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Angriffe mit Analyse-Tools
Analyse-Software ist dazu geeignet, die Funktionen und Qualität der VoIP Verbindungen zu überwachen. Es lassen sich aber auch mit solcher Software Gespräche belauschen und aufzeichnen.
Unbemerkt wäre es in dem Fall, da der Zugriff von einem vermeintlichen Administrator erfolgen würde. Da aber auch Software zum Auffinden von Schwachstellen (SiVuS, nmap) dazu verwendet wird, Sicherheitslücken zu finden, kann diese nahezu auch im gleichen destruktiven Ansatz bei einem Angreifer zu finden sein. So bietet Cain & Abel für Windows-Systeme die Möglichkeit, den Datenstrom von VoIP-Gesprächen aufzuzeichnen, komfortabel in ein Audiofile zu wandeln, um es sich dann anhören zu können. Hierbei wird angenommen, dass die Sprachdaten unverschlüsselt übertragen werden.
Nicht außer Acht gelassen sollte auch die Angreifbarkeit von Voicemails, die sich in einem Telefonsystem hinterlegen lassen. Diese können ebenfalls genau so manipuliert werden wie die Sprach- und Datenpakete der VoIP-Kommunikation. Der Angriff mittels Flooding führt auf das Protokoll ICMP zurück und eignet sich hervorragend, um die Kommunikation zu stören. Dabei wird ein so genanntes Payload, mit größeren Paketen als vom Zielsystem erwartet, erzeugt. Da ICMP jedoch mit einem Replay antwortet, wird auch hier die Größe entsprechend der zu erwartenden Pakete verwendet. Dies kann dazu führen, dass der Speicher überlastet und die Kommunikation via VoIP gestört wird.
Weitere Angriffsmethoden kurz vorgestellt:
- Fälschen und Vortäuschen von Identitäten und/oder Usern: Anrufer sind nicht eindeutig identifizierbar und ein Mißbrauch von Identitäten kann zu Sabotage führen.
- Modifikation von Sprachdaten: Die Echtheit einer Sprachaufzeichnung, wie bei einem Anrufbeantworter ist nicht mehr gegeben und Gesprächsinhalte können in Echtzeit gefälscht sein.
- Manipulation des Netzwerkes: Anruferinfos, Gespräche oder Konferenzen können umgeleitet und gestört werden, so dass eine Kommunikation via VoIP nicht möglich ist.
- Missbrauch von Zugangsdaten von SIP-Servern und SIP-Accounts: Ein Angreifer kann sich eines Zugangs-Accounts bemächtigen und darüber Spam Anrufe (SPIT) tätigen. Hierbei würde ein Mißbrauch erfolgen, der als Absender eine echte Identität hätte.
- Zugriff auf Abrechnungsdaten einzelner User eines Netzwerkes: Gefährdung des allegemeinen Datenschutzes von Unternehmens- und Userdaten.
Wie Sie Ihre Voice-over-IP-Systeme gegen Angreifer absichern, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Beitrags: Sicherheitsrisiken bei der Voice-over-IP-Telefonie: VoIP-Kommunikation erfolgreich absichern.
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