Richtlinie zu IT-Sicherheit im Medizinsektor NIS2 im Gesundheitswesen relevanter als gedacht

Von Barbara Gribl 2 min Lesedauer

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Wer denkt beim Thema Gesundheit schon groß an NIS2? Doch auch gesundheitliche Einrichtungen sind von der Richtlinie betroffen. Die mit ihr verbundenen Maßnahmen nicht umzusetzen, könnte die Existenz der Einrichtung, im schlimmsten Fall auch Leben kosten.

Den meisten medizinischen Einrichtungen ist nicht klar, von der Richtlinie NIS2, die ab Oktober 2024 verpflichtend umzusetzen ist, betroffen zu sein. Ist das Bewusstsein doch da, fehlt es für eine Umsetzung oft an Knowhow, Budget und Ressourcen. (Bild:  Nathamanee - stock.adobe.com / KI-generiert)
Den meisten medizinischen Einrichtungen ist nicht klar, von der Richtlinie NIS2, die ab Oktober 2024 verpflichtend umzusetzen ist, betroffen zu sein. Ist das Bewusstsein doch da, fehlt es für eine Umsetzung oft an Knowhow, Budget und Ressourcen.
(Bild: Nathamanee - stock.adobe.com / KI-generiert)

Menschen wieder fit zu bekommen, ist in erster Linie das, worum es im Gesundheitssektor geht. Da denkt man zunächst nicht an IT, geschweige denn an mit ihr verbundene Vorschriften und Regularien. Doch als KRITIS-Sektor ist das Gesundheitswesen sogar mit am stärksten betroffen. Gleichzeitig ist es durch die wertvollen Gesundheitsdaten besonders anfällig für Cyberangriffe, die die Verfügbarkeit von medizinischen Geräten, Daten und Diensten beeinträchtigen können. Daher sollten die NIS2-Vorkehrungen hier erst recht in Gang gebracht werden.

Hoher Puls in der Medizin

Für OWD, Betreiber wesentlicher Dienste, sieht NIS2 vor, dass die EU-Mitgliedstaaten die Sicherheitsanforderungen aktualisieren. Zu den OWD gehören Krankenhäuser, Labore, Apotheken sowie Gesundheitsbehörden und -zentren. Ebenso verlangt NIS2, dass die Institutionen Sicherheitsvorfälle an Behörden melden und regelmäßige Audits durchführen.

„Auch wenn zurzeit noch nicht alle Fragen bei NIS2 geklärt sind, sollten betroffene Unternehmen im Medizinsektor sich besser heute als morgen mit den Vorgaben auseinandersetzen. Denn das Umsetzen der zahlreichen Maßnahmen ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf“, rät Tim Berghoff, Sicherheitsspezialist bei G Data Cyberdefense.

Erschwerte Bedingungen für NIS2-Umsetzungen

Die Umsetzungen in Bezug auf NIS2 sind verbunden mit Aufwand und Kompetenz. Eine weitere Herausforderung, an der sie oft scheitern, sind mangelnde Finanzierungen. Ohne diese können medizinische Geräte nicht ausreichend geschützt werden. Das Krankenhauszukunftsgesetz (KZHG) ist ein guter Anfang. Insgesamt wurden 5,6 Milliarden Euro von Bund und Ländern für die Digitalisierung in Krankenhäusern zur Verfügung gestellt. Michael Reez, Senior Enterprise Account Executive Public Sector bei Sophos, rät Folgendes: „Entscheidend für den Schutz vor modernen Cyberattacken ist heutzutage ein SOC beziehungsweise ein 24/7-Monitoring inklusive Reaktionsmöglichkeiten.“ Ein ineinandergreifendes Cybersecurity-Ökosystem „beinhaltet ebenso die vernetzte und intelligente Kontrolle aller Endgeräte, Server und Netzwerke einer Organisation sowie die Unterstützung durch erfahrene Experten“, ergänzt Reez. Security as a Service mit Angeboten wie Managed Detection and Response (MDR) wird immer mehr nachgefragt und kann helfen, Bedrohungen unschädlich zu machen und sie vor allem so früh wie möglich in der Angriffskette zu stoppen.

Fünf Schlüsselanforderungen der NIS2-Richtlinie

-Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen
-Meldung von sicherheitsrelevanten Vorfällen
-Notfallplanung und Wiederherstellung
-Sicherheitsbewertungen und Überwachung
-Schulung und Sensibilisierung von Mitarbeitern und der Geschäftsführung

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