Definition Risikomatrix | Risiko-Map | Risk Map | Risikodiagramm | Risikoprofil | Risikoportfolio Was ist eine Risikomatrix?

Eine Risikomatrix ist ein zweidimensionales Diagramm, mit dem sich Risiken in Abhängigkeit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten und ihrer Auswirkungen visualisieren lassen. Mithilfe dieser Visualisierung ist die systematische Abschätzung der Kritikalität der Risiken möglich. Um eine Risikomatrix zu erstellen, müssen die Risiken identifiziert und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensauswirkungen bewertet werden.

Eine Risikomatrix ist eine zweidimensionale Visualisierung von Risiken abhängig von deren Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen.
Eine Risikomatrix ist eine zweidimensionale Visualisierung von Risiken abhängig von deren Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Alternative Begriffe für Risikomatrix sind Risk Map, Risikodiagramm, Risikoprofil oder Risikoportfolio. Es handelt sich um eine zweidimensionale Darstellung von möglichen Risiken in einem Diagramm. Mithilfe eines solchen Risikodiagramms lässt sich die Kritikalität der Risiken systematisch abschätzen, indem die Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen visualisiert werden. Die Risikomatrix kommt in vielen Bereichen beispielsweise bei der Risikoanalyse im Projektmanagement oder bei der Bewertung der Risiken im Arbeitsschutz zum Einsatz.

Es existieren zahlreiche verschiedene Varianten der Risikomatrix. Häufig ist auf der x-Achse die Eintrittswahrscheinlichkeit und auf der y-Achse das Schadensmaß aufgetragen. Zusätzliche Farbgebungen für die Risikobereiche beispielsweise in Ampelfarben für die Hinnehmbarkeit der Risiken (grün = akzeptabel, gelb = tolerierbar, rot = inakzeptabel) unterstützen die Visualisierung und die Abschätzung der Risiken. Aus der Position und der Einfärbung des Risikobereichs lassen sich unter anderem die Dringlichkeiten zur Einleitung von Maßnahmen zur Risikobewältigung ableiten. Eine sehr bekannte Art der Risiko-Map ist die Risikomatrix nach Nohl. Sie wird häufig im Arbeitsschutz verwendet.

Vorgehensweise beim Erstellen einer Risikomatrix

Um eine Risikomatrix zu erstellen, sind verschiedene Arbeitsschritte zu durchlaufen. Im ersten Schritt müssen die möglichen Risiken identifiziert werden. Ziel ist es, alle potenziellen externen oder internen Risiken möglichst vollständig zu erkennen und zu erfassen. Im nächsten Schritt erfolgt die Risikobewertung. Es sind sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das potenzielle Schadensausmaß jedes einzelnen Risikos zu bewerten. Mögliche Einteilungen für die Eintrittswahrscheinlichkeit sind beispielsweise sehr wahrscheinlich, wahrscheinlich, möglich, unwahrscheinlich und sehr unwahrscheinlich. Das Schadensausmaß lässt sich in Stufen einteilen wie niedrig, mittel, hoch und sehr hoch. Abschließend werden die Risiken entsprechend des ermittelten Schadensausmaßes und der Eintrittswahrscheinlichkeit im Koordinatensystem der Risk Map eingetragen.

Mögliche Anwendungen der Risiko-Map

Die Risiko-Map kommt in vielen Bereichen und Anwendungen zum Einsatz. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Projektmanagements und dient dort zur Risikoanalyse und zum Risikomanagement. Die Risiken für ein Projekt lassen sich dank der Visualisierung schnell einordnen. Die Risikomatrix ist auch Teil des Risikomanagements in Unternehmen. Sie dient unter anderem zur Risikoberichterstattung und visualisiert das Risikoportfolio des Unternehmens oder der einzelnen Unternehmensbereiche. Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich der Risikomatrix ist der Arbeitsschutz. Die Risk Map nach Nohl visualisiert Risiken für Arbeiter nach der Eintrittswahrscheinlichkeit (von sehr gering bis hoch) und nach der Schadensschwere (von leichter Verletzung oder Erkrankung bis zum Tod).

Vorteile einer Risikomatrix

Die Darstellung potenzieller Risiken in einer Risikomatrix bietet unter anderem folgende Vorteile:

  • schnell erfassbare Visualisierung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes der einzelnen Risiken
  • schnelle Identifizierung akzeptabler oder nicht akzeptabler Risiken (Kritikalität der Risiken)
  • anschauliche Präsentationsmöglichkeit von Risiken
  • in vielen Bereichen einsetzbar
  • einfaches Ableiten der Dringlichkeit von Maßnahmen zur Risikobewältigung
  • Förderung eines gemeinsamen Risikoverständnisses
  • verschiedene, flexibel anpassbare Varianten der Risikomatrix verfügbar
  • für quantitative und qualitative Aussagen geeignet

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