Security-Produkte von Kaspersky melden gravierenden False Positive Virenscanner erkennt Windows explorer.exe als infizierte Datei

Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Benutzer von Virenscannern mit der Kaspersky-Engine haben einige Aufregung hinter sich: Ein Fehler in der selbstständig aktualisierten Signaturdatei führte dazu, dass die Sicherheitssoftware die Windows-Kernkomponente explorer.exe als nicht reparabel infiziert erkannte. In einigen Fällen wurde die Datei daraufhin gelöscht.

Anbieter zum Thema

Wer wollte nicht schon immer mal sein Hintergrundbild in voller Pracht und ohne störende Windows-Startleiste am unteren Rand bewundern? Einige Kaspersky-Nutzer hatten heute Nacht das zweifelhafte Vergnügen, denn ihre Antivirus-Software löschte aufgrund einer fehlerhaften Signatur die Windows-Kernkomponente explorer.exe.

Die Liste befindet fälschlicherweise den Explorer, der für Taskleiste, Programmstarts und Startmenü zuständig ist, als „Worm.Win32.Huhk.c“-infiziert und zwar irreparabel. Wenn der Anwender den Virenwächter mit automatisierten Regeln bei Virenfunden im Hintergrund laufen ließ, wurde die wichtige Datei automatisch gelöscht.

Es handelt sich nach Aussage von Kaspersky eindeutig um einen Fehlalarm - die Datei kann ohne Sicherheitsrisiko nach einem Signaturupdate wiederhergestellt werden. Wenn die Taskleiste und das Startmenü nach einem Neustart nicht angezeigt werden, muss man folgendermaßen vorgehen: Per Tastenkombination wird der Taskmanager aufrufen und dort händisch das Antivirus-Programm als neuer Task gestartet. Der Virenscanner legt laut Hersteller Backups aller gelöschten Dateien an, die einfach wiederhergestellt werden können. Danach lässt sich die explorer.exe als neuer Task starten.

G Data benutzt dieselben Signaturen wie Kaspersky. Daher können auch andere Virenscanner entsprechende Probleme verursachen. Diese False Positives sind zwar ärgerlich, aber nicht zu vermeiden. Es ist eher bemerkenswert, dass bei mindestens stündlichen Aktualisierungen der Virendatenbank und einem täglichen Update der Signaturen beim Verbraucher nicht mehr solcher Vorfälle gemeldet werden. Viel Zeit, Signaturen zu überprüfen, hat kein Antivirus-Hersteller.

(ID:2009832)