Nach dem 14. Oktober 2025, nach dem offiziellen Support-Ende von Windows 10, stehen viele Unternehmen vor der Frage: auf Windows 11 umsteigen und kostenfreie Patches erhalten oder weiterhin Windows 10 nutzen und Sicherheitsupdates einkaufen?
Die Kosten des Supports von Windows 10 sind eine wichtige Frage, die sich Unternehmen stellen sollten, bevor sie sich für das ESU-Programm registrieren.
(Bild: zest_marina - stock.adobe.com)
Nachdem beim Microsoft Patchday im Oktober zum letzten Mal Patches für mögliche Sicherheitslücken in Windows 10 kostenfrei vom Hersteller bereitgestellt werden, sind Kunden, die nach dem 14. Oktober 2025 bei dem Betriebssystem bleiben, auf sich gestellt. Den Telemetriedaten von Kaspersky zufolge wäre damit jeder zweite Windows-Nutzer verwundbar. Denn 51 Prozent der Privatnutzer sowie knapp 60 Prozent der Unternehmen weltweit nutzen dem Security-Spezialisten zufolge noch Windows 10. In Europa sind es jeweils knapp 52 Prozent.
Unsere Podcast-Reihe zum Support-Ende von Windows 10
Das angekündigte Support-Ende von Windows 10 dürfte in vielen Unternehmen für Diskussionen gesorgt haben: Soll auf Windows 11 gewechselt werden? Wenn ja, was wird an neuer Hardware benötigt? Wenn nein, wie kann Windows 10 weiterhin sicher genutzt werden? Oder braucht es eine ganz andere Lösung? Am 14. Oktober 2025 ist der Stichtag – an diesem Tag wird Microsoft zum letzten Mal im Rahmen des Patch Tuesdays Sicherheitsupdates für das Betriebssystem liefern. Danach sind Unternehmen, die weiterhin Windows 10 nutzen möchten, auf sich allein gestellt.
Betriebssysteme, die nicht mehr gepatcht werden, vergrößern die Angriffsfläche in Unternehmen – gerade bei solch weit verbreiteten Systemen wie Windows – und können Kompatibilitätsprobleme mit modernen Sicherheitslösungen mit sich bringen. Beides könnte nicht nur die Leistung des Geräts beeinträchtigen, sondern auch den Geschäftsbetrieb stören und gefährden. Aus diesem Grund kann es für Anwender, die nicht auf Windows 11 upgraden möchten oder können, sinnvoll sein auf den kostenpflichtigen Support von Microsoft zu setzen. Dies würde bedeuten, sich als Unternehmen im ESU-Programm (Extended Security Updates) von Microsoft anzumelden und somit die bezahlte Verlängerung der Updates zu erhalten.
Was ist das ESU-Programm von Microsoft und was kostet es?
Doch was bedeutet „Verlängerung“? Das ESU-Programm ist für jedes Produkt, dessen Updates damit abgedeckt sind, maximal drei Jahre lang. Neben Windows 10 sind zum Beispiel auch Windows Server 2012 und 2012 R2 sowie SQL Server 2012 abgedeckt. Auch Privatnutzer und Bildungseinrichtungen können das ESU-Programm nutzen. Die Preise unterscheiden sich zu denen für Unternehmen teils enorm.
Was kostet das ESU-Programm? Für Unternehmen kosten die erweiterten Sicherheitsupdates für Windows 10 im ersten Jahr 61 US-Dollar po Gerät. Das sind derzeit rund 52 Euro. Bildungseinrichtungen zahlen im ersten Jahr des Programms nur einen US-Dollar pro Gerät. Für beide Nutzergruppen verdoppelt sich der Preis im zweiten Jahr. Im dritten Jahr verdoppelt sich der Preis jeweils erneut.
Für Privatanwender kostet das ESU-Programm 30 US-Dollar pro Gerät. Das sind umgerechnet rund 25 Euro. Für sie ist das Programm nur mit einer Laufzeit von einem Jahr vorgesehen.
Was kostet Windows 11? Das Upgrade von Windows 10 auf Windows 11 ist bei kompatiblen PCs, die eine noch laufende Lizenz für Windows 10 haben, kostenlos. Wer sich einen neuen PC kauft, hat Windows 11 meistens schon vorinstalliert, der Preis für das Betriebssystem ist in der Regel im Preis der Hardware enthalten. Wer keinen Windows-11-kompatiblen PC hat, sollte sich bei der Anschaffung mit den Systemanforderungen für Windows 11 vertraut machen. Ein direkter Preisvergleich zum erweiterten Support von Windows 10 ist schwierig, da Windows 11 für Unternehmen keine Einzellizenz ist, sondern typischerweise über das Microsoft-365-Abo oder als Volumenlizenz vertrieben wird. Microsoft selbst bietet jedoch einen Preis-Vergleicher an, der Unternehmen helfen kann, das richtige Modell für ihre Anforderungen zu finden.
