BlackBerry Global Threat Intelligence Report Q2-2024 Maßgeschneiderte Malware-Varianten auf dem Vormarsch

Ein Gastbeitrag von Ulf Baltin 3 min Lesedauer

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Die digitale Bedrohungslandschaft verschärft sich zusehends, wie der aktuelle Global Threat Intelligence Report von BlackBerry für das zweite Quartal 2024 offenbart. Cyberkriminelle intensivieren ihre Aktivitäten und setzen dabei auf immer ausgefeiltere Methoden. Besonders beunruhigend ist der markante Zuwachs an Malware-Varianten und Cyberattacken, bei denen kritische Infrastrukturen und der Privatsektor verstärkt ins Fadenkreuz der Angreifer geraten.

Der BlackBerry Global Threat Intelligence Report für das 2. Quartal 2024 verdeutlicht die rasante Entwicklung der digitalen Bedrohungslandschaft. (Bild:  Sergey Nivens - stock.adobe.com)
Der BlackBerry Global Threat Intelligence Report für das 2. Quartal 2024 verdeutlicht die rasante Entwicklung der digitalen Bedrohungslandschaft.
(Bild: Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Der kürzlich von BlackBerry veröffentlichte Global Threat Intelligence Report Q2-2024 zeichnet ein alarmierendes Bild der aktuellen Cybersicherheitslage und zeigt eine Zunahme der Bedrohungen im digitalen Raum. Besonders auffällig ist der sprunghafte Anstieg der täglich entdeckten und abgewehrten Malware-Varianten um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorquartal. Im Durchschnitt wurden täglich 11.500 einzigartige Schadprogramme identifiziert.

Parallel zu diesem Trend verzeichnete BlackBerry einen besorgniserregenden Zuwachs bei der Gesamtzahl der Cyberattacken. Mit einer Steigerung um 18 Prozent verhinderte das Unternehmen im Berichtszeitraum insgesamt 3,7 Millionen Angriffe. Besonders ins Auge fällt die verstärkte Ausrichtung der Angreifer auf kritische Infrastrukturen. Der Finanzsektor erwies sich dabei als bevorzugtes Ziel und sah sich mit einem Anstieg der Attacken um ein Viertel konfrontiert.

Geopolitische Spannungen als Katalysator für Cyberangriffe

Die gegenwärtigen weltpolitischen Spannungen erweisen sich als fruchtbarer Boden für eine Eskalation im digitalen Raum. Der Bericht von BlackBerry zeigt, wie Cyberkriegsführung zu einem etablierten Instrument in modernen Auseinandersetzungen geworden ist. Dies wird besonders deutlich in den aktuellen Konflikten zwischen Russland und der Ukraine, Israel und der Hamas sowie in den Spannungen im Südchinesischen Meer.

Angesichts der bevorstehenden Wahlen in zahlreichen Ländern rückt eine weitere Dimension der digitalen Bedrohung in den Fokus: Demokratien weltweit stehen zunehmend vor der Herausforderung, gegen Desinformationskampagnen und andere Formen digitaler Einflussnahme vorzugehen. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Cybersicherheit längst nicht mehr nur eine Frage der nationalen Sicherheit ist. Vielmehr wird sie zu einem Schlüsselfaktor für den Schutz und die Integrität demokratischer Prozesse auf globaler Ebene.

Kritische Infrastrukturen und Privatwirtschaft im Fadenkreuz

Eine weitere Erkenntnis aus dem Bericht ist, dass kritische Infrastrukturen weiterhin ein Hauptziel für Cyberangriffe darstellen. Mit über 800.000 Angriffen allein im zweiten Quartal bleibt dieser Sektor besonders gefährdet. Bemerkenswert ist, dass bei Angriffen auf kritische Infrastrukturen im Vergleich zu anderen Branchen am häufigsten einzigartige Malware zum Einsatz kam. Diese Tendenz zur Nutzung maßgeschneiderter Malware deutet darauf hin, dass Angreifer ihre Taktiken verfeinern und gezielt Schwachstellen in kritischen Systemen ins Visier nehmen.

Auch die Privatwirtschaft sieht sich mit einer besorgniserregenden Zunahme von Cyberangriffen konfrontiert. Der BlackBerry-Bericht verzeichnet einen markanten Anstieg um 58 Prozent, der eng mit der wachsenden Vernetzung in Unternehmen zusammenhängt. Ein breites Spektrum potenzieller Einfallstore bietet den Cyberkriminellen die Vielzahl vernetzter Geräte. Angreifer konzentrieren sich besonders auf Fertigungsbetriebe, Investitionsgüterhersteller, Anbieter von Commercial und Professional Services sowie den Einzelhandel. Auffällig ist dabei die Rolle der Hersteller von Produktionsanlagen und Büromaschinen: Sie waren Ziel von zwei Dritteln aller abgewehrten Attacken auf den Privatsektor.

Wachsende Bedrohungslandschaft erfordert proaktive Maßnahmen

Der BlackBerry Global Threat Intelligence Report verdeutlicht die rasante Entwicklung der digitalen Bedrohungslandschaft. Insbesondere verbesserte Deepfake-Technologie erhöht das Risiko für Unternehmen durch manipulierte Bilder, Videos oder Audiodateien zusätzlich. Die markante Zunahme einzigartiger Malware-Varianten und die Häufung gezielter Angriffe auf kritische Infrastrukturen und Privatunternehmen machen eine proaktive und anpassungsfähige Cybersicherheitsstrategie unerlässlich.

Die Zahlen unterstreichen anschaulich, wie dringend umfassende und robuste Sicherheitskonzepte in allen Bereichen der Privatwirtschaft benötigt werden. In Anbetracht der zunehmenden Raffinesse der Angriffe und der Ausnutzung geopolitischer Spannungen sind Organisationen gefordert, ihre Schutzmaßnahmen stetig zu optimieren. Nur durch einen ganzheitlichen und vorausschauenden Ansatz können Unternehmen und Institutionen den sich wandelnden Cyberbedrohungen wirksam begegnen.

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Über den Autor: Ulf Baltin ist Managing Director bei BlackBerry DACH | Central Europe.

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