Definition Product Lifecycle Management | Produktlebenszyklusmanagement | PLM Was ist Product Lifecycle Management?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 4 min Lesedauer

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Product Lifecycle Management ist ein Managementansatz zur Verwaltung eines Produkt über die gesamte Lebensdauer von der Entwicklung über die Herstellung, den Vertrieb und die Wartung bis zur Entsorgung. Wichtige Ziele des PLM sind die Optimierung von Prozessen und die Verbesserung der Produktqualität.

Unter Product Lifecycle Management (PLM) versteht man die Verwaltung eines Produkts über seine gesamte Lebensdauer.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Unter Product Lifecycle Management (PLM) versteht man die Verwaltung eines Produkts über seine gesamte Lebensdauer.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die deutsche Übersetzung für Product Lifecycle Management (PLM) lautet Produkt­lebens­zyklus­manage­ment. Beim PLM handelt es sich um einen integrierten Managementansatz zur Verwaltung eines Produkts über die gesamte Lebensdauer. Das umfasst sämtliche Lebenszyklusphasen von der Entwicklung über die Herstellung und den Vertrieb bis zur Wartung und Entsorgung. In diesen Phasen sammelt und verwaltet das PLM sämtliche anfallenden produktbezogenen Informationen und Daten und integriert sie in die Geschäftsprozesse. Durch ein umfassendes Management der Daten lassen sich Prozesse optimieren, die Qualität der Produkte steigern und die Zusammenarbeit intern wie extern verbessern.

PLM unterstützt zum Beispiel das Workflowmanagement, Änderungsmanagement, Ersatzteilmanagement, Updatemanagement, Supportmanagement und die verschiedenen Produktentwicklungsprozesse. Entstanden ist das Product Lifecycle Management aus dem Produktdatenmanagement (PDM), das sich rein auf die Erfassung und Organisation von Produktdaten konzentriert.

Das Produkt­lebens­zyklus­manage­ment umfasst verschiedene technische und organisatorische Prozesse, Methoden, Maßnahmen und Strukturen. Sie müssen jeweils unternehmensspezifisch umgesetzt werden. Das PLM ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie und wird von der Managementebene verantwortet. Üblicherweise kommen Softwarelösungen zur Umsetzung und Durchführung des Produkt­lebens­zyklus­manage­ments zum Einsatz.

Die verschiedenen Phasen eines Produkt­lebens­zyklus

Der Lebenszyklus eines Produkts lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen. Die genaue Benennung und Anzahl der Phasen kann sich je nach Einteilungskonzept unterscheiden. In der Regel umfasst ein Produkt­lebens­zyklus diese grundsätzlichen Phasen:

  • Konzeptionsphase
  • Entwicklungs- und Designphase
  • Fertigungsphase
  • Vermarktungs- und Vertriebsphase
  • Service- und Supportphase
  • Entsorgungsphase

In der Konzeptionsphase werden erste Ideen entwickelt und die grundsätzlichen Anforderungen an das Produkt definiert. Es schließt sich die Entwicklungsphase an, in der das Design und ein detaillierter Entwurf des Produkts entstehen. In dieser Phase werden auch erste Prototypen entwickelt und erprobt. Die Fertigungsphase richtet den Herstellungsprozess für ein marktreifes Produkt ein, beschafft und managt über Lieferanten die benötigten Materialien und Teile, produziert das Produkt und führt Qualitätskontrollen durch. In der Vermarktungs- und Vertriebsphase wird das Produkt am Markt eingeführt und vertrieben. Dazu gehören die Preisgestaltung, Marketingkonzepte, die Einrichtung der Logistik und der Verkauf der Produkte. Die Service- und Supportphase leistet den Kundensupport für ein Produkt. Dazu gehören Leistungen wie Installationen, Wartungen, Reparaturen, Updates, Garantiefälle oder Rücknahmen. Die letzte Lebensphase eines Produkts ist die Entsorgungsphase. Sie definiert die Rücknahme eines Produkts vom Markt, regelt Entsorgung oder Recycling und stößt die Entwicklung und Einführung neuer, verbesserter Produkte an.

