Moderne Videoüberwachung

Solar IP-Kameras als bessere Alternative zu CCTV

| Autor / Redakteur: Stewart Haston / Peter Schmitz

Solarbetriebene IP-Kameras sind die ideale Monitoring-Lösung, insbesondere im Außenbereich. Im Vergleich zu alten CCTV-Systemen bieten sie viele praktische Funktionen und eine bessere Energieeffizienz.
Solarbetriebene IP-Kameras sind die ideale Monitoring-Lösung, insbesondere im Außenbereich. Im Vergleich zu alten CCTV-Systemen bieten sie viele praktische Funktionen und eine bessere Energieeffizienz. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die Zeiten schwerfälliger analoger Sicherheits­kameras sind vorbei. Im Vergleich zu alten CCTV-Systemen bieten moderne Geräte eine Fülle an praktischen Funktionen sowie eine bessere Qualität und Energieeffizienz. Tatsächlich ist bei einigen modernen Kameras nicht einfach nur die Übertragung drahtlos, sondern auch die Stromversorgung. Dies macht sie ideal für die Außen- und Fernüberwachung.

Dank technologischer Weiterentwicklungen sind die Kameras zudem erschwinglicher geworden. Bereits in niedrigeren Preissegmenten bieten die Systeme Full-HD-Auflösungen mit 1980 x 1080 Pixel sowie Funktionen wie Infrarot-Nachsicht. Diese Funktionen waren zwar bereits mit CCTV-Systemen möglich, doch waren die eingesetzten Kompressionstechniken überaus ineffizient, sodass für die Datenübertragung eine Kabelverbindung benötigt wurde. Dank der Verwendung einer H.264-Videokomprimierungs-Engine können intelligente Sicherheitskameras von heute Daten kabellos an den Empfänger übertragen.

Diese „Unabhängigkeit“ ermöglicht es Nutzern, die Systeme an den für sie optimalen Standorten zu installieren und steigert die Zuverlässigkeit, da die Aufnahmen selbst bei einem Stromausfall nicht beeinträchtigt bzw. entsprechend gesichert werden. Kameras der neuesten Generation verfügen zudem über Funktionen wie Gesichts- und Objekterkennung und werden trotzdem dank neuster KI-Technologien nicht nur genauer, sondern auch erschwinglicher. Aktuelle Systeme sind so in der Lage auf Basis entsprechender Algorithmen Lebewesen und Objekte automatisch zu identifizieren und zu unterscheiden. Dies minimiert die Anzahl falscher Alarme und steigert so die Effizienz. Die Anwendungen für diese Technologie reichen von Next-Gen-CCTV-Arrays bis hin zum Bau von Zugangskontroll- und Kundenbindungssystemen. Derartige Kameras werden momentan vor allem in drei Bereichen eingesetzt:

Einsatz im Smart Home

Der Einsatz von Kameras im intelligenten Eigenheim nimmt stetig zu – sowohl im Außen- als auch im Innenbereich. Die Nutzung von Kamera- und Sicherheitssystemen liegt laut einer aktuelle Studie von WE Communications in Deutschland aktuell bei etwa 4 Prozent und ist damit aktuell ein Wachstumsmarkt mit viel Potential. Insbesondere Hausbesitzer, die tagsüber unterwegs sind, denken zunehmend darüber nach, Haus und Hof zu überwachen – um Diebstähle oder Sachbeschädigungen zu vermeiden oder als Präventionsmaßnahme. Gerade das zunehmende Problem von Paketdiebstählen, bei denen die Diebe Pakete aus zugewiesenen Ablageorten stehlen, bevor die Eigentümer sie einsammeln können, ist ein Argument dafür. Eine Überwachung mit einer IP-Kamera kann den Diebstahl zwar nicht direkt verhindern, doch kann sie der Abschreckung dienen und im Nachhinein Hinweise zu dem Täter liefern.

