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Definition Computervirus Was ist ein Computervirus?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Peter Schmitz

Ein Computervirus ist ein Programmcode, der sich an eine Wirtsdatei anhängt und sich selbständig vervielfacht. Er verändert die Funktionen des infizierten Computers. Meist ist er als Malware programmiert und führt schädliche Funktionen aus oder manipuliert den Rechner und dessen Daten.

Unter einem Computervirus versteht man einen in ein Wirtsprogramm eingeschleusten und sich selbst replizierenden Code.
Unter einem Computervirus versteht man einen in ein Wirtsprogramm eingeschleusten und sich selbst replizierenden Code.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Ein Computervirus ist in der Lage, sich selbständig zu vervielfachen. Er befällt eine Wirtsdatei, ein Dokument, ein Programm, den Bootsektor eines Datenträgers oder Speicherbereiche eines Rechners und legt dort seinen Programmcode ab. Wird die Datei, das Programm oder der Speicherbereich aufgerufen, wird auch der Programmcode ausgeführt. Die Funktionen eines Virus sind vielfältig. Er kann die Funktionsweise des Rechners verändern und hat meist schädliche Wirkung. Der Virus löscht beispielsweise Dateien, verhindert die Ausführung des Betriebssystem oder schädigt im Extremfall die Hardware. Viren zählen wie Würmer, Trojaner oder Ransomware zu Kategorie der Malware.

Abgrenzung zu anderen Arten von Malware wie Würmer oder Trojaner

Oft wird der Begriff Computervirus als Überbegriff für sämtliche Malware, die einen Rechner befallen kann, benutzt. Das ist nicht korrekt, da es sich beim Computervirus nur um eine bestimmte Art von Malware handelt und sich der Begriff Virus auf die Infektion unter Nutzung einer Wirtsdatei bezieht. Andere Malware wie Trojaner oder Würmer sind streng genommen keine Computerviren, da sie andere Infektions- oder Replikationsmechanismen nutzen und konzeptionell anders aufgebaut sind. Während ein Virus ein Wirtsprogramm benötigt, verbreiten sich Würmer autark. Ist es einem Wurm gelungen in ein System einzudringen, erzeugt er Kopien von sich und versucht aktiv andere Systeme über das Netzwerk zu infizieren. Würmer breiten sich über das Internet oder ein Netzwerk unter Ausnutzung von Sicherheitslücken und Schwachstellen aus, ohne dass ein Anwender infizierte Wirtsdateien auf ein System kopieren muss.

Ein Trojaner ist eine Malware, die in einer Software verborgen ist. Die Software gibt sich als normale Anwendung aus und täuscht dem Nutzer bestimmte Funktionen vor. Im Hintergrund öffnet sie das System für andere Malware. Prinzipiell kann ein Trojaner zur Infizierung mit beliebigem Schadcode verwendet werden.

Infektionswege von Viren

Anfänglich waren Wechselmedien wie Disketten oder CDs die Hauptinfektionswege der Viren. Durch die vermehrte Verwendung von Netzwerken und dem Internet nutzen Viren E-Mail-Anhänge, Download-Dateien oder freigegebene Dokumente auf einem Netzlaufwerk zur Infektion. Auch USB-Speichergeräte sind typische Infektionswege für Computerviren.

Arten von Computerviren

Typische Arten von Computerviren sind:

  • E-Mail-Viren in Form von infizierten Dateianhängen
  • Software-Viren in Form von infizierten Download-Dateien
  • Bootsektor-Viren in Form von infizierten Bootsektoren von Festplatten, Wechseldatenträgern oder Disketten
  • Makroviren in Form von Dokumenten mit infizierten Makros
  • Schutzmaßnahmen gegen Computerviren

Da ein Computervirus ein Wirtsprogramm zur Infizierung und Verbreitung benötigt, ist die wichtigste Schutzmaßnahme ein vorsichtiger Umgang mit fremden Dateien, Software, Dateianhängen oder Wechseldatenträgern. Dateien sind vor dem Speichern oder Ausführen auf einem Rechner durch ein Anti-Virusprogramm zu prüfen. Auf den Download von Dateien aus nicht vertrauenswürdigen Quellen ist gänzlich zu verzichten. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen zum Schutz vor Malware das regelmäßige Aktualisieren von Betriebssystem und Anwendungen, das Arbeiten mit eingeschränkten Nutzerrechten, das Blockieren des automatischen Öffnens von Dateien aus dem Internet, das Deaktivieren des automatischen Startens von Makros oder das Abschalten der Autostartfunktion bei Wechseldatenträgern.

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