Datenschutz- und Sicherheitsbedenken Signal Messenger sichert Nutzer gegen Windows Recall ab

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Trotz heftiger Kritik rollt Microsoft sukzessive die Funktion Recall unter Windows 11 Version 24H2 aus, die alle paar Sekunden Auf­nahmen des Bildschirms macht. Der Messenger-Dienst Signal wehrt sich, indem er in seine neue Funktion einen Trick einbaut, der seine Kunden schützt.

Mit einer Schutzfunktion in Version 7.55 seines Messengers, wehrt sich Signal gegen die Recall von Microsoft.(Bild:  alphaspirit - stock.adobe.com)
Mit einer Schutzfunktion in Version 7.55 seines Messengers, wehrt sich Signal gegen die Recall von Microsoft.
(Bild: alphaspirit - stock.adobe.com)

Mit dem Update von Windows 11 auf Version 24H2 hat Microsoft die Funktion „Recall“ eingeführt. Diese soll dem Zurückverfolgen einzelner Schritte dienen, indem alle paar Sekunden Screenshots von aktiven Fenstern aufgenommen werden. Diese werden lokal gespeichert und eine KI ermöglicht dann das Durchsuchen der Bilder. Trotz heftiger Kritik wird Recall seit dem 25. April 2025 für 24H2-Geräte schrittweise ausgerollt. Das stört auch den Messenger-Dienst Signal der Signal Foundation, der seinen Nutzern eine Funktion anbietet, um sich vor möglichen Risiken zu schützen.

Kritik an Recall

Nachdem Microsoft mit dieser Ankündigung im Mai 2024 harsche Kritik erfuhr, ruderte der Hersteller etwas zurück. Wie die Deutsche Presseagentur berichtete, warnten einige KI-Sicherheitsforscher vor einem Datenschutz-Desaster. Sie waren zu dem Schluss gekommen, dass unter Umständen auch Cyberangreifer auf die Listen der gespeicherten Screenshots zugreifen könnten. Microsoft hatte daraufhin eine bessere Absicherung der Recall-Daten angekündigt. Außerdem wurde umgesetzt, dass das Feature bei der Einrichtung des PCs nicht mehr standardmäßig eingeschaltet ist, sondern Nutzer es erst selbst aktivieren müssen.

Auch das Kommunikations-, Informations- und Medienzentrum (KIM) der Universität Hohenheim warnte bereits vor Datenschutz- und Sicherheitsrisiken von Recall:

  • Recall erstellt regelmäßig Screenshots aktiver Fenster, die vertrauliche oder sensible Informationen enthalten können, wie Passwörter, private Chats oder Finanzdaten. Zwar ist die Funktion standardmäßig deaktivierte, könnte aber bei Unachtsamkeit des Nutzers dazu führen, dass ungewollt Aufnahmen gemacht werden.
  • Screenshots von vertraulichen Dateien oder Anwendungen könnten von Personen eingesehen werden, die Zugriff auf das Gerät erhalten.
  • Werden Screenshots und Aktivitätsdaten in der Cloud synchronisiert, sind sie potenziell anfälliger für Zugriffe von Dritten.
  • Ein Angreifer könnte gezielt nach Recall-Daten suchen, um sensible Informationen wie Login-Daten oder vertrauliche Inhalte auszuspähen.

Signals Lösung

Als Reaktion auf die Einführung von Recall führt die Signal Foundation für ihren gleichnamigen Messenger eine Funktion ein, die Kunden, die die Desktop-Anwendung unter Windows nutzen, einen Schutz vor Bildschirmaufnahmen bietet. Mit der neuen Version 7.55 von Signal wird so standardmäßig verhindert, dass Inhalte des Signal-Fensters von Recall gespeichert werden. Hierfür bedient sich Signal eigenen Angaben zufolge einer Windows-Funktion, die eigentlich dafür gedacht ist, Copyright-geschützte Inhalte vor Screenshots zu bewahren.

Mit der Einführung der Schutzfunktion äußert Signal auch harsche Kritik an Microsoft. Dass der Hersteller für Entwickler keine expliziten Möglichkeiten biete, um die eigenen Apps zum Vorteil des Datenschutzes von den Screenshots auszunehmen sei „ein eklatantes Versäumnis, das unsere Möglichkeiten einschränkt“, sagt Joshua Lund von Signal in einem Blog-Beitrag. „Betriebssystemanbieter, insbesondere diejenigen, die KI-Agenten bereitstellen, müssen sicherstellen, dass die Entwickler von Apps wie Signal stets über die notwendigen Tools und Optionen verfügen, um KI-Systemen auf Betriebssystemebene den Zugriff auf vertrauliche Informationen in ihren Apps zu verweigern.“ Signal selbst betreibt seine Software quelloffen. So ist der Quellcode öffentlich zugänglich und kann von Interessenten eingesehen und geprüft werden. Mit Open Source soll verhindert werden, dass Hersteller Hintertüren in ihre Software einbauen.

Recall in Windows deaktivieren

Recall ist für Copilot+ PCs mit Windows 11 24H2 ab 25. April 2025 verfügbar. Microsoft will die Funktion in der EU allerdings erst später ausrollen, wobei die genauen Zeitpunkte variieren können. So können Sie überprüfen, ob Recall aktiviert ist, und es deaktivieren:

  • 1. Mit einem Rechtsklick auf den Startbutton klicken und „Terminal (Administrator)“ beziehungsweise „Windows PowerShell (Administrator)“ auswählen. Melden Sie sich gegebenenfalls als Administrator an und bestätigen Sie.
  • 2. Im Terminal beziehungweise in der PowerShell geben Sie den Befehl „DISM /Online /Get-FeatureInfo /FeatureName:Recall“ ein drücken Enter.
  • 3. Falls neben dem „Status“ der Eintrag „Aktiviert“ steht, ist die Recall-Funktion aktiv. In diesem Fall können Sie die Recall durch den Befehl „DISM /Online /Disable-Feature /FeatureName:Recall“ ausschalten.

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