Unternehmen vernachlässigen den Schutz vor Insider-Threats Security-Studie zu Datenmissbrauch und Mitarbeiter-Kontrolle

Redakteur: Stephan Augsten

Gerade einmal jedes vierte Unternehmen schützt seine Daten ausreichend gegen Missbrauch durch die eigenen Angestellten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Business-Security-Experten Comco. Zwar ist vielen Befragten dieses Problem bekannt. Dennoch hält mehr als die Hälfte es für sehr schwierig, potenzielle interne Gefahren zu unterbinden.

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Nur wenige Unternehmen sichern sich adäquat gegen interne Gefahren ab.
Nur wenige Unternehmen sichern sich adäquat gegen interne Gefahren ab.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mehrheitlich gestehen die Umfrageteilnehmer gegenüber der Comco ein, dass sie mit internen Sicherheitsbedrohungen zu lässig umgehen und keine wirksamen Lösungen kennen. Außerdem führen zwei von fünf Unternehmen an, eine zu intensive Kontrolle der Mitarbeiter würde der Firmenkultur widersprechen.

Dabei handelt es sich allerdings nur ein Alibi-Argument glaubt Udo Kalinna, Vorstandsvorsitzender der Comco AG. Bei Zugangskontrollen zum Firmengelände oder zu sensiblen Unternehmensbereichen sei die Überwachungsfrage zu Recht nie diskutiert worden. „Warum also sollte sie beim digitalen Schutz einen Hinderungsgrund für Maßnahmen darstellen“, fragt sich Kalinna.

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Viel zu lange hätten sich Unternehmen nur mit Bedrohungen von außen beschäftigt, glaubt Kalinna. Dabei sei das Thema Wirtschaftsspionage keineswegs neu sondern lediglich vernachlässigt worden, kritisiert er: „Die Notwendigkeiten sind zwar erkannt worden, aber diese Einsicht bleibt häufig unverbindlich und mündet noch zu selten in ein konsequentes Handeln“.

Unternehmen gestehen Security-Nachholbedarf ein

Noch nicht einmal ein Viertel der 324 befragten Unternehmen schätzt die internen Security-Verhältnisse als optimal oder wenigstens zufriedenstellend ein. Demgegenüber bewerten 77 Prozent die interne Sicherheit als teilweise oder überwiegend unzureichend.

Begründet wird dies in rund 60 Prozent der Fälle mit nur notdürftiger Kenntnis entsprechender Lösungen, fehlenden Ressourcen aufgrund anderer Projektprioritäten und der zu lässigen Problembehandlung. Auch finanzielle Engpässe spielen für knapp die Hälfte der Befragten eine Rolle.

Comco-Vorstand Kalinna will die Einwände nicht gelten lassen und fordert die Unternehmen zum Handeln auf: „Notwendig sind Security-Lösungen, die interne Angriffe schon im Ansatz erkennen und abwehren, noch bevor ein Schaden entsteht“.

Im Rahmen der Studie hat Comco insgesamt 324 mittlere und große Unternehmen mit einem Umsatz von über 50 Millionen Euro befragt.

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