Geplatzer Milliarden-Deal Bayern testet Alternativen zu Microsoft

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Bayerns Digitalministerium will die Verwaltung unabhängiger von einzelnen IT-Anbietern machen. In einer Testphase sollen Beschäftigte alternative Softwarelösungen im Arbeitsalltag erproben. Der Schritt folgt auf einen monatelangen Streit innerhalb der Staatsregierung über einen geplanten Rahmenvertrag mit Microsoft.

Bayerns Digitalministerium will alternative Softwarelösungen testen, um die Verwaltung unabhängiger von einzelnen IT-Anbietern zu machen.(Bild:  KI-generiert)
Bayerns Digitalministerium will alternative Softwarelösungen testen, um die Verwaltung unabhängiger von einzelnen IT-Anbietern zu machen.
(Bild: KI-generiert)

Das Bayerische Digitalministerium startet eine Testphase für alternative Softwarelösungen in der Verwaltung. Das berichtet die dpa. Ziel ist es, die Abhängigkeit von einzelnen IT-Anbietern zu verringern. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Microsoft-Produkte.

Streit um Microsoft-Rahmenvertrag

Der Vorstoß kommt nach einer kontroversen Debatte um die IT-Ausrichtung des Freistaats. Nach Informationen der Abendzeitung München hatte Finanzminister Albert Füracker (CSU) für die bayerische Verwaltung und die Kommunen einen mehrjährigen Rahmenvertrag mit Microsoft über die Nutzung von Lizenzen abschließen wollen. Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) stellte sich demnach gegen diesen Kurs.

Die Auseinandersetzung sorgte laut Abendzeitung sowohl hinter als auch vor den Kulissen der Staatsregierung für Spannung. Trotz eines zwischenzeitlichen Machtworts von Ministerpräsident Markus Söder zugunsten Fürackers habe die Staatsregierung noch vor Pfingsten entschieden, die Verhandlungen mit Microsoft einzustellen. Füracker bestätigte der „Augsburger Allgemeinen“ demnach, dass die Gespräche über „Microsoft 365“ nicht weitergeführt würden.

Testphase für souveräne Alternativen

Digitalminister Fabian Mehring begründete den Schritt mit dem Ziel, Behörden unabhängiger von Unternehmen aus den USA zu machen. Hintergrund ist laut dpa auch ein Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz zur föderalen Modernisierungsagenda. Demnach sollen bis 31. März 2027 digital souveräne Alternativen zu proprietärer Arbeitsplatzsoftware bereitstehen.

Nach Angaben des Digitalministeriums sollen Beschäftigte in den kommenden Monaten verschiedene Software im Arbeitsalltag testen. Darunter seien auch deutsche Entwicklungen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für einen digital souveränen Arbeitsplatz dienen. Dieser könnte später auch in der gesamten Staatsregierung eingesetzt werden.

Opposition fordert Gesamtstrategie

SPD und Grüne begrüßten den angekündigten Test, halten ihn jedoch für nicht ausreichend. SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn sprach laut dpa von einem Modellprojekt, das keine digitale Souveränität für Bayern schaffe. Beide Parteien fordern eine Gesamtstrategie.

Die Grünen verweisen zudem auf steigende Ausgaben für Microsoft-Produkte. Laut dem Landtagsabgeordneten Benjamin Adjei seien die Kosten der Staatsregierung seit 2020 von rund 30 Millionen Euro auf rund 49 Millionen Euro gestiegen. Aus Sicht der Grünen müsse Bayern stärker mit dem Bund und Schleswig-Holstein zusammenarbeiten, wo bereits Schritte zu mehr digitaler Souveränität in der Verwaltung umgesetzt würden.

(ID:50863229)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung