Internationaler Frauentag So können wir Frauen in der Cybersicherheit unterstützen

Von Melanie Staudacher 4 min Lesedauer

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Die Rufe nach Gleichberechtigung und Diversität werdem immer lauter. Doch wie können Unternehmen Frauen in der IT- und Cybersicherheits­branche gezielt fördern? Wir haben Erfahrungsberichte von Frauen und Tipps für Sie zusammengestellt.

Um Gleichberechtigung und Diversität zu fördern, können Unternehmen Frauen bei Recruiting-Prozessen gezielter ansprechen und ihnen im Arbeitsalltag mehr Sichtbarkeit ermöglichen.(Bild:  N7 - stock.adobe.com / KI-generiert)
Um Gleichberechtigung und Diversität zu fördern, können Unternehmen Frauen bei Recruiting-Prozessen gezielter ansprechen und ihnen im Arbeitsalltag mehr Sichtbarkeit ermöglichen.
(Bild: N7 - stock.adobe.com / KI-generiert)

Morgen, am 8. März 2025, ist der Internationale Frauentag, der in Berlin sogar ein gesetzlicher Feiertag ist. Dieser soll Gelegenheit bieten, auf die vielen Erfolge von Frauen weltweit zu blicken und diese zu feiern. Doch der Weltfrauentag soll auch dazu dienen, auf Herausforderungen von Frauen in der IT und ihre erschwerten Bedingungen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Wo fehlt es an Gleichberechtigung der Geschlechter? In welchen privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Aspekten sind Frauen schlechter gestellt? Und warum sind Gleichberechtigung und Diversität so wichtig? Auch der Security-Insider möchte den Internationalen Frauentag zelebrieren und auf die – teilweise noch ausbaufähige – Gleichberechtigung in der IT-Branche und speziell der Cybersecurity-Branche hinweisen.

Frauen in der IT-Sicherheit
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Frauen in der IT-Sicherheit sind selten

Dem „Women in Cybersecurity Report“ von ISC2 zufolge liegt der Anteil von Frauen in der Cybersecurity-Belegschaft weltweit derzeit nur bei 24 Prozent. In Deutschland sind es LinkedIn zufolge sogar nur 14 Prozent. Wie der Digitalverband Bitkom in der Studie „Frauen in der IT-Branche 2024“ jedoch feststellte, wünschen sich IT-Unternehmen mehr Frauen in ihren Reihen. Für die Studie wurden Personen aus 503 ITK-Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten befragt. Davon finden

  • 92 Prozent, dass gemischte Teams zu einem besseren Betriebsklima beitragen und sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirken,
  • 77 Prozen, dass Frauen neue Ideen und andere Sichtweisen ins Unternehmen einbringen,
  • 76 Prozent, dass ein hoher Anteil von Mitarbeiterinnen positiv für die Außenwirkung des Unternehmen ist und
  • 73 Prozent, dass ein Frauenanteil die Produktivität und Kreativität in Teams und im gesamten Unternehmen fördert.

Darüber hinaus sind 68 Prozent der Befragten der Meinung, dass die IT-Branche das Fachkräfteproblem ohne Frauen nicht lösen können wird. Und weitere 66 Prozent finden, dass die IT-Branche ohne Frauen ihre Zukunft verspielt.

Tipps für mehr Gleichberechtigung

Der Bitkom gibt Unternehmen klare Handlungsempfehlungen an die Hand, wie sie Frauen in der IT fördern können:

  • 1. Unternehmen sollten sich klare Ziele setzen zum Frauenanteil in der Belegschaft sowie deren Verweildauer in der Firma. Diese Ziele sollten messbar sein.
  • 2. Es sollte in jedem Unternehmen eindeutige Verantwortliche für Gleichstellungsthemen geben.
  • 3. Die Personalabteilungen sollten Stellenausschreibungen auf Frauen zuschneiden und neue Wege bei der Akquise finden, um gezielt weibliche Personen anzusprechen.
  • 4. Zudem sollten Unternehmen Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote für Frauen schaffen.
  • 5. Außerdem sollten Unternehmen sich bemühen, Vorbilder für junge Frauen sichtbar zu machen.

Auch an die Politik richtet der Digitalverband eindeutige Forderungen und Empfehlungen:

  • 1. Investitionen in die Betreuungsinfrastruktur, um Eltern und speziell Müttern mehr Flexibilität zu bieten
  • 2. Einführung eines bundesweiten, verpflichtenden Informatikunterrichts, der für Mädchen attraktiv gestaltet ist
  • 3. Gender-sensible Bildungsinhalte bereitstellen und klischeefreie Berufsorientierung ermöglichen
  • 4. Ausbildungsfächer und Studienggänge für Frauen attraktiver gestalten, zum Beispiel durch mehr Interdisziplinarität
  • 5. Programme zum Quereinstieg in die IT speziell für Frauen fördern und sichtbarer machen

Auch das britische Recruiting-Unternehmen Michael Page hat konkrete Tipps parat, wie Unternehmen Frauen in der IT unterstützen können:

  • Schulungen zum Thema Inklusion
  • Mehr Flexibilität am Arbeitsplatz
  • Mehr Geschlechtergleichheit durch Förderung des Vaterschaftsurlaubes
  • Frauen für Führungspositionen gezielt in Betracht ziehen
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Dem Fachkräftemangel mit Vielfalt entgegenwirken

Die Förderung von Frauen in der IT-Sicherheit bringt nicht nur Vorteile für die betroffenen Personen. Sondern Bemühungen um einen hohen Frauenanteil und diverse Teams können Innovation vorantreiben und helfen, wichtige Fachkräfte zu finden. Denn leider herrschen wie überall in unserer Gesellschaft auch in der IT-Branche oft Vorurteile. Zum Beispiel, dass Cybersicherheit ein Männerberuf ist, was viele Frauen davon abhält, sich zu bewerben und Unternehmen – meist unterbewusst – hemmt, aktiv Frauen zu akquirieren. Um dem Fachkräftemangel mit Diversität entgegenzuwirken, hilft es, schon junge Frauen für MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu begeistern. Einer https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/IT-Branche-wirbt-gezielt-um-Frauen planen 34 Prozent der Unternehmen, Frauen mit speziell gestalteten Recruiting-Maßnahmen anzusprechen, um sie für sich zu gewinnen. Ein beliebtes Mittel sind Kooperationen mit Hochschulen und Schulen. 30 Prozent der Unternehmen verfolge eine solche Startegie bereits.

Um mehr über die Möglichkeiten zur Erhöhung der Beteiligung von Frauen an der Cybersicherheitsbelegschaft zu erfahren, arbeiten die Duke University in North Carolina, USA, und das Global Cybersecurity Forum an einem gemeinsamen Forschungsprojekt. Ihr Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie die Cybersicherheit zu einem tragfähigen Karriereschwerpunkt für Frauen werden kann. „Wir glauben, dass unsere Forschung nicht nur dazu beitragen wird, den weltweiten Mangel an Fachkräften im Bereich Cybersicherheit zu beheben, sondern auch Innovation und Cyberresilienz zu fördern“, sagt David Hoffman, Steed Family Professor für die Praxis der Cybersicherheitspolitik an der Sanford School of Public Policy der Duke University. „Durch unsere Partnerschaft nutzen wir unsere vereinte Expertise, um die Geschlechtervielfalt und Inklusion in der Cybersicherheit durch evidenzbasierte Strategien zu fördern, die Frauen ermutigen, Karrieren in diesem weitreichenden Bereich anzustreben.“

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