Anwendungssicherheit

Entwickler müssen für Software-Integrität sorgen

| Redakteur: Stephan Augsten

Urheberrechtsverletzungen durch unautorisiertes Kopieren von Software und Multimedia-Inhalten nehmen weiter zu.
Urheberrechtsverletzungen durch unautorisiertes Kopieren von Software und Multimedia-Inhalten nehmen weiter zu. (Bild :Arxan)

Software-Piraterie hat im Jahr 2014 um 22 Prozent zugelegt. Dies liegt unter anderem daran, dass durch die mobilen Plattformen immer mehr Apps in Umlauf gebracht werden. Begünstigt wird die illegale Vervielfältigung und Verbreitung der Mobile- und Desktop-Anwendungen durch Schwachstellen im Code.

Der vierte „State of Application Security Report“ von Arxan Technologies, einem Spezialisten für Software-Integrität, greift die Piraterie von Software und digitalen Inhalten auf. Die illegale Vervielfältigung und Verbreitung urheberrechtsgeschützter Inhalte im Internet floriert demnach wie nie zuvor.

In Zusammenarbeit mit der iThreat Cyber Group (ICG) wurde festgestellt, dass hierfür insbesondere Sicherheitslücken in mobilen und Desktop-Applikationen verantwortlich sind. Für den Report wurde die unautorisierte Verbreitung digitaler Inhalte im Dark Web untersucht. Außerdem haben die Unternehmen tausende Websites ausgewertet – darunter mehr als 50 Seiten, deren ausschließlicher Geschäftszweck der Vertrieb von Raubkopien ist.

Im Fokus standen dabei insbesondere die Bereiche Software, Gaming und Digital Media. Dabei stellte sich heraus, dass im Jahr 2014 etwa 1,6 Millionen Veröffentlichungen unautorisiert kopiert wurden. Alles in allem haben die urheberrechtsverletzenden Veröffentlichungen Kosten in Höhe von rund 800 Milliarden Dollar verursacht.

Der Multimedia-Bereich ist dabei besonders arg gebeutelt: In den Jahren 2013 und 2014 wurden durchschnittlich jeweils eine Million raubkopierte Titel gefunden. Auch für das Jahr 2015 verheißt die Statistik nichts Gutes: Rund die Hälfte der veröffentlichten jugendfreien Videos (TV, Filme etc.) und etwa ein Viertel der jugendgefährdenden Veröffentlichungen sind bisher illegal vervielfältigt worden.

Die Piraterie von Software und digitalen Inhalten nimmt stetig zu: Bis Ende 2015 werden nach Schätzungen von Arxan 1,96 Millionen raubkopierte Titel in Umlauf sein – dies entspräche einem Zuwachs von 22 Prozent innerhalb der vergangenen drei Jahre. Sollte die Verbreitung unerlaubt kopierter Spiele zunehmen wie bisher, so wären in diesem Jahr 2015 mehr als 31.000 illegale Spiele in Umlauf –doppelt so viele wie noch vor drei Jahren.

Die Gründe für den Anstieg der Verstöße

Ursächlich für den enormen Anstieg von Piraterie sind laut Arxans Report unzureichend geschützte Applikationen und ein sich schnell entwickelndes System zur Verbreitung raubkopierter Veröffentlichungen. So sind beispielsweise nur wenige Anwendungen mit Schutzmaßnahmen ausgestattet, die mögliche Angreifer daran hindern, den Binärcode der App zu analysieren und den Source Code zu rekonstruieren.

Mit Hilfe des offengelegten Source Codes sei es für Hacker ein Leichtes, die Software zu kopieren oder zu manipulieren und schließlich weiterzuverbreiten. Laut einem aktuellen Bericht von MetaIntelli verfügen von 96.000 untersuchten Android-Apps aus dem Google Play-Store weniger als zehn Prozent über einen Binärcodeschutz.

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