Crime as a Service Ermittler kappen Tausende Nummern von mutmaßlichen Betrügern

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Ermittler melden einen Erfolg gegen Betrugsnetzwerke. Sie ließen über 3.500 Rufnummern sperren die für Anrufe bei Opfern genutzt wurden. Die Aktion schwächt die Infrastruktur von Anlagebetrügern und falschen Polizisten.

Online-Betrug bleibt gefährlich, weil professionelle Crime‑as‑a‑Service‑Netzwerke international agieren und massenhaft gemietete Rufnummern und Plattformen nutzen, um  Opfer gezielt anzusprechen.(Bild:   / CC0)
Online-Betrug bleibt gefährlich, weil professionelle Crime‑as‑a‑Service‑Netzwerke international agieren und massenhaft gemietete Rufnummern und Plattformen nutzen, um Opfer gezielt anzusprechen.
(Bild: / CC0)

Im Kampf gegen Anlagebetrüger, „Enkeltrick“-Kriminelle und falsche Polizisten ist den Er­mitt­lern nach eigenen Angaben ein großer Schlag gelungen. Die Infrastruktur der mutmaßlichen Cyberkriminellen sei erheblich geschwächt worden, teilten das bei der General­staats­an­walt­schaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg, das baden-würt­tem­ber­gische Landeskriminalamt (LKA) und die Bundesanstalt für Finanz­dienst­leist­ungs­aufsicht (Bafin) gemeinsam mit.

Die Ermittler nahmen demnach Rufnummern ins Visier, die im Zusammenhang mit betrü­gerischen Online-Plattformen stehen sollen. Bis zum 5. Dezember 2025 seien mehr als 3.500 überwiegend deutsche Nummern ausgemacht worden, über die mutmaßlich Telefonate mit Opfern geführt wurden. Diese Festnetz-, Handy - und Internetnummern wurden inzwischen von den zuständigen Anbietern abgeschaltet. Zusätzlich seien gut 350 österreichische Num­mern in Abstimmung mit den Wiener Behörden vom Netz genommen worden.

„Kriminelle Dienstleister“ im Visier

Beim Online-Anlagebetrug handeln die meist unbekannten Täter international und arbeits­tei­lig. So sollen möglichst viele Anlegerinnen und Anleger in die Falle gelockt werden. Ruf­num­mern werden demnach vielfach an Betrugsnetzwerke vermietet und massenweise genutzt, um Straftaten zu begehen. Das Vorgehen bezeichnen die Ermittlungsbehörden als „Crime as a Service“, also kriminelle Dienstleistungen. Die nun gesperrten Nummern stehen auch im Ver­dacht, für Maschen wie „Enkeltrick“ und „Falsche Polizisten“ genutzt worden zu sein.

Das Ziel der Operation Herakles sei es, die technische Infrastruktur, die Cyber-Betrüger zur Umsetzung ihrer Taten nutzen, langfristig zu zerstören und so Verbraucherinnen und Ver­brauch­er in Deutschland zu schützen. Bereits im Juni und Oktober dieses Jahres waren im Rahmen derselben Operation mehr als 2.200 Internetseiten abgeschaltet worden, die Men­schen zu vermeintlichen Investitionen auf manipulierten Handelsplattformen verleitet sollten.

Deutschland soll für Betrüger unwirtschaftlich werden

Mit der Nummern-Abschaltung wurden Generalstaatsanwalt Jürgen Gremmelmaier zufolge Tausende potenzielle Betrugsversuche verhindert. So entziehe man den Cyberkriminellen aktiv die Grundlage ihres Handelns. Der Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, Andreas Stenger, betonte die strategische Wirkung der Operation: „Um dagegenzuhalten, müs­sen die Täter einen immensen organisatorischen Aufwand betreiben, der mit erheblichen Kosten verbunden ist“, teilte er mit. Deutschland solle so für solche Dienste unwirtschaftlich und dadurch unattraktiv werden.

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