„Absolut rücksichtsloses“ Vorgehen von Russland Polen erhöht Security-Budget auf Rekordniveau

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Polen muss täglich Dutzende russische Cyberangriffe auf kritische Infra­strukturen abwehren. Nach Attacken auf die Gesundheits- und Was­ser­versorgung erhöht die Regierung nun das Sicherheitsbudget für 2025 auf Rekordhöhe: eine Milliarde Euro.

Mit einem Cyberangriff auf die polnische Wasserversorgung erlebte Polen einen der bedeutendsten Hackerangriffe seit Russlands Invasion der Ukraine. Als Reaktion auf tägliche Attacken erhöht die polnische Regierung ihr Sicherheitsbudget.(Bild:  Artem - stock.adobe.com)
Mit einem Cyberangriff auf die polnische Wasserversorgung erlebte Polen einen der bedeutendsten Hackerangriffe seit Russlands Invasion der Ukraine. Als Reaktion auf tägliche Attacken erhöht die polnische Regierung ihr Sicherheitsbudget.
(Bild: Artem - stock.adobe.com)

Zwischen 20 und 50 Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen müsse Polen täglich abwehren. Dies sagte Dariusz Standerski, Polens stellvertretender Minister für Digitales, gegenüber der Financial Times. Grund dafür seien die zunehmenden Spannungen mit Russland. Als Reaktion darauf habe die polnische Regierung nun angekündigt, das Budget für die Cyber­sicherheit in diesem Jahr auf eine Milliarde Euro zu anzuheben – eine neue Rekordhöhe. Im vergangenen Jahr habe das Budget für die Cyber­sicherheit bei 600 Millionen Euro gelegen.

Russland greift kritische Infrastrukturen in Polen an

Die meisten der Sabotage-Versuche könnten abgewehrt werden, sagte Standerski. Jüngste Cyberangriffe gegen Krankenhäuser und die Wasserversorgung in Polen waren jedoch er­folgreich. Einige Gesundheitseinrichtungen waren gezwungen ihren Betrieb für mehrere Stunden ein­zustellen. Zudem sei es den Akteuren gelungen, medizinische Daten zu stehlen.

Laut Standerski sei der Angriff auf die polnische Wasserversorgung einer der bedeutendsten Hackerangriffe seit Russlands umfassender Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Den Akteuren sei es gelungen, in einer der größten Städte Polens in das IT-Netzwerk einer Anlage einzu­dringen, konnten jedoch gestoppt werden, bevor die Versorgung tatsächlich beeinträchtigt wurde. Allein für den September würde die Regierung nun 80 Millionen Euro für die Stärkung der Cyberabwehr von Wassermanagementsystemen bereitstellen. Neben den kritischen In­fra­strukturen würden auch die öffentlichen Einrichtungen, darunter die Systeme der 2.400 lokalen Verwaltungen, mehr Budget für ihre digitale Absicherung erhalten.

Reaktion der NATO

Darüber hinaus sei am 15. September eine Drohne über der Präsidentenresidenz und anderen Regierungsgebäuden in Warschau „unschädlich“ gemacht worden. Einige Tage zuvor wurden bereits russische Drohnen im polnischen Luftraum gesichtet und abgeschossen. Mittlerweile seien zwei Weißrussen festgenommen worden und die Ermittlungen im Gange. Die NATO verurteilte das russische Vorgehen als „absolut rücksichtslos“ und kündigte an, weitere Flugzeuge und Luftabwehrsysteme an der Ostflanke zu stationieren.

Zudem sagte Standerski, dass in den vergangenen zwölf Monaten in der Nähe von Kaliningrad, dem zu Russland gehörenden Gebiet zwischen Polen und Litauen, bis zu 30 gezielte Störungen des GPS-Navigationssignals registriert wurden. Westliche Geheimdienste würden Russland zudem dafür verantwortlich machen, im März 2024 das GPS-Signal eines Flugzeugs, in dem der damalige britische Verteidigungsminister Grant Shapps mitflog, blockiert zu haben.

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