Geräteflut ohne Überblick Palo-Alto-Report deckt Transparenz­lücke in Unternehmens­netzen auf

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In modernen Netzwerken sind im Schnitt 35.000 Geräte aktiv – viele davon ohne wirksamen Schutz oder klare Zuordnung. Der aktuelle „2025 Device Security Threat Report“ von Palo Alto Networks zeigt, wie groß die Lücke zwischen Inventar und Risiko mittlerweile ist.

Ein Drittel aller Geräte in Firmennetzen ist unkontrolliert: Der Palo-Alto-Report zeigt, wie groß die Sicherheitslücke geworden ist.(Bild: ©  putilov_denis - stock.adobe.com)
Ein Drittel aller Geräte in Firmennetzen ist unkontrolliert: Der Palo-Alto-Report zeigt, wie groß die Sicherheitslücke geworden ist.
(Bild: © putilov_denis - stock.adobe.com)

Die zunehmende Vernetzung von Endgeräten stellt IT-Abteilungen vor eine paradoxe Herausforderung: Mit jedem Smart-TV, Drucker oder privaten Laptop wächst nicht nur die Angriffsfläche, sondern auch der blinde Fleck in der Sicherheitsüberwachung. Laut Palo Alto Networks wurden für den „2025 Device Security Threat Report“ mehr als 27 Millionen verbundene Geräte in 1.803 Unternehmensnetzwerken analysiert – mit ernüchternden Ergebnissen.

In einem durchschnittlichen Netzwerk sind rund 35.000 Geräte aktiv, verteilt auf etwa 80 Gerätetypen. Rund ein Drittel (32,5 Prozent) davon liegt außerhalb direkter IT-Kontrolle: IoT-Komponenten, private Notebooks oder smarte Sensoren, die mit herkömmlichen Schutzmechanismen kaum erfassbar sind. Selbst klassische IT-Assets weisen eklatante Lücken auf – 39 Prozent der im Active Directory erfassten Geräte laufen ohne aktiven EDR- oder XDR-Agenten.

Ein weiteres Problem: die mangelhafte Netzwerksegmentierung. Laut Report teilen sich in 77,8 Prozent der untersuchten Umgebungen Low-Security-Geräte dasselbe Subnetz mit hochsensiblen Systemen. Damit reichen schon triviale Schwachstellen aus, um seitlich ins Kernnetz zu gelangen. Besonders kritisch: Fast die Hälfte der gesamten IoT-Kommunikation (48,2 Prozent) erfolgt über Geräte, die bereits als „hochriskant“ eingestuft sind – darunter veraltete Überwachungskameras oder nicht gepatchte Steuerungseinheiten.

Die Angreifer setzen dabei nicht zwingend auf neue Exploits: Der Report nennt 3,48 Milliarden Brute-Force-Versuche sowie 2,7 Milliarden Attacken mit bekannten Schwachstellen wie Apache Log4j. Damit gilt die alte Regel weiterhin: Gefährlich wird, was alt, unübersichtlich und ungetrennt ist.

Palo Alto Networks warnt, dass die größten Risiken nicht aus ausgeklügelten Angriffskampagnen stammen, sondern von alltäglichen Geräten mit kritischem Zugriff – von Smartphones über Arbeitsrechner bis zu Netzwerkdruckern. Besonders betroffen ist auch Deutschland: Mit 36,5 Millionen internetfähigen IoT-Geräten belegt das Land weltweit Platz 2 hinter den USA.

Der Report macht deutlich, dass reine Geräteinventare keine Sicherheit gewährleisten. Entscheidend sei die Risikoperspektive: Welche Systeme sind wie vernetzt, mit welchen Berechtigungen, und welche Schwachstellen potenzieren sich? Diese Fragen sollen künftig stärker im Zentrum moderner Sicherheitsstrategien stehen – unabhängig davon, ob die Geräte verwaltet, unverwaltet oder „smarter“ Natur sind.

(ID:50627587)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung