Drittanbieter-Tokens gestohlen Shiny Hunters erpressen Rockstar Games nach Snowflake-Breach

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Kunden vom Softwareanbieter Snowflake wurden durch einen Sicherheitsvorfall bei dessen Zulieferer Anodot kompromittiert. Die Hacker von Shiny Hunters beanspruchen den Angriff für sich und beginnen erste Erpressungsversuche.

Indem sie beim SaaS-Anbieter Anodot eindrangen und Authentifizierungs-Token stahlen, konnten Cyberkriminelle unbemerkt auf die Snowflake-Cloud-Umgebungen zahlreicher Kunden zugreifen, um Daten zu exfiltrieren und die betroffenen Unternehmen zu erpressen.(Bild:  Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Indem sie beim SaaS-Anbieter Anodot eindrangen und Authentifizierungs-Token stahlen, konnten Cyberkriminelle unbemerkt auf die Snowflake-Cloud-Umgebungen zahlreicher Kunden zugreifen, um Daten zu exfiltrieren und die betroffenen Unternehmen zu erpressen.
(Bild: Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Anodot, Anbieter einer KI-gestützten SaaS-Plattform für das Business Monitoring und Ano­malieerkennung, wurde Anfang April 2026 Opfer eines Cyberangriffs, bei dem Angreifer Authentifizierungs-Token stehlen konnten. Ein Dutzend Unternehmen, die die Plattform einsetzen, waren davon betroffen, vor allem aber traf es das Unternehmen Snowflake und Kunden seiner Cloud-Datenplattform hart. Dies lag daran, dass die Angreifer entwendeten Token nutzten, um sich als legitime Anodot‑Verbindungen gegenüber zahlreichen Snow­flake‑Kundenumgebungen auszugeben und dort per regulären Abfragen Daten zu exfiltrieren. Gegenüber Bleeping Computer bestätigte Snowflake den Vorfall und dass eine kleine Anzahl von Kunden betroffen sei, es habe allerdings keine Ausnutzung einer Sicherheits­lücke oder eine Kompromittierung bei Snowflake direkt gegeben.

Shiny Hunters erpresst zahlreiche Unternehmen

Der Vorfall bei Anodot trug sich am 4. April 2026 zu. Alle Konnektoren in allen geografischen Regionen waren ausgefallen, darunter Snowflake, S3 und Amazon Kinesis. Daraufhin war der Anbieter nicht in der Lage, Daten zu sammeln und Anomalien zu erkennen sowie Warnungen zu versenden. Am 14. April informierte der Hersteller, dass die Probleme behoben sind. Doch während Anodot seinen Geschäftsbetrieb weiterführen kann, kommen auf andere Unter­neh­men nun Schwierigkeiten zu.

Die Hackergruppe Shiny Hunters hat den Cyberangriff für sich beansprucht. Die Akteure hätten bereits am 3. April damit begonnen, mithilfe der gestohlenen Authentifizierungs‑Token Kun­den­daten, vor allem aus Snowflake-Kundenumgebungen, exfiltriert zu haben. Die Gruppe habe angedeutet, möglicherweise schon länger Zugriff auf Anodot-Systeme gehabt zu haben. Laut Bleeping Computer seien zahlreiche weitere Unternehmen zu Erpressungsopfern von Shiny Hunters geworden, doch ohne Bestätigung würden diese nicht genannt werden.

Wie Hackread jedoch berichtet, zähle der Videospielehersteller Rockstar Games zu den Betroffenen. Shiny Hunters hatten angedroht, die über den Anodot-Hack erlangten Snowflake-Daten von Rockstar am 14. April zu veröffentlichen, wenn die Lösegeldforderung nicht erfüllt werde. Der Games-Hersteller habe den Vorfall bestätigt, jedoch keine Angaben gemacht, ob die Lösegeldsumme bezahlt wurde.

Anfang März dieses Jahres behauptete ShinyHunters, Daten von über 400 Unternehmen aus Salesforce-Umgebungen erlangt zu haben. Seitdem habe die Gruppe Daten von 26 dieser Orga­nisationen veröffentlicht und ihre Behauptungen damit teilweise untermauert. Zwar sind dies zwei unabhängige Vorfälle, sie zeigen jedoch, wie aggressiv die Akteure vorgehen.

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