Funktionen des Produkt­lebenszyklus­manage­ments

Die Funktionsgrundlage für das Product Lifecycle Management stellt das Sammeln und Organisieren der Daten und Informationen über Produkte und den mit diesem verbundenen Prozessen dar. Die gesammelten Daten und Informationen lassen sich auswerten und in die verschiedenen Managementprozesse integrieren. Dadurch unterstützt und realisiert das PLM Funktionen wie:

  • Anforderungsmanagement
  • kollaborative Produktentwicklung
  • Stücklistenverwaltung
  • Dokumentenverwaltung
  • Releasemanagement
  • Change- und Updateverwaltung
  • Management der Produktionsprozesse
  • Management der Service-, Support- und Wartungsprozesse
  • Materialmanagement
  • Lieferkettenmanagement
  • Qualitätsmanagement
  • und einige mehr

Softwarelösungen für das Product Lifecycle Management und Abgrenzung zur ERP-Software

Das Product Lifecycle Management über manuelle oder halbmanuelle Prozesse umzusetzen, ist arbeitsintensiv und in einem komplexen Produktumfeld kaum zu leisten. In der Regel kommen softwarebasierte Lösungen für das PLM zum Einsatz, mit denen sich viele produktbezogene Verwaltungsaufgaben automatisieren lassen. Zudem sorgen die Softwarelösungen für die Integration der Daten und Informationen in die Prozesse der verschiedenen Geschäfts- und Unternehmensbereiche. Bei den softwarebasierten PLM-Systemen handelt es sich um ganzheitliche Lösungen, die sich flexibel an produkt- oder unternehmensspezifische Anforderungen anpassen lassen. Grundfunktionen der PLM-Systeme sind das Sammeln, Speichern und Aktualisieren von Produktdaten in einer umfassenden Datenbank oder einem Data Warehouse, intelligente Analyse- und Verknüpfungsfunktionen für die gesammelten Daten, Integrationsfunktionen und -schnittstellen zu anderen Systemen, Reportingfunktionen und der Echtzeitzugriff auf alle relevanten Daten, Analyseergebnisse und Prozessinformationen.

Die Funktionen eines PLM-Systems weisen Überschneidungen mit denen von ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning) auf. Dennoch handelt es sich um unterschiedliche Konzepte. Enterprise Resource Planning arbeitet nicht produktbezogen, sondern hat die Planung, Steuerung und Verwaltung aller unternehmerischen Bereiche und Aufgaben im Fokus. Dementsprechend bieten ERP-Systeme Funktionen für die Planung, Steuerung und Verwaltung des Personals, der Finanzen, der Betriebsmittel, der Informationstechnik und anderer Ressourcen. ERP-Systeme lassen sich zwar für das Erfassen und die Weiterverarbeitung von produktbezogenen Daten einsetzen, sie integrieren aber nicht die Verwaltung aller Phasen eines Produkt­lebens­zyklus und sämtlicher Prozesse dieser Phasen.

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Vorteile durch das Product Lifecycle Management

Das Product Lifecycle Management bietet einem Unternehmen eine Vielzahl an Vorteilen. Es optimiert die Produktprozesse aller Lebenszyklusphasen, erhöht die Transparenz der Prozesse, sorgt für eine höhere Produktqualität, verbessert die Zusammenarbeit und Kommunikation intern wie extern und steigert die Kundenzufriedenheit. Die Effizienz und Effektivität der Entwicklung, der Fertigung, des Vertriebs, des Supports und der Entsorgung steigen. In allen Phasen des Produkt­lebens­zyklus lassen sich Kosten senken. Darüber hinaus ermöglicht das PLM eine bessere Projektabwicklung und verkürzt Markteinführungszeiten. Auch die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben oder Compliance-Richtlinien lässt sich dank der Rückverfolgbarkeit aller produktbezogenen Daten und Informationen sicherstellen. Das Product Lifecycle Management unterstützt zudem das Konzept des digitalen Zwillings. Als wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie leistet das PLM wertvolle Hilfe bei Entscheidungsprozessen und trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern und den Unternehmenserfolg zu steigern.

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