Auch Türklingeln und –Schlösser werden zunehmend „smart“. So lassen sich mit WLAN-Türklingelsystemen HD-Videos von Personen im Eingangsbereich erstellen, oder es kann über 2-Wege-Audio mit etwaigen Besuchern in Echtzeit und gegebenenfalls aus der Ferne kommuniziert werden. Etwa um einem Paketzusteller Anweisungen für einen geschützten Ablageort zu geben. Dank Smart Locks, also intelligenten Türschlössern, kann genausten geregelt werden, wer Zugang zum Haus hat. Dauerhafte Bewohner werden vom System erkannt und erhalten automatisch Einlass. Viele Systeme sind mit einer App verbunden, die es zum einen ermöglicht, Familienmitgliedern oder Freunden remote Zugang zu gewähren, zum anderen aber Warnungen an das Mobilgerät sendet, sollten Unbefugte versuchen, sich Zugang zu verschaffen.

Smart Home Kameras gibt es bereits seit Beginn der „Smart Home“-Entwicklung. Doch wiesen diese bisher Probleme auf, die eine bequeme Nutzung im Eigenheim schwierig gestalteten. Neueste Kamera-Systeme jedoch sind klein und kompakt sowie ansprechend designed, ohne dass die Funktionen beeinträchtigt werden. Manche Systeme sind so klein und unauffällig, dass sie oft nicht einmal mehr wahrgenommen werden. Dank modernster Plug-and-Play-Funktion wird die Einbindung ins intelligente Eigenheimnetzwerk sehr einfach. Apps für verschiedene Betriebssysteme ermöglichen eine einfache Steuerung der Kamera, und Push-Nachrichten informieren direkt über etwaige Bewegungen, die dann im Live-Stream überprüft und verfolgt werden können. Ähnlich wie bei der Türklingel gibt es auch hier Modelle mit 2-Wege-Kommunikation, die einen direkten Austausch mit den Personen im Haus ermöglichen. Sollte es sich um einen unerwünschten Eindringling handeln, kann über einige Apps sogar direkt der Alarm ausgelöst werden.

Einsatz im Einzelhandel

Auch der Einsatz von Kameras im Einzelhandel zur Verbesserung der Sicherheit und Vermeidung bzw. Verfolgung von Diebstählen ist nicht neu. Doch dienen modernste Kamera-Systeme zunehmend nicht mehr nur der Überwachung. Zusätzlich werden Gesichtserkennungsprogramme eingesetzt, um beispielsweise Emotionen, Alter und Geschlecht der Kunden festzustellen und diese in Echtzeit zu analysieren. Daten dieser Art und ihre Umsetzung in Handlungsempfehlungen bedeuten für Einzelhändler einen echten Wettbewerbsvorteil. So können Angebote und ihre Präsentation im Laden an das Kaufverhalten der Kunden angepasst und optimiert, Dienstleistungen verbessert und Mitarbeiter besser koordiniert werden - letzteres insbesondere zu Stoßzeiten. VIP-Kunden können mit einer personalisierten Begrüßung empfangen, und die Kundenbindung durch maßgeschneiderte Angebote und Dienstleistungen intensiviert werden.

Einsatz bei der „Remote-Überwachung“

Eine der größten Herausforderungen für Sicherheitskameras stellt die Überwachung abgelegener Außenstandorte dar. Manche zu überwachenden Flächen, Lagerhallen, Grundstücke oder Baustellen liegen zu weit entfernt für ein persönliches Monitoring und sind auch nicht ans Stromnetz angebunden. In anspruchsvollen Umgebungen müssen die Kameras robust sein, um widrigen Witterungsumständen, Erschütterungen oder etwaigen Temperaturschwankungen standzuhalten. Gleichzeitig müssen die Stromversorgung sowie eine ausreichende Bandbreite zur Datenübertragung gewährleistet sein. Dies ist in vielen Fällen, insbesondere bei alten CCTV-Systemen, nicht nur mit Aufwand, sondern auch mit großen Kosten verbunden.

