Militärische Sicherheit in der IT

DEFCON 2 für die Unternehmens-IT

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Digitaler Panzer für das Ethernet

Der sprichwörtliche Datenfluss zwischen Unternehmensstandorten und eigenen oder externen Rechenzentren erfolgt heute fast ausschließlich über Weitverkehrsnetze (WAN) via Ethernet. Bei deren Schutz sollten vom BSI zugelassene Ethernet-Verschlüssler zum Einsatz kommen, die auch heterogene Netzwerkstrukturen absichern. Sie sind nicht nur für Serverräume, sondern auch für den Arbeitsplatz und Fahrzeugen erhältlich.

Hochleistungsverschlüsseler für Rechenzentren sollten z.B. 40 Gbit/s Datendurchsatz pro Gerät leisten; bei OSI Layer 2-Verschlüsselern sind die Total Cost of Ownership (TCO) pro Gigabit ein wichtiges Auswahlkriterium. Generell sollte ein solcher Schutz den Vertraulichkeitsgrad des VS-NfD sowie NATO Restricted einhalten und keine Backdoors aufweisen, die gerade im US-Militär oftmals zum Standard gehörten.

Entscheidender Dreh- und Angelpunkt für die IT-Sicherheit ist stets die Authentisierung und der Umgang damit in der Lösung: hier sollte man die Vor- und Nachteile eines zentralen Schlüsselservers, von SmartCards oder Tokens prüfen.

Smartphones mit James-Bond-Verschlüsselung

Verschlüsselungstechnologien mit militärischen Wurzeln sind auch für das Firmen-Smartphone erhältlich. Dazu wird das Telefon zum Beispiel mit einer MicroSD-Karte aufgerüstet, auf der ein Smartchip Sitzungsschlüssel mit eingebautem Zufallszahlengenerator erstellt. Die Karte weist sich gegenüber einem speziell gesicherten VME-VoIP-Server aus, der die Verbindung zwischen zwei Endgeräten herstellt und kontrolliert. Erst dann starten Gespräche und E-Mail-Versand.

Bei der Auswahl dieser oder ähnlicher Technologien sollte man allerdings die Usability im Auge behalten; so viele Funktionen wie möglich sollten automatisiert sein, denn kryptische und oft wechselnde Buchstaben- und Ziffernkombinationen schaffen zwar Sicherheit, aber auch neue Komplexität und Ineffizienz. Bei der Datenverschlüsselung ist der mit aktuellen technischen Mitteln nicht zu brechende Algorithmus AES-256 „state of art“.

* Gianluca De Lorenzis ist CEO der FGND Group.

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