Operation seit einem Jahr vorbereitet Nach Flugausfällen sprechen Hacker und Kreml von Angriff

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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In Moskau sind nach einem mutmaßlichen Angriff proukrainischer Hacker­gruppen Dutzende Flüge ausgefallen. Die staatliche russische Flug­gesell­schaft Aeroflot sprach zunächst von etwa 60 gestrichenen Flügen am Airport Scheremetjewo und gab eine Störung der IT-Systeme als Grund dafür an.

Bei einem mutmaßlichen Cyberangriff auf die Fluggesellschaft Aeroflot seien proukrainische Hacker in der Lage gewesen, die gesamte IT-Infrastruktur unter ihre Kontrolle zu bringen und 7.000 Server zu zerstören.(Bild:  putilov_denis - stock.adobe.com)
Bei einem mutmaßlichen Cyberangriff auf die Fluggesellschaft Aeroflot seien proukrainische Hacker in der Lage gewesen, die gesamte IT-Infrastruktur unter ihre Kontrolle zu bringen und 7.000 Server zu zerstören.
(Bild: putilov_denis - stock.adobe.com)

Nach einem mutmaßlichen Cyberangriff arbeiteten Experten der Fluggesellschaft Aeroflot daran, die Server wiederherzustellen, um den planmäßigen Flugverkehr wieder aufzunehmen. Rund 60 Flüge wurden am Flughafen Scheremetjewo gestrichen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von alarmierenden Nachrichten. „Die Bedrohung durch Hacker ist eine Gefahr, die es für alle großen Unternehmen gibt, die der Bevölkerung dienen“, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Proukrainische Hacker der Gruppen Silent Crow und Cyberpartisanen BY teilten mit, sie hätten eine seit einem Jahr vorbereitete Operation gegen Aeroflot ausgeführt. Die russische General­staatsanwaltschaft leitete ein Strafverfahren ein wegen illegalen Eindringens in die Computersysteme.

IT-Systeme zerstört und Daten abgefangen

Auch ukrainische Medien zitierten aus Mitteilungen der Hacker, die demnach einen „stra­te­gischen Schlag“ gegen Russlands größte Airline für sich reklamierten. Die gesamte IT-In­fra­struktur sei unter ihre Kontrolle gebracht, 7.000 Server seien zerstört worden.

Es seien zwölf Terabyte an Daten gesammelt worden. Für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB und andere Stellen der Cybersicherheit Moskaus sei dies eine Botschaft, dass sie nicht in der Lage seien, die Schlüssel-IT-Infrastruktur zu schützen.

Störungen immer wieder auch durch ukrainische Drohnen

Passagiere, die in die Ferien fliegen wollten, saßen auf dem Flughafen Scheremetjewo fest und wurden gebeten, Anzeigen auf den Reisetableaus zu verfolgen. Hunderte mussten ihr Gepäck wieder in Empfang nehmen und den Flughafen verlassen. Betroffen waren Inlands- und Auslandsflüge.

Schon in den vergangenen Wochen gab es immer wieder Einschränkungen im russischen Flugverkehr, darunter auch auf den anderen Moskauer Hauptstadtflughäfen Domodedowo, Wnukowo und Schukowski. Grund dafür waren die Gefahr durch ukrainische Drohnenangriffe. Die Fluggesellschaften beklagten massive Einbußen durch die häufigen Sperrungen des Luftraums.

In der Ukraine wiederum sind schon seit mehr als drei Jahren wegen des russischen An­griffs­krieges keine Passagierflüge mehr möglich. Ukrainische Kommentatoren schrieben, dass nun auch die Russen merkten, wie es ist, nicht mehr in die Ferien fliegen zu können.

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