Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 12

Lokale Netze: Einführung und Topologien

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proprietär und monolithisch vs. standardisiert und modular

Früher, vor mehr als 15 Jahren, gab es eindeutige Beziehungen zwischen Übertragungsmedium, Übertragungssystem, LAN-Typ, Protokollstack und Betriebssoftware. Festgelegte Definitionen wie beispielsweise „Koaxialkabel, Übertragung mit Manchester Codierung, CMSA/CD (Ethernet), IPX/SPX (Novell Protokollstack), NetWare“ machten dem Interessenten zwar die Wahl zur Qua, erleichterten aber letztlich auch die Übersicht.

Heute möchte man in großen Unternehmen auf einem universellen Verkabelungssystem die wichtigsten LAN-Typen sowie Telefonie und ISDN modular und flächendeckend unterstützen, unterschiedliche LAN-Typen in Technikräumen auf die Datensteckdosen schalten, diese unterschiedlichen LANs in sog. multifunktionalen Hubs oder Switches realisieren und auf einem derartigen LAN viele logische Verbindungen aus ggf. unterschiedlichen Protokollstacks laufen lassen, um die diversen anwendungsunterstützenden Grunddienste angemessen zu realisieren.

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Hubs

Hubs sind Schaltkästen, in denen traditionelle LANs auf kleinem Raum nachgemacht werden. Sie verhalten sich also auch so. Hubs verursachen daher keine Leistungssteigerungen sondern bieten hauptsächlich den Vorteil einer systematischen, strukturierten Verkabelung.

Switches

Switches sind Schaltkästen, die zwar nach außen hin den Stationen gegenüber so aussehen wie ein traditionelles LAN und auch die dort definierten Paketformate akzeptieren und bearbeiten, innen aber mit allermodernster Technik ausgerüstet und in der Lage sind, jede Station mit der vollen Bandbreite zu bedienen, so als sei diese Station alleine im Netz.

Im Gegensatz zum Unternehmen wünscht sich der Kleinanwender allerdings ein billiges und einfach zu installierendes Netz. Beiden kann geholfen werden.

Transport-Subsysteme im Rahmen einer Netzwerkarchitektur

Lokale Netze sind Transport-Subsysteme im Rahmen einer Netzwerkarchitektur. Die Unterschiede zu anderen Netztypen ergeben sich lediglich innerhalb der unteren Schichten des OSI-Referenzmodells. Spätestes ab Schicht vier darf eine Unterscheidung nicht mehr vorgenommen werden, da ja gerade die Einheitlichkeit und das »Ende-zu-Ende«-Argument für diese und die höheren Schichten verbindlich sind, damit Anwendungen und Anwender sich nicht mehr näher mit diesen technischen Einzelheiten und Unterschieden in der Netzwerkinfrastruktur verschiedener Netze auseinandersetzen müssen.

Ethernet, Token Ring und FDDI

Die lange Zeit wichtigen LANs Ethernet und Token Ring sind im Standard IEEE 802/ISO 8802 definiert, während FDDI von ANSI festgeschrieben wurde. Durch die Zusammenarbeit von ANSI und IEEE haben alle Standard-LANs heute aber eine gemeinsame Oberfläche auf der Schicht 2 des OSI-Modells: die sog. Logical Link Control. Dies bedeutet, dass die genannten LANs unter Berücksichtigung kleinerer technischer Einzelheiten von allen Anwendungsprogrammen gleichartig genutzt werden können.

Erst dies hat LANs bei Herstellern und Verbrauchern wirklich vorangebracht. Von LANs, die nicht diesen Standards entsprechen, wie bspw. ARCnet, war früh abzuraten. Das gleiche gilt aber auch für taufrische LAN-Varianten, bis sie endlich in den Standard aufgenommen werden. Nur ein Standard kann die problemlose Zusammenarbeit von Komponenten wie Adapterkarten auch unterschiedlicher Hersteller vorbereiten.

Die dramatischen Entwicklungen der Jahre ab 2000 haben jedoch weitere Opfer gefordert. Nur die Ethernet-Systemfamilie konnte sich angemessen weiterentwickeln und ist heute der einzige dominierende LAN-Typ mit maximalen Übertragungsraten zwischen einem und 100 Gbit/s – alle anderen LAN-Typen sind heute tot.

weiter mit: LAN-Topologien im Überblick

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