Yougov-Umfrage im Auftrag von Eco Mehrheit der Deutschen rechnet mit Täuschung durch Deepfakes

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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55 Prozent der Erwachsenen in Deutschland halten es für wahrscheinlich, in den kommenden fünf Jahren durch Deepfakes oder andere KI-Manipulationen getäuscht zu werden. Deutlich weniger Befragte rechnen damit, selbst zum Gegenstand schädigender KI-Inhalte zu werden.

Der Eco-Verband fordert technische Standards, mehr Medienkompetenz, funktionierende Beschwerdewege sowie klare rechtliche Regeln gegen Deepfake-Missbrauch.(Bild:  KI-generiert)
Der Eco-Verband fordert technische Standards, mehr Medienkompetenz, funktionierende Beschwerdewege sowie klare rechtliche Regeln gegen Deepfake-Missbrauch.
(Bild: KI-generiert)

Eine Yougov-Umfrage im Auftrag des Eco-Verbands der Internetwirtschaft hält es mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten für sehr oder eher wahrscheinlich, innerhalb der kommenden fünf Jahre durch KI-generierte Deepfakes oder vergleichbare Manipulationen getäuscht zu werden. Als mögliche Szenarien nennt Eco etwa Betrug oder Informations­diebstahl. Dagegen gehen 28 Prozent davon aus, dass schädigende oder missbräuchliche KI-Inhalte über die eigene Person erstellt werden könnten. Die Gefahr, selbst einer Fälschung zu vertrauen und auf dieser Grundlage zu handeln, wird damit fast doppelt so hoch eingeschätzt wie die Gefahr, selbst zum Ziel einer Manipulation zu werden.

Neue Transparenzpflichten gelten seit August

Seit dem 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des europäischen AI Acts. Anbieter müssen bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen. Bei Deepfakes muss zudem offengelegt werden, dass Inhalte künstlich erzeugt oder verändert wurden. Eco bewertet die Kennzeichnung als wichtigen Schritt, sieht darin aber keinen vollständigen Schutz vor Missbrauch. Alexandra Koch-Skiba, Leiterin der Eco-Beschwerdestelle, fordert neben technischen Standards und verständlichen Hinweisen auch mehr Medienkompetenz und funktionierende Beschwerdewege.

Aus Sicht des Verbands sollten Nutzer verdächtige Inhalte nicht allein anhand ihrer Optik, Stimme oder Kennzeichnung bewerten. Bei angeblichen Zahlungsaufforderungen, dringenden Nachrichten oder ungewöhnlichen Anweisungen empfiehlt Eco, die Information über einen zweiten Kommunikationsweg zu prüfen, etwa durch einen Rückruf über eine bekannte Nummer oder eine direkte Nachfrage beim vermeintlichen Absender.

Zugleich setzt sich der Verband für klare rechtliche Regeln gegen digitale Gewalt ein. Betroffene müssten rechtswidrige Deepfakes schnell melden, Beweise sichern sowie Ansprüche auf Auskunft und Löschung durchsetzen können. Jedoch warnen die Experten davor, dass unklare Haftungsregeln Plattformen zu einer vorsorglichen Löschung rechtmäßiger Inhalte aus Kunst, Satire oder Journalismus verleiten könnten.

Wie sich KI-generierte Bilder technisch untersuchen lassen, klären wir im Security-Insider Podcast in Folge 119. Dort geht es unter anderem um charakteristische Bildrauschen und Modellartefakte als mögliche forensische Hinweise und warum sie allein keinen Echtheitsnachweis ersetzen.

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