Der Patchday ist ein von Microsoft geprägter Begriff. Er bezeichnet den Tag an dem Hersteller Software Updates veröffentlichen. Microsoft und SAP haben ihre Patchdays am zweiten Dienstag eines jeden Monats, Oracle hat vier Termine im Jahr.
Als Patchday wird der Tag der Veröffentlichung von Microsoft Software-Aktualisierungen bezeichnet. Traditionell ist es der zweite Dienstag des Monats.
(Bild: alphaspirit.it)
Der Patch Tuesday von Microsoft findet immer am zweiten Dienstag des Monats statt.
(Bild: VIT)
Der Begriff Patchday bezieht sich auf einen festgelegten Tag, an dem Software-Hersteller Sicherheitsupdates (Patches) veröffentlichen, um Schwachstellen in ihren Produkten zu schließen. Der bekannteste Patchday ist der Patch Tuesday von Microsoft. Der Software-Gigant hat den Patchday im Jahr 2003 eingeführt. Mittlerweile hat sich der Patchday als fester Begriff etabliert. Zuvor wurden Patches für die verschiedenen Windows-Versionen und andere Produkte von Microsoft direkt nach ihrer Fertigstellung den Kunden zum Einspielen zur Verfügung gestellt. Durch die Einführung des Patchdays werden die Patches gesammelt und jeweils an einem festen Tag im Monat veröffentlicht. Bei Microsoft ist dies in der Regel der zweite Dienstag jedes Monats. Diesem Rhythmus hat sich auch SAP mit seinen Patchday angeschlossen. Oracle hingegen hat für seinen Patchday vier fixe Termine im Jahr.
Ein vorab festgelegter und bekannter Termin für die Veröffentlichung von Software-Aktualisierungen soll vor allem Administratoren die Arbeit erleichtern und Kosteneinsparungen ermöglichen. Durch einen festen, planbaren Patchday können die Verantwortlichen in Unternehmen Sicherheitsupdates und Fehlerbehebungen regelmäßig und gebündelt installieren, anstatt unkoordiniert über den Monat verteilt. So können Admins besser einschätzen, wann sie Systeme aktualisieren, testen und neu starten müssen, ohne den laufenden Betrieb zu stark zu stören.
Ein Patchday hat noch weitere Vorteile für Anwender und Unternehmen:
Risikominimierung: Bekannte Schwachstellen werden zeitnah geschlossen und damit das Risiko reduziert, dass Angreifer bekannte Exploits oder Zero-Days ausnutzen.
Stabilität und Fehlerkorrektur: Softwarefehler oder Kompatibilitätsprobleme, die zu Ausfällen oder Sicherheitslücken führen können, werden planbar behoben.
Performance und Zuverlässigkeit: Aktualisierte Komponenten verbessern oft die Systemleistung, optimieren den Ressourcenverbrauch und erhöhen die Betriebssicherheit.
Funktionsupdates: Neben Sicherheitsfixes liefern viele Hersteller im Rahmen von Patchdays auch neue Features oder Verbesserungen für bestehende Tools und Managementfunktionen.
Effiziente Administration: Gebündelte Updates reduzieren die Anzahl einzelner Patches und Neustarts, was den Aufwand im Change-Management senkt und die Compliance-Dokumentation erleichtert.
Planbare IT-Wartung: Ein fester Patch-Zyklus erlaubt Admins, Tests, Rollouts und mögliche Reboots gezielt zu planen, ohne den laufenden Betrieb unkontrolliert zu stören.
Microsoft wählte den Dienstag als Patch-Tag, da erfahrungsgemäß die Montage bereits mit zahlreichen Problemen für die Administratoren belastet sind. Zudem bleiben nach dem Dienstag noch drei Arbeitstage Zeit, um eventuelle Probleme mit den Updates zu lösen.
Damit nicht aufgrund der festen Terminierung der Updates nur einmal im Monat gravierende Sicherheitslücken über längere Zeit ungepatcht bleiben, veröffentlichen Microsoft, aber auch viele andere Hersteller besonders wichtige Aktualisierungen zusätzlich außerhalb des Patchdays.
