RFID-Etiketten für Pharmaverpackungen

Mit intelligenten Verpackungen gegen Produktpiraterie

| Autor / Redakteur: Lisa Ramer / Matthias Back

Die Verbreitung von gefälschten Medikamenten soll durch Nachverfolgbarkeit zum Beispiel über RFID-Systeme eingedämmt werden.
Die Verbreitung von gefälschten Medikamenten soll durch Nachverfolgbarkeit zum Beispiel über RFID-Systeme eingedämmt werden. (Bild: Zoll)

RFID-Etiketten und intelligente Verpackungen helfen, Firmen ihre Produkte vor Fälschungen zu schützen. Gleichzeitig geben sie den Händlern und Endkunden Sicherheit über die Echtheit sowie den Zustand der Ware.

Marken- und Produktpiraterie ist auf dem Vormarsch. Der deutsche Zoll hat schon im Jahr 2012 3,2 Mio. gefälschte Produkte im Wert von über 127 Mio. Euro beschlagnahmt. Doch laut der Jahresstatistik der Zollverwaltung ist dieser Wert 2013 noch gestiegen. Vergangenes Jahr konnten die Beamten über 3,9 Mio. nachgemachte Waren im Gesamtwert von 134 Mio. Euro sicherstellen.

Die Tendenz ist steigend, die Dunkelziffer hoch. Gerade Plagiate aus China dominieren den Schwarzmarkt: Fast 60 % aller beschlagnahmten Waren in Deutschland kommen aus dem Land der Mitte, das bestätigt auch der Zoll.

RFID-Systeme auf Pharma-Verpackungen erzählen den Weg des Produkts

Um die wirtschaftlichen Schäden, die durch Produktpiraterie entstehen, einzudämmen und die Verbraucher zum Beispiel vor gefälschten Arzneimitteln zu schützen, gibt es verschiedenste Ansätze. Eine Möglichkeit sind RFID (Radio Frequency Identification)-Lösungen, die Produkte mittels elektromagnetischer Wellen identifizieren können.

Forscher des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) haben diese Technik bereits in einem Projekt zur Anwendung elektronischer Echtheitszertifikate an Faltschachteln in der Pharmabranche erforscht. Vor allem die Verbreitung von gefälschten Medikamenten soll durch Nachverfolgbarkeit begrenzt werden, da die Sicherheit in der Versorgungskette erhöht wird. Laut IPH besteht das eingesetzte RFID-System aus einem Chip und einer Antenne.

Dank des Speichervolumens von 512 Bit können auf dem nur ein Zehntel mm großem Chip alle relevanten Daten des Medikaments gespeichert werden, wie die Pharmazentralnummer, ein deutschlandweit einheitlicher Identifikationsschlüssel für Arzneimittel und Apothekenprodukte, aber auch wann und wo das Produkt hergestellt wurde und welches Verfallsdatum es hat.

Intelligente RFID-Etiketten schützen Verbraucher

Der auf einer Folie vormontierte Chip wird auf die Verpackung angebracht. Schon während der Produktion der Schachtel wird die Antenne aufgedruckt. Um zu wissen, ob das Medikament echt ist, und die Lieferkette rückverfolgen zu können, scannen die Zwischenhändler, Apotheker oder der Endkunde per Lesegerät den Chip. Es zeigt alle gespeicherten Daten an und der Bediener hat Gewissheit über das jeweilige Arzneimittel. Dieses Sicherheitsverfahren könnte auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen. Neben Medikamenten sind besonders Lifestyle-Produkte wie teure Kosmetikartikel von Fälschungen betroffen.

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