120.000 Cybersicherheitsexperten fehlen in deutschen Unternehmen. Dies macht sie anfällig für Cyberattacken. Mehr Frauen in der Branche und ein flächendeckender Einsatz von KI könnten das Problem zumindest ansatzweise lösen.
In Deutschland fehlt es an qualifizierten Cybersicherheitsexperten, was zu Risiken für die Untenehmen führt.
Weltweit arbeiten 5,5 Millionen Menschen als Cybersicherheitsexperten, wie das ISC2 berichtet. In der „Cybersecurity Workforce Study 2024“ des International Information System Security Certification Consortium (ISC2) heißt es, dass die Zahl an Fachpersonal von 2020 bis 2024 langsam gestiegen sei. Von 2023 auf 2024 betrage die Zunahme allerdings nur 0,1 Prozent. Im Gegensatz dazu sei die Lücke an benötigten Fachkräften um 19 Prozent auf 4,8 Millionen Stellen gewachsen.
Das ISC2 ist eine weltweit agierende gemeinnützige Organisation für Cybersicherheitsexperten. Sie bietet Zertifizierungne an und fördert die berufliche Entwicklung der Branche. Im April und Mai 2024 hat die ISC2 15.852 Cybersicherheitsexperten und Entscheidungsträger in Nordamerika, Lateinamerika (LATAM), der Asien-Pazifik-Region (APAC) sowie Europa, Afrika und dem Nahen Osten (EMEA) zum Personalmangel in ihrer Branche befragt.
In Deutschland hat sich die Lange sogar verschärft. Das ISC2 schätzt, dass die Zahl der hierzulande tätigen Cybersicherheitsfachkräfte von 456.000 auf 439.000 gesunken sei und die Personallücke sei um 15 Prozent gewachsen. Dem gegenüber steht ein steigender Bedarf: 72 Prozent der deutschen Cybersicherheitsexperten sehen die derzeitige Bedrohungslage als die herausfordernste der vergangenen fünf Jahre. Hierbei würden Vorschriften wie die NIS2-Richtlinie strengere Anforderungen an deutlich mehr Organisationen stellen als zuvor.Insgesamt würden 120.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt, um Organisationen in Deutschland ausreichend zu schützen. 55 Prozent der Organisationen sehen sich der ISC2 zufolge durch den anhaltenden Personalmangel bereits großen Cyberrisiken ausgesetzt.
62 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre ihre Organisationen von Personalengpässen im Bereich Cybersicherheit betroffen sind. Als Gründe dafür nannten sie,
dass ihr Unternehmen nicht genügend qualifiziertes Personal finden kann (52 Prozent).
dass es in den Unternehmen an Wachstums- oder Aufstiegschancen mangelt (29 Prozent).
dass es in den Unternehmen an Budget für neue Fachkräfte mangelt (27 Prozent).
Bezüglich der Qualifikation des Personals, fehle es den Organisationen an technischem Know-how bei der Cloud-Computing-Sicherheit (31 Prozent), bei Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen (28 Prozent) und der Implementierung von Zero Trust (28 Prozent). Gleichzeitig seien diese Fachkenntnisse die meistgefragten Fähigkeiten. Die Häflte der deutschen Cybersicherheitsfachleute zählt die Personal- und Qualifikationslücken zu den größten Herausforderungen in den kommenden zwei Jahren. Danach folgen regulatorische Anforderungen (48 Prozent) und Risiken neuer Technologien (44 Prozent).
57 Prozent der deutschen Cybersicherheitsexperten glauben, dass Fortschritte in generativer Künstlicher Intelligenz dazu beitragen können, die Auswirkungen von Personal- und Qualifikationsmängeln zu mildern. Weitere 74 Prozent gehen davon aus, dass KI ihnen ihre Arbeit erleichtern wird. Nur 27 Prozent der Deutschen gaben an, bereits über umfangreiche oder Expertenkenntnisse in KI und maschinellem Lernen zu verfügen 25 Prozent haben keine oder nur minimale Kenntnisse.
Das könnte sich jedoch bald ändern. Denn 71 Prozent der deutschen Cybersicherheitsfachleute sehen in dem organisatorischen Bedarf an der Absicherung von KI-Implementierungen als eine Karrierechance. 56 Prozent bereiten sich darauf vor, indem sie mehr über KI lernen und KI-bezogene Kompetenzen erwerben oder haben dies bereits getan, und weitere 38 Prozent planen dies in Zukunft zu tun. Obwohl 51 Prozent von ihnen erwarten, dass bestimmte Fähigkeiten durch generative KI obsolet werden, machen sich nur 29 Prozent der deutschen Befragten Sorgen um ihre aktuelle Rolle. Dafür gehen weitere 61 Prozent davon aus, dass nicht-technische Kompetenzen dafür an Bedeutung gewinnen werden.
„Deutschland verfügt über eine vergleichbar hohe Anzahl an Cybersicherheitsfachkräften, aber steht vor der besonderen Herausforderung, den steigenden Bedarf trotz Fachkräftemangels zu decken“, sagt Edward Parsons, Vizepräsident für Global Markets & Member Relations bei ISC2. „Um die Sicherheit von Organisationen in Deutschland zu gewährleisten, müssen die Qualifikationslücken in Cybersicherheitsteams geschlossen werden. Dafür ist es notwendig, mehr Fokus auf die Einführung neuer Technologien wie generativer KI zu legen, und in die Ausbildung und Umschulung von Fachkräften zu investieren. Den Karrierepfad inklusiver und attraktiver für Frauen zu machen, kann ebenfalls erheblich dazu beitragen, die Personallücke zu schließen. Diese sind mit nur 21 Prozent unter deutschen Cybersicherheitsfachleuten stark unterrepräsentiert.“
Stand: 08.12.2025
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