Eine unheimliche Vorstellung: Kameras überwachen einen beim Schlafen, im Bad und in den intimsten Momenten. Zum Glück gibt es Geräte, mit denen sich Kameras aufspüren lassen. White-Hat-Hacker Kody Kinzie hat eines getestet und verrät, ob Gratis-Software eine Alternative sein kann.
White-Hat-Hacker Kody Kinzie gibt Tipps zum Schutz der Privatsphäre vor audiovisueller Überwachung.
(Bild: Varonis)
In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Berichten, dass Gäste in Airbnb-Apartments heimlich gefilmt wurden, u.a. in Cork (Irland), Toronto (Kanada) und San Diego (USA). Aber auch in Hotelzimmern und neu bezogenen Wohnungen kann man vor unerwünschter Überwachung nicht sicher sein. So wurden 2019 in Südkorea vier Männer festgenommen, die über Monate heimlich 1.600 Hotelgäste gefilmt und die Aufnahmen live gestreamt haben sollen.
„In den letzten zehn Jahren sind Kameras immer kleiner und günstiger geworden und wurden auch qualitativ immer besser. Leider sind damit auch Spionagekameras immer billiger und einfacher zu erwerben“, erklärt White-Hat-Hacker Kody Kinzie. „Glücklicherweise gibt es aber auch Detektoren, die solche Geräte aufspüren können. Da die gängigsten Überwachungskameras über Wi-Fi kommunizieren, sollte aber auch eine Paketüberwachungssoftware wie Wireshark in der Lage sein, das Vorhandensein einer Kamera aufzuspüren.“
Im Test: K-18-Multifunktions-Anti-Spy-Detektor vs. Wireshark
Aus dem breiten Angebot an Detektoren wurde ein mittelpreisiges Gerät für rund 50 Euro ausgewählt. Der K-18-Detektor verfügt über sechs LEDs, die durch Reflexion beim Auffinden von Linsen helfen sollen. In Anbetracht der geringen Größe der Linsen von modernen Spionagekameras ist es jedoch schwierig, die richtige Position zu finden, um tatsächlich eine Reflexion in der Linse zu verursachen. Der Radiofrequenzdetektor des Geräts ist regelbar, um Funksignale der Kameras zu identifizieren. Im Praxistest zeigte sich, dass das beleuchtete Feld sehr klein ist, weshalb das Aufspüren per Reflexion eher unwahrscheinlich ist. Gleichzeitig spürt der Frequenzdetektor zahlreiche legitime Quellen wie Wi-Fi-Router auf, was zu vielen Falschalarmen führt. Insbesondere bei versteckten Kameras in oder nahe bei Steckdosen kann es hier zu Problemen kommen. Im Test wurden verschiedene potenzielle Standorte aufgespürt, darunter auch die tatsächliche Kamera.
„Mit der kostenlosen Software Wireshark ist es möglich, Wi-Fi-Signale von Kameras aufzuspüren, die gestreamten Bilder abzufangen und den Standort anhand der Signalstärke zu identifizieren“, so Kinzie. „Wie alle Wi-Fi-Geräte verfügen auch Überwachungskameras über MAC-Adressen. Programme wie Wireshark analysieren diese live und zeigen den Hersteller auf dem Bildschirm an. Auf diese Weise lassen sich auffällige Geräte erkennen. Hierbei sollte man vor allem nach Wi-Fi-Geräten mit MAC-Adressen von preiswerten Kameraherstellern wie Espressif, Nest oder Ring suchen. Alternativ kann man auch bekannte Geräte identifizieren und eines nach dem anderen eliminieren, bis nur noch ein unbekanntes oder verdächtiges Gerät übrig ist.“
Wireshark kann die Signalstärke des entsprechenden Geräts grafisch darstellen. Bewegt man sich nun mit seinem Laptop durch den Raum, ändert sich diese und man kann so den Ort mit dem größten Ausschlag finden. Sind die Einstellungen der Software erst mal vorgenommen, gelingt dies im Praxistest recht schnell. Hieran zeigen sich recht deutlich die Vor-, aber auch Nachteile von Wireshark, wie Kilian Englert, Director of Field Engagement des Datensicherheits-Spezialisten Varonis, erläutert: „Wireshark ist sehr effektiv, da es in der Lage ist, den Datenverkehr auf mehreren Ebenen zu analysieren, vom DNS-Verkehr bis hin zur verdächtigen Kommunikation von Wi-Fi-Geräten. Dadurch ist die Software in der Lage, weit mehr Geräte aufzuspüren als übliche Detektoren. Gleichzeitig ist Wireshark jedoch etwas kompliziert in der Anwendung und setzt ein gewisses Know-how voraus.“ Ähnlich sieht es auch Kody Kinzie: „Die Frage nach dem besten Tool lässt sich nicht so einfach beantworten. Der Spy-Detektor kann Kameras finden, auch wenn sie nicht mit dem WLAN verbunden sind. Aber Wireshark ist in der Lage, nach verdächtigem Datenverkehr zu suchen und kann Kameras ausfindig machen, die sonst in zufälligen Funkstörungen verloren gehen würden. Da Wireshark kostenlos ist, sollte es meiner Meinung nach die erste Wahl sein.“
Weitere Tipps zum Aufspüren von Kameras
Darüber hinaus eignen sich auch Mobiltelefone zum Aufspüren von Kameras. So kann man beispielsweise mit der eingebauten Taschenlampe nach Reflexionen von Linsen suchen. Dies klappt am besten bei abgedunkelten Räumen. Mittlerweile sind auch einige Smartphones in der Lage, Infrarot darzustellen, das auch von vielen Überwachungskameras genutzt wird. Auf diese Weise lassen sich verdächtige Quellen der Infrarotstrahlung lokalisieren.
Stand: 08.12.2025
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Was man mit gefundenen Überwachungskameras tun sollte
Hat man nun tatsächlich eine widerrechtlich installierte Kamera gefunden, ist oft der erste Impuls, diese zu zerstören. Genau das sollte man allerdings nicht tun: „Diese Kameras sind nicht nur widerlich, sondern können ein schweres Verbrechen darstellen, wenn sie an einem Ort wie der Umkleidekabine, einer Toilette oder an einem anderen Ort angebracht sind, für den keine Erlaubnis vorliegt. Wenn man also eine findet, sollten man sie unbedingt aufbewahren. Hierzu sollte sie zunächst – möglichst ohne Fingerabdrücke zu hinterlassen – deaktiviert und in einem nächsten Schritt die Polizei verständigt werden.“ Darüber hinaus sollte unbedingt der Veranstalter oder das Hotelmanagement informiert werden.