Definition Antivirus

Was sind Virenscanner?

| Autor / Redakteur: Tutanch / Peter Schmitz

(Bild: PDPics - Pixabay / CC0)

Ein Antivirenprogramm schützt Computer vor schädlicher Software. Dies können beispielsweise Trojaner, Würmer oder Spyware und andere Malware sein. Die Antivirus-Software ist in der Lage, Schadsoftware zu erkennen, zu blockieren und zu beseitigen.

Grundsätzlich lassen sich Virenscanner, oft auch Malware-Scanner genannt, abhängig von ihrer Funktion in verschiedene Typen unterscheiden. Gebräuchlich ist die Unterteilung in:

  • Echtzeitscanner
  • Manuelle Scanner
  • Onlinescanner

Echtzeitscanner sind auf einem Computer im Hintergrund aktiv. Sie arbeiten unter dem Betriebssystem Windows als Systemdienst und unter Unix als Daemon. Die Antivirus-Software verrichtet ihre Arbeit in Echtzeit und scannt ständig die ausgeführten Programme, den Datenverkehr des Rechners und den Arbeitsspeicher. Immer wenn der Rechner auf Programme, Speicher- oder Onlinedaten zugreift oder Dateien speichert und verändert, sucht das Antivirenprogramm nach verdächtigen Daten. Wird die Signatur einer Schadsoftware erkannt, blockiert das Antivirenprogramm den weiteren Zugriff auf die betroffenen Daten. Die Anwender haben anschließend in der Regel die Wahl, ob sie die Datei in ein Quarantäneverzeichnis verschieben, sie löschen oder reparieren.

Manuelle Scanner starten auf manuelle Anforderung des Anwenders oder automatisch zeitgesteuert. Nach dem Start untersucht die Antivirus-Software die Daten auf dem Rechner nach schädlicher Software. Werden Signaturen erkannt, können manuelle Scanner die betroffenen Dateien löschen, in Quarantäne verschieben oder reinigen. Einige manuellen Scanner fehlt die Funktion der Virusentfernung. Sie können nur Schadsoftware finden, aber nicht beseitigen.

Onlinescanner laden die Viren-Signaturen und ihren Programmcode online über das Internet oder ein anderes Netzwerk. Um die Daten auf dem Rechner zu prüfen, erfordern sie eine Online-Verbindung. Häufig werden diese Scanner zusätzlich zu fest installierten Virenprogrammen ausgeführt, um bei verdächtigen Aktionen eine zweite unabhängig Meinung einzuholen.

Wichtige Begriffe aus dem Umfeld der Virenscanner

Im Umfeld der Antivirus-Software fällt oft der Begriff Scanengine. Bei der Scanengine handelt es sich um einen elementaren Teil des Antivirenprogramms. Die Engine ist für die eigentliche Untersuchung der Daten des Computers zuständig und maßgeblich für die Effizienz des Antivirenprogramms verantwortlich.

Bei der Arbeitsweise der Virenscanner kann zwischen reaktiv und proaktiv unterschieden werden. Reaktiv arbeitende Programme können Schädlinge erst erkennen, wenn der Hersteller eine Signatur für die entsprechenden Schadsoftware bereitstellt. Es ist daher erforderlich, die Signaturen ständig aktuell zu halten. Bei neuer Malware kann es unter Umständen eine gewisse Zeit dauern, bis eine Signatur zur Verfügung steht. Bis dahin kann der reaktive Scanner die Schadsoftware nicht erkennen.

Proaktive Virenscanner erkennen Malware nicht anhand von Signaturen, sondern untersuchen Programme nach bestimmten Merkmalen (Heuristik). Sie sind theoretisch in der Lage, neue unbekannte Viren alleine aufgrund Ihres Verhaltens zu erkennen. Allerdings haben heuristische Scanner unter Umständen eine erhöhte Quote an Fehlalarmen.

Die EICAR-Datei zum Test von Antivirus-Software

Die Abkürzung EICAR steht für European Institute for Computer Anti-Virus Research e.V. Es handelt sich um einen gemeinnützigen Verein, der Antivirensoftware und die Erforschung von Computerviren verbessern möchte. Der Verein stellt die selbst entwickelte EICAR-Testdatei zum Prüfen von Antivirenprogrammen zur Verfügung. Die Datei verursacht auf einem Computer keinen Schaden, wird aber von Virenscannern als Virus erkannt. Es lässt sich mit Hilfe der Datei schnell prüfen, ob das auf dem Rechner installierte Antivirenprogramm einwandfrei arbeitet.

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