Containerd Kritische Schwachstelle in Open-Source-Software für Container-Runtime

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Schwachstellen in containerd gefährden Kubernetes-Umgebungen. Angreifer können Host-Befehle ausführen, Ressourcenkontrollen umgehen oder sensible Host-Dateien auslesen. Schnelles Patchen ist erforderlich.

Containerd-Sicherheitslücken ermöglichen die Kompromittierung von Kubernetes-Nodes und sensiblen Host-Daten.(Bild:  Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Containerd-Sicherheitslücken ermöglichen die Kompromittierung von Kubernetes-Nodes und sensiblen Host-Daten.
(Bild: Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Containerd gehört zu den am weitesten verbreiteten Container-Runtimes. Die Open-Source-Software wird unter anderem von Kubernetes sowie in verwalteten Kubernetes-Diensten wie Google GKE, Amazon EKS und Azure AKS und außerdem intern von Docker zum Starten und Verwalten von Containern verwendet. Umso schwerwiegender ist die kritische Sicherheitslücke EUVD-2026-40860 / CVE-2026-5348 (CVSS-Score 9.4, EPSS-Score* 0.20) die darin gefunden wurde.

Beliebige Host-Befehle möglich

Konkret betroffen ist das CRI-Plugin von containerd, das für die Kommunikation zwischen Kubernetes und containerd sowie für die Verwaltung und Ausführung von Pods und Containern auf einem Kubernetes-Worker-Node zuständig ist. In Versionen vor 1.7.33, 2.3.2, 2.2.5, 2.1.9 und 2.0.10 überträgt das Plugin Labes aus der Image-Konfiguration ohne Validierung auf einen Container. Dies kann zur Ausführung eines beliebigen Befehls auf dem Host führen, wenn ein Plugin Container-Labels für bestimmte Vorgänge verwendet. Das Problem wurde in den Versionen 1.7.33, 2.3.2, 2.2.5, 2.1.9 und 2.0.10 behoben.

Kaputtes CRI-Plugin

Doch EUVD-2026-40860 / CVE-2026-5348 ist nicht die einzige Sicherheitslücke in containerd, die Aufmerksamkeit bedarf. Mit einem CVSS-Score von 8.4 ist EUVD-2026-41109 / CVE-2026-53492 (EPSS-Score 0.41) zwar nicht kritisch, kann allerdings trotzdem ein hohes Risiko bergen. Auch hier ist die CRI-Implementierung betroffen, insbesondere bei der Verarbeitung von CDI-Annotationen bei der Wiederherstellung eines Containers aus einem Checkpoint. Bei der Wiederherstellung eines Containers aus einem Checkpoint übernimmt containerd CDI-bezogene Annotationen aus dem Checkpoint-Archiv, anstatt sich ausschließlich auf die zum Zeitpunkt der Pod-Erstellung festgelegte Spezifikation zu stützen. Dies ermöglicht es einem Benutzer mit Berechtigungen zur Pod-Erstellung, die standardmäßige Kubernetes-Ressourcenzuweisung sowie die Durchsetzung von Device-Plugin-Vorgaben zu umgehen und beliebige CDI-Änderungen in den wiederhergestellten Container einzuschleusen.

Für eine erfolgreiche Ausnutzung muss CDI auf dem Node aktiviert sein und eine passende Host-CDI-Spezifikation für das angeforderte Gerät vorliegen. Betroffen sind die containerd-Versionen 2.1.0 bis vor 2.1.9, 2.2.0 bis vor 2.2.5 und 2.3.0 bis vor 2.3.2. Behoben wurde die Schwachstelle ab 2.1.9, 2.2.5 und 2.3.2. Umgebungen, in denen CDI deaktiviert ist oder keine sensiblen Gerätespezifikationen existieren, sind nicht anfällig.

Ähnlich verhält es sich mit EUVD-2026-41110 / CVE-2026-53489 (CVSS-Score 8.2, EPSS-Score 0.20). Auch hier ist das CRI-Plugin bei der Container-Wiederherstellung betroffen. Allerdings sorgt bei EUVD-2026-41110 / CVE-2026-53489 ein manipulierter symbolischer Link für „container.log“ dafür, dass „kubectl logs“ statt des Container-Logs eine beliebige Datei des Hosts ausliest, beispielsweise sensible Konfigurationsdateien oder Zugangsdaten.

Auch diese Sicherheitslücke betrifft die Versionen 2.1.0 bis vor 2.1.9, 2.2.0 bis vor 2.2.5 und 2.3.0 bis vor 2.3.2. Der Fix von EUVD-2026-41109 / CVE-2026-53492 gilt auch hier.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

(ID:50895637)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung