Q1 2025 Internet Disruptions Report von Cloudfare Keine Netzsperren durch Staaten im ersten Quartal

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr hat Cloudflare keine von Regierungen veranlasste Internetabschaltung dokumentiert. Stattdessen prägten physische Störungen und technische Fehler das Bild der globalen Netzausfälle im ersten Quartal 2025.

Cloudflare-Bericht zu Internetstörungen im ersten Quartal 2025: Schwachstellen und Ursachen globaler Ausfälle.(Bild:  Cloudfare)
Cloudflare-Bericht zu Internetstörungen im ersten Quartal 2025: Schwachstellen und Ursachen globaler Ausfälle.
(Bild: Cloudfare)

Cloudflare hat seinen aktuellen Internet Disruptions Report für das erste Quartal 2025 veröffentlicht.

Die Auswertung verzeichnet weltweit keine einzige Netzabschaltung durch staatliche Eingriffe – ein in dieser Form seltenes Ereignis. Nach Angaben des Unternehmens ist dies seit Beginn der systematischen Beobachtung erst das dritte Quartal ohne dokumentierte Regierungsmaßnahme dieser Art. Zuvor war ein vergleichbarer Zustand nur in Q1 2022 und Q4 2023 zu beobachten.

Auch im unmittelbar vorausgehenden Quartal hatte Cloudflare lediglich einen staatlich veranlassten Vorfall registriert. Der aktuelle Befund könnte daher auf eine Phase reduzierter Eingriffe hindeuten. Ob dieser Trend von Dauer ist, bleibt offen. In der Vergangenheit zeigten sich solche Entwicklungen meist als temporär.

Schäden durch Kabel und Stromausfälle

Zwar blieben politische Maßnahmen aus, dennoch kam es zu einer Vielzahl von Störungen. Als Hauptursachen nennt Cloudflare physische Schäden an der Infrastruktur. In Pakistan sei ein Unterseekabel beschädigt worden, was regional zu deutlichen Einbrüchen im Internetverkehr geführt habe. In Kuba, Honduras, Angola sowie drei weiteren Ländern hätten Stromausfälle für teils stundenlange Unterbrechungen gesorgt.

Technisch betrachtet bleiben Netze anfällig für physische Ereignisse. Unterirdische Kabelverbindungen und die Energieversorgung ganz allgemein gelten vielerorts als kritische Schwachstellen – besonders in Ländern mit eingeschränkter Redundanz oder instabilen Versorgungslagen.

Naturkatastrophen beeinträchtigen Netzzugang

Ein weiterer Faktor für Internetausfälle waren Naturereignisse. In Irland und auf der französischen Insel La Réunion hätten starke Stürme die Netzinfrastruktur beschädigt. In Myanmar sorgte ein schweres Erdbeben laut Cloudflare für anhaltende Ausfälle – auch Wochen später war die Datenübertragung in einigen Regionen noch eingeschränkt.

Solche Naturereignisse zeigen, wie verwundbar die digitale Kommunikation trotz moderner Technik bleibt. Auch bei international verteilten Infrastrukturkomponenten lassen sich lokale Ereignisse nicht vollständig abfangen.

Russland: Update mit Nebenwirkungen

Für Diskussionen sorgte eine Serie von Ausfällen russischer Netzwerke. Offiziell wurde zunächst über einen Cyberangriff spekuliert, Cloudflare nennt jedoch eine andere mögliche Ursache: Demnach könnte ein fehlgeschlagenes Update der nationalen Internetsperre – oft als „russische Firewall“ bezeichnet – zu den Ausfällen geführt haben. Die Maßnahme sei demnach kurzfristig rückgängig gemacht worden, um die Störungen zu beheben.

Da offizielle Stellen keine Details veröffentlichten, bleiben die genauen Hintergründe unklar. Der Vorfall reiht sich in eine Serie technischer Probleme ein, die seit Monaten im russischen Netzsegment beobachtet werden.

Momentaufnahme mit Signalwirkung

Die Beobachtung eines vollständigen Quartals ohne staatliche Netzsperren hat Signalwirkung – zeigt aber auch die Grenzen solcher Reports auf. Die überwiegende Zahl der Störungen geht laut Cloudflare nicht auf politische Motive zurück, sondern auf Infrastrukturprobleme, Naturgewalten und technische Fehler.

Für Netzbetreiber und IT-Verantwortliche unterstreicht der Bericht, wie wichtig redundante Systeme, Monitoring-Mechanismen und länderübergreifende Analysen sind. Politische Stabilität allein garantiert keinen stabilen Netzbetrieb – technische und ökologische Risiken bleiben bestehen.

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