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Erstellung eines Notfallhandbuchs zur Notfallbewältigung
Es genügt heute längst nicht mehr, „Standard-Notfälle“ wie Brand- oder Wasserschäden in einem klassischen Notfallhandbuch einfach nur zu beschreiben. Vielmehr muss das Notfallhandbuch alle Informationen enthalten, um im Notfall die erforderlichen Maßnahmen zur Wiederaufnahme des wegen des Notfalls unterbrochenen Betriebs durchführen zu können.
Dazu muss es u.a. die erforderlichen Systemdaten bereitstellen, Beschreibungen der im Notfall auszuführenden Prozesse enthalten. Melde- und Eskalationswege festlegen und Wiederanlaufpläne und Ausweichprozesse für den Notbetrieb beschreiben. Dabei muss es trotz der umfangreichen Anforderungen und der notwendigen Komplexität einfache und vollständige Handlungsanweisungen bieten.
Der Standard 100-4 beschreibt ebenfalls ausführlich wie ein Notfallhandbuch aufzubauen ist und welche Inhalte dort beschrieben werden sollen. Hierzu gehören unter anderem Punkte wie Alarmierung, Krisenstabsleitfaden, Sofortmaßnahmen, Wiederanlaufpläne und Geschäftsfortführungspläne.
Planung und Durchführung von Übungen und Tests
Tritt ein Notfall ein, ist die Aufregung meist groß und die Gefahr, die Situation durch fehlerhaftes Verhalten zu verschlimmern, darf nicht unterschätzt werden. Um in einer Notfallsituation handlungsfähig zu bleiben, muss jeder wissen was zu tun ist. Das aber ist nur möglich, wenn die Inhalte der Notfallpläne regelmäßig getestet und trainiert werden. In den meisten Unternehmen werden zwar Notfallhandbücher bzw. Notfallpläne erstellt aber entweder gar nicht oder nur einmal getestet bzw. geübt. Viele dieser Pläne versagen dann beim ersten umfassenden Test oder schlimmstenfalls im konkreten Notfall.
Der BSI Standard 100-4 fordert daher eindringlich regelmäßige Tests und Übungen und beschreibt diese auch sehr ausführlich. Nur in einem Test kann zum Beispiel festgestellt werden, ob innerhalb der vereinbarten Zeit alle erforderlichen Verantwortlichen auch wirklich verfügbar sind und ob die theoretisch entwickelten Wiederherstellungsanleitungen auch wirklich funktionieren. Die Regelungen zur Durchführung derartiger Übungen sollten in einem Übungskonzept, das als Bestandteil des Notfallhandbuchs verwaltet werden kann, erfasst werden.
Kontinuierliche Verbesserung des Notfallprozesses
Abschließend verweist der Standard 100-4 auf die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung und ständigen Verbesserung des Notfallmanagementprozesses. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört dabei die regelmäßige Aktualisierung der Dokumente des Notfallmanagements.
Fazit
Mit dem neuen Standard 100-4 Notfallmangement stellt das BSI ein wichtiges Regelwerk für den Aufbau und die Dokumentation eines Notfallmanagements bereit. Der Standard gibt konkrete Hinweise zur Umsetzung der geforderten Maßnahmen und zeigt einen systematischen Weg auf, um bei Notfällen der verschiedensten Art adäquat und effizient reagieren und die wichtigen Geschäftsprozesse schnell wieder aufnehmen zu können.
Das BSI stellt den Standard 100-4 kostenfrei zum Download bereit. Außerdem kann der Standard als Buchveröffentlichung „Notfallmanagement – BSI-Standard 100-4 zur Business Continuity“ beim Bundesanzeiger Verlag (ISBN: 978-3-89817-693-4) zum Preis von 39,80 € bezogen werden.
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