Solarbetriebene IP-Kameras können hier Abhilfe schaffen. Die Kombination aus preisgünstiger Solarenergie und leistungsstarker IP-Kamera ermöglicht eine durchgehende Überwachung sowie geringeren Wartungsaufwand. Moderne Kollektoren sind mittlerweile so leistungsstark, dass sie bereits bei geringer Sonneneinstrahlung genügend Energie produzieren, um die Kamera zu betreiben und die internen Akkus aufzuladen. Letztere dienen dann in der Nacht zur weiteren Stromversorgung und gewährleisten so einen unterbrechungsfreien Betrieb. Dies ist zugleich ein Sicherheitsvorteil, da die Kameras vom Stromkreislauf unabhängig sind und bei etwaigen Stromausfällen – ob aufgrund äußerer Umstände oder durch böswillige Handlungen ausgelöst – weiterhin funktionsfähig sind.

Hohe Anwenderfreundlichkeit

Ein weiterer Vorteil ist die einfache Installation und äußerst flexible Platzierung der IP-Kamera. Sie kann problemlos immer wieder neu platziert werden, beispielsweise für einen besseren Aufnahmewinkel oder eine optimierte Versorgung mit Sonnenlicht. Durch die Verwendung eines Weitwinkelobjektivs kann eine einzelne Kamera einen großen Bereich abdecken und so platziert werden, dass das Solarpanel die beste Sonneneinstrahlung erhält. Moderne Geräte setzen mittlerweile auf integrierte und effiziente IR-LEDs. Diese ermöglichen detailreiche Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen und benötigen nicht einmal eine externe Lichtquelle zur Ausleuchtung der Szene.

Anbindung per WLAN

Wie der Begriff „IP-Kamera“ bereits andeutet, erfolgt die Anbindung an ein lokales Netzwerk über WLAN. Dies ist einfach und bequem, insbesondere da eine moderne WLAN-Hardware leistungsstarke und zuverlässige Verbindungen ermöglicht. Zur „Entlastung“ der Bandbreite sollte die Kamera selbst „on the fly“ eine Komprimierung der Aufnahme durchführen. Diese kleinere, komprimierte Videodatei wird dann per WLAN auf einen zentralen Server oder in einen Cloud-Speicher übertragen. Durch das Komprimieren der Datei in der Kamera wird nicht nur die Netzwerkdatenbelastung verringert, sondern auch Speicherplatz und Strom gespart.

Trotz gründlichster Planung kann der WLAN-Access Point aufgrund von Stromausfall, Netzwerk-Upgrades oder geplanten Wartungsarbeiten trotzdem offline gehen. Entsprechend wichtig ist es, bei der Wahl einer solarbetriebenen IP-Kamera darauf zu achten, dass diese einen internen Backup-Speicher, beispielsweise in Form einer Micro-SD-Karte besitzt. So kann das Gerät weiterhin aufzeichnen, bis die Verbindung wiederhergestellt ist. Zusätzlich kann das gespeicherte Material bequem von einer Smartphone-App aus eingesehen werden - anstatt die Karte aus der Kamera entfernen und das Material manuell auf einen PC übertragen zu müssen.

Fazit

Solarbetriebene IP-Kameras sind die ideale Monitoring-Lösung für verschiedenste Szenarien, insbesondere im Außenbereich. Sie sind einfach einzurichten, zu verwenden und, dank robusten Designs, äußerst zuverlässig. Sie eignen sich bei datenschutzgerechtem Einsatz für unterschiedliche Umgebungsbedingungen. Im Vergleich zu den alten CCTV-Systemen bieten moderne Geräte eine Fülle an praktischen Funktionen sowie eine bessere Qualität und Energieeffizienz. Selbst bei geringer Sonneneinstrahlung produziert die kleine Solaranlage genügend Energie, um die Kamera zu betreiben und die internen Akkus aufzuladen. Letztere dienen dann in der Nacht zur weiteren Stromversorgung und gewährleisten so einen unterbrechungsfreien Betrieb sowie eine Steigerung der objektiven sowie subjektiven Sicherheit.

Über den Autor: Stewart Haston ist Marketing Manager bei VIA Technologies.

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