Sovereign Clouds bieten sich an Stichtag: KI-Verordnung setzt Unternehmen unter Druck

Ein Gastbeitrag von Pascal Färber* 4 min Lesedauer

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Mit dem EU AI Act hat die Europäische Union ein Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) verabschiedet. Für viele Unternehmen stellt sich nun die Frage, was es tatsächlich braucht, um KI-Technologien effizient und rechtskonform implementieren zu können.

Sowohl für Unternehmen in kritischen Sektoren als auch für viele andere Unternehmen stellt die Sovereign Cloud eine passende Lösung dar.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Sowohl für Unternehmen in kritischen Sektoren als auch für viele andere Unternehmen stellt die Sovereign Cloud eine passende Lösung dar.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Am 1. August 2024 trat der EU AI Act in Kraft. Die Direktive gilt unter Experten als Voraussetzung, um die Implementierung und Nutzung von KI innerhalb der Europäischen Union in geordnete Bahnen lenken zu können. Der Knackpunkt: Nahezu alle großen Cloud-Anbieter wie AWS, Google oder Microsoft sind US-amerikanische Unternehmen. Unklar bleibt, welche Gesetzeslage sie im Zweifelsfall als verbindlich ansehen. Damit stellt sich für Organisationen aus der EU die Frage, wie und wo kritische Unternehmensdaten aufbewahrt werden müssen, um den Vorgaben der KI-Verordnung Folge leisten zu können.

Datensouveränität mit Sovereign Cloud

Als vertrauenswürdige Basis für die Verwendung von KI-Technologien unter Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen heben sich sogenannte Sovereign Clouds ab. Dabei handelt es sich um spezielle Clouds beziehungsweise Cloud-Services, die entwickelt wurden, um den hohen Anforderungen an Datenhoheit und Datenschutz gerecht zu werden.

Sovereign Clouds zielen also in erster Linie darauf ab, sicherzustellen, dass sensible Daten innerhalb geografischer Grenzen wie der Europäischen Union bleiben. Damit sind diese Cloud-Varianten – anders als beispielsweise Public Clouds – darauf ausgelegt, den gesetzlichen Anforderungen und Standards des jeweiligen Landes oder der Region zu entsprechen. Das gilt insbesondere in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit und Zugangskontrolle.

Sicherheit sogar für KRITIS-Sektoren

Mit Sovereign-Cloud-Angeboten schlagen Unternehmen jedoch gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Organisationen können sicherstellen, dass ihre Datenverarbeitung den lokalen und regionalen Datenschutzanforderungen entspricht, um rechtliche Risiken zu minimieren. Gleichzeitig reduziert sich durch die lokale Datenkontrolle die Gefahr, dass ausländische Regierungen oder Organisationen, die im direkten Wettbewerb stehen, Zugriff auf unternehmenskritische Informationen erhalten können. Sovereign-Cloud-Angebote sind somit auch relevant für Regierungseinrichtungen und öffentliche Verwaltungen, die den Schutz sensibler Bürgerdaten sicherstellen müssen.

Zudem: Auch die IT-Infrastrukturen von kritischen Infrastrukturen (KRITIS) in Sektoren wie Energie, Gesundheit und Finanzen, aber auch in Bereichen wie Wasserversorgung, -entsorgung sowie Katastrophenschutz und Notfallmanagement, sind besonders schützenswert. Diese lassen sich durch die abgeschottete Cloud bestmöglich gegen Cyberangriffe absichern.

Komplexität reduzieren mit dem passenden Partner

Doch auch die Komplexität von IT-Infrastrukturen erreichte mit dem Trend hin zu hybriden Cloud-Konfigurationen eine neue Dimension, weil nicht selten verschiedene Cloud-Dienste, private Rechenzentren und sogar On-Premises-Lösungen miteinander verbunden sind und kommunizieren müssen. Daher können Unternehmen kaum noch versiertes Personal für die komplexe, heterogene IT-Umgebung finden. Schließlich erfordert die neue Vielfalt an Technologien und Anbietern nicht nur tiefgehendes technisches Wissen, sondern auch ständige Anpassungen an neue Entwicklungen.

Die Folge: IT-Teams müssen immer mehr Zeit in das Management ihrer IT-Infrastruktur investieren, anstatt sich auf innovative Projekte konzentrieren zu können. Mit KI, soviel steht fest, steigt die Komplexität zunächst weiter an. KI-Lösungen benötigen nicht nur eine leistungsfähige IT-Infrastruktur, sondern auch spezifisches Know-how, das in vielen Unternehmen noch nicht ausreichend vorhanden ist. Teilweise verfügen Unternehmen für die Organisationen nicht über die nötigen Mittel.

Hier sind externe Partnerunternehmen gefragt, die sowohl die Ressourcen als auch die technische Expertise aufweisen können. Ein solcher Partner sollte nicht nur die Komplexität der bestehenden Systeme reduzieren können, sondern auch strategisch dabei unterstützen, die IT-Infrastruktur zukunftssicher aufzustellen.

Wettbewerbsvorteil durch Differenzierung

Ein solcher strategischer Ansatz funktioniert in der Regel nur mit individuell angepassten Lösungen. Zwar eignen sich Standardlösungen im Zusammenhang mit KI mitunter für bestimmte Anforderungen, häufig fehlt es ihnen allerdings an der nötigen Flexibilität, um auf die spezifischen Bedürfnisse eines Unternehmens eingehen zu können.

Eine echte Differenzierung und den erhofften Wettbewerbsvorteil erreichen Unternehmen eher mit Partnern, die ein möglichst breites Spektrum an Leistungen anbieten. Vielseitige Partner sind in der Lage, ihre Leistungen an die individuellen Anforderungen anzupassen.

Von On-Premises bis zur komplexen Hybrid-Cloud

Ein individueller Ansatz ermöglicht es Unternehmen, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die nicht nur aktuelle Bedürfnisse adressieren, sondern auch zukünftige Herausforderungen antizipieren können.

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In einer sich ständig verändernden Technologielandschaft ist diese Flexibilität entscheidend, um nicht nur Schritt zu halten, sondern Innovationen voranzutreiben. Der Erfolg einer IT-Partnerschaft hängt also maßgeblich von der Fähigkeit des Dienstleisters ab, maßgeschneiderte End-to-End-Lösungen zu entwickeln, die alle Aspekte der IT-Infrastruktur abdecken – von On-Premises-Installationen über hybride Cloud-Umgebungen bis hin zu spezialisierten Anwendungen wie künstliche Intelligenz (KI) und Datenanalyse.


* Der Autor Pascal Färber, Geschäftsführer der Orange Business Services GmbH in Berlin, verfügt über langjährige Erfahrung im Aufbau und der Skalierung von Technologieunternehmen und Unternehmenseinheiten. In seiner mehr als 25-jährigen Laufbahn als Technologie-Executive hat er erfolgreich namhafte Kunden aller Branchen beraten und dabei stets seinen strategischen Weitblick mit tiefem technischem Know-how in den Bereichen Digitale Transformation, Cloud Computing, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und Innovationsmanagement kombiniert.

Bildquelle: Orange Business

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