Out-of-bounds-Schwachstelle Kritische Sicherheitslücke klafft in Canon-Druckern

Von Marvin Djondo-Pacham 2 min Lesedauer

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Drucker der Marke Canon sind durch Softwarefehler in mehreren Treibern anfällig für Angriffe und könnten sogar Remote Code Execution ermöglichen. Vom Hersteller gibt es allerdings nur wenige Informationen zur Sicherheitslücke.

Beim Verarbeiten von Enhanced Metafiles durch die Druckertreiber entstehen in Canon-Geräten Sicherheitslücken.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Beim Verarbeiten von Enhanced Metafiles durch die Druckertreiber entstehen in Canon-Geräten Sicherheitslücken.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Canon warnt vor der kritischen Sicherheitslücke CVE-2025-1268 (CVSS 9.4) bei seinen Druckern. Konkret betroffen sind mehrere Druckertreiber für Produktionsdrucker, Multifunktionsdrucker und Laserdrucker. Die fehlerhaften Treiber verhindern nicht nur das Drucken, sondern ermöglichen Kriminellen Schadsoftware auszuführen.

Schwachstellen in Druckertreibern

Canon gibt keine genaueren Angaben über die Out-of-bounds-Sicherheitslücke. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es lediglich, dass Speicherzugriffe außerhalb vorgesehener Grenzen das Drucken verhindern könnten und die Ausführung von beliebigem Code ermöglichen würden. Der Fehler trete beim Verarbeiten von Enhanced Metafiles (EMF) durch die Druckertreiber auf. EMF sind sind Grafikdateien, die große Mengen an Bilddetails speichern und so High-End-Druck ermöglichen. Sie sind Weiterentwickelungen von Windows Metafile-Dateien.

Die betroffenen Druckertreiber, jeweils in der Version 3.12 und früher, sind:

  • Generic Plus PCL6
  • Generic Plus UFR I
  • Generic Plus LIPS4
  • Generic Plus LIPSLX
  • Generic Plus PS

Admins sollten einen aktuellen Treiber installieren, um die Lücke zu schließen. Weiterführende Informationen, wie IT-Verantwortliche einen Missbrauch erkennen können, gibt Canon nicht preis.

Firmware-Schwachstelle

Neben der Treiber-Schwachstelle enthielt jüngst auch die Firmware einiger Canon-Drucker Sicherheitslücken. Ende Februar warnte Canon vor einem Pufferüberlauf in der Firmware. Wenn Drucker direkt über Router verbunden sind, können Angreifer Schadcode aus der Ferne einschleusen und Denial-of-Service-Attacke ausführen. Die Schwachstellen sind mit CVE-2024-12647, CVE-2024-12648 und CVE-2024-12649 gekennzeichnet und mit einem CVSS-Wert von 9.8 eingestuft. Die betroffenen Drucker sind:

Imageclass-MF-Reihe:

  • MF455DW,
  • MF453DW,
  • MF452DW,
  • MF451DW,
  • MF656CDW,
  • MF654CDW,
  • MF653CDW,
  • MF652CW,
  • MF1238 II,
  • MF1643iF II
  • und MF1643i II.

Imageclass LBP-Reihe:

  • LBP237DW,
  • LBP236DW,
  • LBP632CDW,
  • LBP633CDW
  • und LBP1238 II

Auf Geräten mit Touchpanel soll die Auswahl von „Update Firmware“ und die Bestätigung eines Lizenzfensters für die Installation eines Updates ausreichen. Für Modelle mit Schwarzweiß-Display sollen Nutzer so navigieren: Menü 🠖 „Management Settings“ 🠖 „Remote UI Settings/Update Firmware“ 🠖 „Via Internet“. Im Lizenzfenster muss dann nur noch mit „ok“ bestätigt werden, damit das Update, welches die Sicherheitslücken schließt, fertig installiert ist.

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