IdM-Projekte

Drei klassische Fehler beim Identity Management

| Autor / Redakteur: Fiete Leske* / Stephan Augsten

Bei Identity-Management-Projekten müssen Unternehmen und Berater im ständigen Austausch miteinander sein.
Bei Identity-Management-Projekten müssen Unternehmen und Berater im ständigen Austausch miteinander sein. (Bild: Archiv)

Bei der Hälfte aller Unternehmen, die sich für ihr Identity Management an einen IT-Berater wenden, ist bereits ein Projekt gescheitert. Das grundlegende Problem existiert nämlich meist schon vor Projektbeginn.

Viele Unternehmen, die ein Identity Management-Projekt starten, wissen zunächst nicht, in welche Richtung es gehen soll. Fragt man als Berater nach, wo denn das Kernproblem eigentlich liegt, ist die Antwort oft Schweigen. Und einige Berater nehmen dies so hin.

Im Ergebnis ist das Problem durch fehlendes Anforderungsmanagement nicht klar definiert. Die Motivation des Projekts wird nicht abgefragt, Erwartungshaltungen werden nicht abgeglichen, das Projekt läuft schief und die Ziele sind nicht erreicht.

Die Enttäuschung beim Unternehmen ist groß und es braucht einen Schuldigen: Was wurde wann und wo falsch gemacht oder gar vergessen? Die Erfahrungen zeigen: Häufig ergeben sich durch mangelnde Kommunikation drei grundlegende Fehler, die viele Identity Management-Projekte zum Scheitern bringen.

1) Technik steht zu sehr im Vordergrund

Ob SAP, Microsoft oder andere Umgebungen – wichtiger als die Technologie sind die individuellen Anforderungen des Unternehmens. Welches Problem soll eine Identity-Management-Lösung beheben? Ein guter Berater entscheidet herstellerneutral.

Im Fokus sollten die Anforderungen des Kunden stehen – erst dann sollte der Blick auf die Finanzen fallen. Der Return-on-Investment (ROI) bemisst sich im Identity Management vielmehr an eingesparten Aufwänden, wie Stunden oder Mannjahren und an einem verminderten Risiko.

Nur ist letzteres wie bei allen Security-Themen eine schwer messbare Größe. Wie wird beispielsweise ein Schaden bemessen, wenn ein unternehmensinterner Prozess ohne benötigte Freigabe durchgeführt wird? An einem Auftrag, der verloren geht? An einer Strafe, die gezahlt werden muss?

2) Es fehlt an internen Zuständigkeiten

Viele Unternehmen geben die Verantwortung vollkommen in die Hand des Dienstleisters. Ein Fehler, denn Identity Management ist kein rein technologisches Thema. Vielmehr handelt es sich um einen Prozess, zu dem zwei Parteien gehören.

Bei guten IT-Beratungen bleibt das Unternehmen jederzeit fester Bestandteil des Projekts: in Form eines Projektleiters und eines gemischten Teams mit Leuten, die sowohl die technische Perspektive als auch die Anforderungen und Bedürfnisse des Unternehmens verstehen.

Unternehmen müssen zu jeder Zeit das Projekt nachvollziehen können, die Grenzen kennen und das System lesen lernen. Eine regelmäßige Kontrolle des Projektverlaufs – gemessen am Realisierungskonzept – gehört genauso zu einer erfolgreichen Realisierung wie die Arbeit des Dienstleisters.

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