Sicherheitsforscher melden eine RCE-Sicherheitslücke in „react-native-community/cli“. Über exponierte HTTP-Endpunkte des Metro-Servers können Angreifer aus der Ferne Betriebssystembefehle auslösen. Betroffen ist die weit verbreitete React-Native-Entwicklungsumgebung.
Das JFrog Security Research Team bewertet CVE-2025-11953 in der React-Native-Entwicklungsumgebung mit einem CVSS-Basiswert von 9,8 und warnt vor Remote-Code-Ausführung über den Metro-Entwicklungsserver.
Das JFrog Security Research Team hat in der Entwicklungsumgebung React Native von Meta eine kritische Schwachstelle entdeckt. CVE-2025-11953 betrifft das Kommandozeilenwerkzeug „react-native-community/cli“. Das Paket gehört zu den zentralen Bausteinen des React-Native-Ökosystems und verzeichnet rund zwei Millionen Downloads pro Woche. Die Sicherheitslücke erhält im Common Vulnerability Scoring System, CVSS, einen Basiswert von 9,8.
Alle Betriebssysteme betroffen, aber unterschiedlich
Angreifer ohne Authentifizierung können beliebige Betriebssystembefehle auf Rechnern ausführen, auf denen der Entwicklungsserver der React-Native-CLI läuft. Grundlage ist der von der CLI gestartete Metro-Server. Er bietet einen HTTP-Endpunkt „open-url“ an, der eine URL aus dem „JSON-POST-Body“ liest und unverändert an die Funktion „open“ des „npm“-Pakets open weitergibt.
Unter Windows führt ein Aufruf wie „open(url)“ dazu, dass „cmd“ mit den Argumenten für den „start“-Befehl startet. JFrog demonstriert dies unter anderem mit dem Aufruf von „calc.exe“ und mit einer Nutzlast, die über „cmd /c“ eine Datei auf dem System anlegt. Damit sei laut Forscherteam der Nachweis für die Ausführung beliebiger Befehle erbracht.
Unter macOS und Linux ruft die Bibliothek stattdessen „open“ oder „xdg-open“ auf, ohne Shell und mit anderer Argumentsemantik. Das erschwert klassische Befehlsinjektion, ermöglicht jedoch weiterhin die Ausführung beliebiger ausführbarer Dateien, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. JFrog hält vollständige Befehlsausführung auf Unix-ähnlichen Systemen mit zusätzlicher Forschung für möglich.
Falsche Server-Bindung öffnet den Entwicklungsport ins Netz
Die Untersuchung zeigt, warum der verwundbare Endpunkt überhaupt von außen erreichbar ist. Der „runServer“-Code der CLI erzeugt zwar eine Variable für den Hostnamen, die standardmäßig auf „localhost“ gesetzt ist. An „Metro.runServer“ wird aber „args.host“ übergeben, das standardmäßig nicht belegt ist.
Metro ruft am Ende „httpServer.listen“ mit einem nicht gesetzten Host-Argument auf. „Node.js“ bindet in diesem Fall an die unbestimmte IPv6-Adresse, also an die Adresse mit zwei Doppelpunkten, oder an die IPv4-Adresse 0.0.0.0. In der Praxis meldet der Server zwar „Starting dev server on http://localhost:8081“, lauscht aber an 0.0.0.0 sowie an der IPv6-Adresse und ist damit aus externen Netzen erreichbar. Entwicklungsendpunkte wie „open-url“ werden so für Angreifer freigelegt. Die Kombination aus dieser Bindung und der unsicheren Übergabe der URL an die „open“-Funktion macht die Remote-Ausnutzung von CVE-2025-11953 möglich.
Wer ist betroffen?
Gefährdet sind Entwickler, die ihr React-Native-Projekt mit einer verwundbaren Version von „@react-native-community/cli“ initialisiert haben und den Metro-Entwicklungsserver mit Befehlen wie „npm start“, „npm run start“, „android“, „ios“, „windows“ oder „macos“ starten, ebenso mit „npx react-native“ oder „npx @react-native-community/cli“ mit denselben Parametern.
Die Schwachstelle steckt im Paket „@react-native-community/cli-server-api“ in den Versionen 4.8.0 bis 20.0.0-alpha.2 und wurde in Version 20.0.0 behoben. Nicht jede Umgebung mit installierter Bibliothek ist automatisch betroffen, etwa wenn ein Framework keinen Metro-Server verwendet.
Update und Workarounds
JFrog empfiehlt, „@react-native-community/cli-server-api“ auf Version 20.0.0 oder höher zu aktualisieren. Die Korrektur für CVE-2025-11953 ist ab dieser Version enthalten. Entwickler sollten prüfen, ob das Paket im Projektverzeichnis oder global in einer verwundbaren Version vorliegt.
Wenn ein Update nicht sofort möglich ist, sollte der Entwicklungsserver explizit an die Localhost-Schnittstelle gebunden werden. Das Starten mit dem Flag „--host 127.0.0.1“ reduziert die Angriffsfläche, indem der Zugriff aus externen Netzen eingeschränkt wird.
Der Vorfall zeigt, wie schnell sich Remote-Code-Ausführung aus der Kombination von unsanierten Benutzereingaben und Funktionen auf Systemebene ergeben kann, und das selbst in Entwicklungstools. JFrog verweist auf sichere Codierungspraktiken und automatisierte Sicherheitsscans. Werkzeuge für „Static Application Security Testing“ können Datenflüsse von Benutzereingaben bis zu unsicheren Funktionsaufrufen sichtbar machen und solche Schwachstellen bereits in der Entwicklungsumgebung aufdecken.
Stand: 08.12.2025
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