Den Vorteilen eines Patchdays stehen auch einige Nachteile gegenüber. So kann die Menge der bereitgestellten Patches am Patchday Administratoren vor große Herausforderungen stellen. Zudem bleiben Sicherheitslücken, für die es keine Patches des Herstellers außerhalb der Reihe gibt, unter Umständen für einen ganzen Monat offen. Einige Angreifer und Hacker nutzen diese Tatsache und starten ihre Attacken auf die Systeme direkt am Tag nach dem Patchday. Für den Tag, der auf den Patch Tuesday von Microsoft folgt, hat sich daher der Begriff „Exploit-Wednesday“ etabliert. Ein weiteres Problem kann durch die hohe Anzahl an Downloads am Patch-Tag entstehen. Unter Umständen verlängert sich der Download der Sicherheitsupdates für die User, da von den Herstellern oft nur eine begrenzte Download-Bandbreite bereitgestellt werden kann.
Mit Windows 10 ist Microsoft dazu übergegangen, das Update- und Patchverfahren etwas zu verändern. Zwar existiert der Patchday noch immer, doch veröffentlicht Microsoft zusätzlich in der zweiten Monatshälfte ein oder mehrere optionale Updates mit eventuellen Funktionserweiterungen. Weiterhin sollen Administratoren in Firmennetzen mehr Möglichkeiten erhalten, selbst Wartungsfenster zu planen. Bei Enterprise-Versionen ist vorgesehen, zusätzliche Updates separat und nicht als kumulative Updates zur Verfügung zu stellen.
Unsere Podcast-Reihe zum Support-Ende von Windows 10
Das angekündigte Support-Ende von Windows 10 dürfte in vielen Unternehmen für Diskussionen gesorgt haben: Soll auf Windows 11 gewechselt werden? Wenn ja, was wird an neuer Hardware benötigt? Wenn nein, wie kann Windows 10 weiterhin sicher genutzt werden? Oder braucht es eine ganz andere Lösung? Am 14. Oktober 2025 ist der Stichtag – an diesem Tag wird Microsoft zum letzten Mal im Rahmen des Patch Tuesdays Sicherheitsupdates für das Betriebssystem liefern. Danach sind Unternehmen, die weiterhin Windows 10 nutzen möchten, auf sich allein gestellt.
Zumindest von Seiten Microsofts. Denn die Redaktion von Security-Insider hat sich natürlich diesem komplexen Thema angenommen. Wir haben für Sie alle wichtigen Infos rund um das Support-Ende von Windows 10 zusammengestellt, mit Experten Sicherheitsmaßnahmen für den Weiterbetrieb evaluiert und ein alternatives Betriebssystem zu Windows vorgestellt – damit Sie für alle Eventualitäten gewappnet sind und handlungsfähig bleiben. Entstanden ist eine tägliche Podcast-Reihe des Security-Insider Podcasts, die Sie diese Woche zum Support-Ende von Windows 10 begleitet. Wir starten mit Klaus Rauberger, der aus der Sicht eines Systemhauses über das Support-Ende spricht. Weiter geht es mit dem Blogger und Microsoft-Experten Günter Born, der das ESU-Programm von Microsoft sowie die Micrpatches von Acros Security vorstellt. Im dritten Teil hören Sie von dem Linux-Experten Cornelius Hoffmann, warum sich ein Umstieg auf das Open-Source-Betriebssystem lohnen kann. Und im finalen Teil stellt der ausgewiesene Windows-Experte Thomas Joos die Ergebnisse des letzten Microsoft Patchdays mit Windows-10-Updates vor.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Zuhören und freuen uns auf Ihr Feedback!
Wann ist der nächste Patchday?
Die Redaktion von Security-Insider berichtet regelmäßig über die Patchdays von Microsoft, Oracle und SAP. Die News enthalten sowohl die wichtigsten Updates für Sicherheitslücken in den Produkten und Lösungen sowie Terminübersichten der nächsten Patchdays.
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