt eine Software-Architektur die Sicherheit, ist sie hingegen schlecht. Denn sie spart nur vermeintlich Zeit und Geld und bringt nur vermeintlich eine schnellere Time-to-Market. Tatsächlich ist der Unterschied in der Umsetzung gering, die Konsequenzen fehlender Softwaresicherheit können dagegen das gesamte Geschäftsmodell gefährden.

Es ist höchste Zeit für „Sicherheit by Design“. Das gilt übrigens nicht nur für Internetdienste, sondern auch für interne Anwendungen. Denn auch dort liegt oft noch vieles im Argen. Und dort kann man die Time-to-Market sogar optimieren, weil man bei standardisierter und externalisierter Sicherheit auf Basis von generischen Sicherheitsdiensten weniger Zeit für das Testen und die Abnahmeprozesse von Software benötigt.

Martin Kuppinger ist Gründer des Analystenunternehmens Kuppinger Cole, das sich mit digitalen Identitäten, Identity und Access Management, GRC (Governance, Risk Management, Compliance) und Cloud Computing beschäftigt.

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