Google Studie: In 2023 mehr ausgenutzte Zero-Day-Lücken Zero-Day-Angriffe steigen um knapp 50 Prozent

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

In einer Studie hat Google aufgezeigt, dass die Angriffe auf Zero-Day-Lücken in 2023 um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu 2022 zugenommen. Der Rekord von 2021 ist damit weitgehend erreicht. Unternehmen sollten daher auf dieses Risiko reagieren.

Google Studie zeigt wachsende Anzahl an Zero-Day-Angriffen.(Bild:  James Thew - stock.adobe.com)
Google Studie zeigt wachsende Anzahl an Zero-Day-Angriffen.
(Bild: James Thew - stock.adobe.com)

In 2023 hat Google nach seiner neuen Studie 97 Zero-Day-Attacken identifiziert. Im Jahr 2022 waren es noch 62 Lücken. Allerdings gab es in 2021 mit 106 eine noch höhere Zahl an Zero-Day-Angriffen. Generell teilen die Forscher bei Google die Angriffe in Kategorien für Endbenutzer und für Unternehmen auf. Darüber hinaus gehen die Forscher auch davon aus, dass die Zahlen in Zukunft vermutlich so hoch bleiben oder sogar steigen. Zwar unternehmen Software­hersteller viel gegen Zero-Day-Exploits, dennoch gibt es immer wieder neu entdeckte Lücken, die Angreifer für sich ausnutzen.

Google-Studie zeigt Handlungsbedarf bei Unternehmen und Software-Herstellern

Der fünfte jährliche Bericht über im Umlauf befindliche Zero-Days, der erstmalig in Zusammenarbeit zwischen Googles Threat Analysis Group (TAG) und Mandiant veröffentlicht wurde, bietet eine umfassende Analyse dieser Schwachstellen. Die Studie zielt darauf ab, ein breiteres Verständnis für die Thematik zu schaffen und Empfehlungen für eine verbesserte digitale Sicherheit zu geben.

Durch die Investitionen von Plattformanbietern wie Apple, Google und Microsoft wurden signifikante Fortschritte bei der Bekämpfung von Zero-Days erzielt. Die Investitionen hatten einen deutlichen Einfluss auf die Arten und die Anzahl der ausnutzbaren Schwachstellen. Insbesondere die Technologie MiraclePtr von Google und der Lockdown-Modus von Apple trugen dazu bei, die Ausnutzung von Schwachstellen erheblich zu reduzieren.

Erhöhtes Risiko für Unternehmensziele

Im Unternehmensbereich wurden eine größere Vielfalt an Anbietern und Produkten als Ziele identifiziert. Die Zunahme von Angriffen auf unternehmens­spezifische Technologien unterstreicht die Notwendigkeit, die Reaktionsfähigkeit auf solche Bedrohungen zu verbessern. Die schnellere Entdeckung und Behebung von Schwachstellen verkürzt die Lebensdauer eines Exploits und erhöht die Kosten für Angreifer.

Der Bericht hebt die Verschiebung des Fokus von Angreifern auf Komponenten und Bibliotheken Dritter hervor. Zudem zeigt er eine Zunahme der Zielrichtung auf unternehmensspezifische Technologien und eine gestiegene Aktivität von kommerziellen Überwachungsanbietern sowie staatlich unterstützten Gruppen, insbesondere aus China. Zur Absicherung von Endnutzern und der Online-Ökosysteme bleibt die Forschung zu Zero-Day-Schwachstellen entscheidend. Mit 29 durch TAG und Mandiant entdeckten Schwachstellen im Jahr 2023 unterstreicht der Bericht die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengungen von Industrie und Sicherheitsforschern. Die Empfehlungen umfassen unter anderem die Teilnahme am Advanced Protection Program (APP) und die Nutzung spezifischer Schutzmaßnahmen für Browser und mobile Geräte.

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