Wann startet das ESU-Programm und wie meldet man sich an? Das ESU-Programm für Windows 10 startet im November 2025, also kurz nach dem Auslaufen des kostenfreien Supports. Einem Microsoft-Berater zufolge wird der Registrierungsassistent für das ESU-Programm für Windows 10 schrittweise eingeführt. Wer die Funktion noch nicht erhalten hat, werde sie möglicherweise in den kommenden Wochen auf dem eigenen Gerät sehen können.
Um die Extended Security Updates zu aktivieren, sobald diese verfügbar sind, müssen Anwender diese unter Einstellungen > Update & Sicherheit > Windows Update auswählen. Dort erscheint ein Link, über den sie sich für das Programm anmelden können.
Wie lange kann man das ESU-Programm nutzen? Geräte, die im ESU-Programm registrert wurden und zu einer kommerziellen oder bildungsrelevanten Organisaiton gehören, können die erweiterten Sicherheitsupdates maximal drei Jahre nutzen, also bis Ende Oktober 2028.
Privatnutzer hingegen können das ESU-Programm nur ein Jahr nutzen, also von Anfang November 2025 bis Ende Oktober 2026. Es ist das erste Mal, dass die Extended Security Updates auch Consumern zur Verfügung stehen.
Für viele Unternehmen ist der Wechsel auf Windows 11 eine pragmatische Lösung. Schließlich ist das Upgrade oftmals ein guter Anlass, auch der Hardware ein Upgrade zu verpassen, was eine Investition in die Leistung der Geräte wie auch der Mitarbeiter sein kann. Allerdings stoßen die hohen Anforderungen von Windows 11 an die Hardware oftmals auch auf Kritik. Denn in vielen Fällen würden die PCs mit Windows 10 noch problemlos weiterlaufen, erfüllen jedoch die Anforderungen der neuen Betriebssystem-Version nicht.
Stand: 08.12.2025
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Einen weiteren Kritikpunkt an Windows 11 bringt Nexthink ins Spiel. Der Anbieter von Digital-Employee-Lösungen berichtet über eine eigene Analyse, die zeige, dass Windows-11-Geräte eine höhere Instabilität als solche mit der Vorgängerversion aufweisen. Systemabstürze würden bei Windows 11 doppelt so oft auftreten wie bei Windows 10 – 1,2 Prozent im Vergleich zu 0,6 Prozent. Ähnlich sieht es bei Hard-Resets aus, hier waren 9,9 Prozent der Windows-11-User betroffen und 8,5 Prozent der Windows-10-Nutzer. Diese Unterschiede seien in den ersten Jahren nach Veröffentlichung eines neuen Betriebssystems nicht ungewöhnlich. Sie würden jedoch verdeutlichen, wie stark Faktoren wie Hardwarekompatibilität, Treiber und Systemkonfiguration die Mitarbeitererfahrung beeinflussen können. Nexthink empfiehlt, individuelle Bibliothekspakete einzusetzen, um diese Risiken zu erkennen und zu minimieren.
Zudem gibt Nexthink folgende Tipps für eine erfolgreiche Migration:
Unternehmen sollten verbleibende Windows-10-Geräte identifizieren und die Hardware-Kompatibilität mit Windows 11 prüfen. Denn nicht unterstützte Geräte würden oft höheren IT-Supportaufwand verursachen. Zudem könne ältere Hardware die Produktivität beeinträchtigen und Upgrades erschweren. Deshalb sollte die Leistung der Geräte berücksichtigt werden.
Nach dem Supportende steige das Risiko von Sicherheitsvorfällen wie Malware und Ransomware. Eine Risikoplanung sei daher unerlässlich.
Die Kompatibilität der Anwendungen sollte sichergestellt werden, um Softwareprobleme zu vermeiden.
Mitarbeitende sollten aktiv in neue Funktionen wie Copilot und verbesserte Benutzeroberflächen eingeführt werden.
„Die Migration zu Windows 11 ist aufwändig und bringt Herausforderungen mit sich, oft weniger durch das System selbst als durch Hardware, Treiber und Bereitstellung. Ohne Transparenz agieren IT-Teams im Blindflug“, fasst Mauro Simoncini, AVP, Central Europe bei Nexthink zusammen. „Erfolg haben jene Unternehmen, die strategisch vorgehen, den Zustand ihrer Geräte analysieren und die digitale Erfahrung messen. So wird aus einer Compliance-Frist eine echte Chance für einen reibungslosen Ablauf und bessere Arbeitsweisen.“