Raus aus dem IT-Hamsterrad! IT-Automatisierung mit KI entlastet Security-Teams

Ein Gastbeitrag von Arne Melcher 4 min Lesedauer

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IBM spart durch die KI-gesteuerte Plattform Concert wöchentlich 80 Arbeitsstunden in der Sicherheitsanalyse und Zertifikatsverwaltung. Generative KI beschleunigt Risikomanagementprozesse um über 90 Prozent – eine Praxis-Erfahrung, die zeigt, wie Unternehmen aus dem IT-Hamsterrad entkommen können.

Die stetig wachsende Komplexität der IT-Systeme lässt sich mit KI-Unterstützung erheblich besser in den Griff bekommen um so mehr Freiraum für die wichtige Arbeit zu schaffen.(Bild: ©  Robert Kneschke - stock.adobe.com)
Die stetig wachsende Komplexität der IT-Systeme lässt sich mit KI-Unterstützung erheblich besser in den Griff bekommen um so mehr Freiraum für die wichtige Arbeit zu schaffen.
(Bild: © Robert Kneschke - stock.adobe.com)

Seit einigen Jahren zeichnet sich ab: Die zunehmende Digitalisierung lässt die IT-Umgebungen von Unternehmen stetig anwachsen und IT-Abteilungen bekommen immer mehr zu tun, um das Ganze am Laufen zu halten. Der Trend setzt sich fort: Aktuellen Studien zufolge könnte generative Künstliche Intelligenz (KI) bereits bis 2028 bis zu 1 Milliarde neue Anwendungen hervorbringen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen also nicht nur schneller arbeiten, sondern auch die Komplexität und Sicherheit ihrer IT-Systeme im Blick behalten, was eine permanente Überwachung voraussetzt. Noch mehr Überstunden für die IT-Abteilung? Oder ließe sich das IT-Hamsterrad gar verlassen? IBM wagte den Ausbruch – mit Erfolg: Durch die Entwicklung von IBM Concert, einer KI-gestützten Plattform für das automatisierte Anwendungsmanagement, konnte IBM repetitive Prozesse in der Sicherheits­analyse und Zertifikatsverwaltung automatisieren und 80 Stunden manuelle Arbeit pro Woche einsparen.

Neue Anwendungen werden zunehmend mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt, doch ihre hohe Zahl und Komplexität erschweren gleichzeitig eine ganzheitliche Sicht auf die IT-Landschaft eines Unternehmens. Deren Steuerung erfolgt in vielen Unternehmen oft weiterhin manuell und ist entsprechend zeitaufwändig.

Diese Erfahrung musste auch die IBM Software Site Reliability Engineering (SRE) Organisation machen: Sie ist für die Sicherheit und Stabilität der IBM Software-as-a-Service (SaaS)- und Managed-Services-Plattformen zuständig, die sich über mehrere Cloud-Plattformen verschiedener Anbieter erstrecken. SRE liefert eine breite Palette von SaaS-Lösungen an Hunderte von Unternehmen in verschiedenen Branchen weltweit. Die IT-Architektur, mit der das Team arbeitet, ist entsprechend komplex, die Sicherheit stellt dabei eine große Heraus­forderung dar: Die Mitarbeitenden müssen täglich Tausende von Schwachstellen und Risiken (Common Vulnerabilities and Exposures, CVEs) analysieren, um daraus diejenigen zu identifizieren, die tatsächlich eine unmittelbare Bedrohung für das IT-System darstellen. Dazu zählt auch die Verwaltung der Anwendungszertifikate, um ungeplante Ausfälle durch abgelaufene Fristen zu vermeiden. Bis vor kurzem war damit ein enormer manueller Aufwand verbunden: Verschiedene Teams arbeiteten isoliert an einzelnen Problemstellungen, was zu Verzögerungen und ineffizienten Abläufen führte. Die Vielzahl an potenziellen Sicherheits­lücken machte es ihnen obendrein schwer, die wirklich kritischen Bedrohungen zu erkennen und priorisierte Maßnahmen zu ergreifen.

KI-gesteuerte Einblicke für besseres Risikomanagement

Der Ruf nach einer Lösung für diese Herausforderungen war groß: Gesucht wurde eine Plattform, die den zeitaufwändigen Analyseaufwand begrenzt und gleichzeitig eine dynamische Rundumsicht auf die gesamte Anwendungsarchitektur bietet. Das Software-SRE-Team arbeitet eng mit den IBM Software-Entwicklungsteams zusammen, die für die effizientere Verwaltung der eigenen CVEs bereits eine Lösung gefunden hatten: IBM Concert ist ein KI-gesteuertes Tool, das die CVE-Priorisierung und die Zertifikatsverwaltung automatisiert.

Die Plattform nutzt generative KI auf Basis von IBM watsonx und bietet tiefere Einblicke in die gesamte Anwendungsinfrastruktur. Die KI analysiert u.a., wie sich jede CVE auf die gesamte Umgebung der Anwendung auswirkt, einschließlich Verbindungen und Einstiegspunkte, und berücksichtigt dies in ihrer Prioritätenrangfolge. Das schafft sie, da sich Concert nahtlos in bestehende Tools und Datenquellen integrieren lässt, so dass Abhängigkeiten schneller aufgedeckt sowie Risiken aus mehreren Perspektiven offengelegt und automatisiert behoben werden können.

"Concert macht den Querverweis und gibt uns die Kontextinformationen: Hier ist der CVE, hier sind die damit verbundenen Risiken, das hier ist die Gegenmaßnahme und dies die Automatisierung (z.B. Patching) davon. Das hat wirklich geholfen", sagt Marc Velasco, Site Reliability Engineer für die IBM SaaS-Plattform.

Für die Zertifikatsverwaltung gleicht Concert vorhandene Zertifikate mit der im Unternehmen verwalteten Liste ab und tauscht Zertifikate automatisch aus, bevor sie ablaufen. Die dabei genutzte Workflow-Management-Funktion von Concert optimiert außerdem die Zuweisung und Verwaltung von Tickets und führt zu schnelleren Antworten, sollten weitere korrigierende Maßnahmen erforderlich sein.

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Mehr Zeit für die Kernarbeit

Mit dem Einsatz von IBM Concert in der eigenen Organisation zeigt IBM, wie sich generative KI und IT-Automatisierungslösungen nutzen lassen, um Sicherheits- und Betriebsrisiken effektiver in den Griff zu bekommen. Konkret hat das Software SRE-Team seit der Implementierung von Concert pro Woche durchschnittlich 80 Stunden manuelle Arbeit eingespart und CVE-Abwehrprozesse mehr als 90 % schneller als zuvor erfolgreich abgeschlossen. Die Verwaltung des Zertifikatsbestands, die früher 4,5 Stunden pro Monat in Anspruch nahm, ist jetzt in etwa fünf Minuten vollzogen. Durch die erhebliche Zeitersparnis kann das Team jetzt mehr tun, um IBM SaaS-Lösungen zu unterstützen oder sich auf die IT-Automatisierung und Programmierung zu konzentrieren, was wiederum die Zuverlässigkeit der gehosteten Services fördert.

Raus aus dem IT-Hamsterrad!

Das Beispiel zeigt, wie wir das IT-Hamsterrad verlassen können. Die stetig wachsende Komplexität der IT-Systeme lässt sich mit Unterstützung entsprechender Technologien erheblich besser in den Griff bekommen: Das SRE-Team ist mit IBM Concert heute in der Lage, Ressourcen besser zu skalieren, Risiken schneller anzugehen und zu beseitigen, um so deutlich resilientere Systeme und sogar mehr Zeit für die eigentliche Kernarbeit zu haben. Wichtig für die Transformation war, dass die für das IT-Management verantwortlichen Mitarbeitenden von Anfang an eingebunden waren: Sie haben erkannt, dass in erster Linie sie selbst davon profitieren, wenn sie die neue Technologie aktiv nutzen, um die zunehmende Komplexität der Anwendungen besser überwachen und managen zu können.

 IBM Concert nutzt generative KI. Durch automatisierte Analysen, nahtlose Integration und intelligente Priorisierung können Risiken effizienter gemanagt und Ressourcen gezielter eingesetzt werden.(Bild:  IBM)
IBM Concert nutzt generative KI. Durch automatisierte Analysen, nahtlose Integration und intelligente Priorisierung können Risiken effizienter gemanagt und Ressourcen gezielter eingesetzt werden.
(Bild: IBM)

Gleichzeitig ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie IBM hier als erster Kunde – „Client Zero“ - der eigenen Technologien agiert: Die Entwicklung und der erste Einsatz von IBM Concert innerhalb der eigenen Organisation ermöglichte IBM die praxisnahe Erprobung, Erweiterung und kontinuierliche Optimierung der Plattform. D.h. das Tool wurde nicht in einer isolierten Testumgebung auf den Prüfstand gestellt, sondern in einem realen, komplexen und unternehmens­kritischen Umfeld. So konnte auch das Feedback des IBM SRE-Teams direkt in die Weiterentwicklung des Tools einfließen - eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Im Juni 2024 kam IBM Concert auf den Markt.

Über den Autor: Arne Melcher ist Principal Automation Technical Manager bei IBM DACH.

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