Definition Just Enough Administration (JEA)

Was ist JEA (Just Enough Administration)?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Peter Schmitz

Just Enough Administration (JEA) ist ein Sicherheitsfeature ab Windows Server 2016 zur rollenbasierten Zuweisung von Rechten zur Nutzung der PowerShell.
Just Enough Administration (JEA) ist ein Sicherheitsfeature ab Windows Server 2016 zur rollenbasierten Zuweisung von Rechten zur Nutzung der PowerShell. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Just Enough Administration (JEA) ist ein Sicherheitsfeature, das ab den Betriebssystemversionen Windows Server 2016 und Windows 10 nutzbar ist. Mithilfe des Features lassen sich die Rechte der von der PowerShell verwalteten Funktionen und Elemente rollenbasiert und sehr fein abstimmbar zuweisen.

Die Abkürzung JEA steht für Just Enough Administration. Es handelt sich um eine Sicherheitsfunktion von Microsoft Windows zur rollenbasierten Verwaltung und Zuweisung von Rechten der per PowerShell nutzbaren Funktionen und Elemente. Die Rechte sind unabhängig von der Zugehörigkeit eines Benutzers zu einer bestimmten Usergruppe fein abgestimmt einstellbar. Die Einschränkung auf einzelne Cmdlets oder Parameter ist möglich. Das JEA-Modul ist Teil des Windows PowerShell DSC Resource Kits und ab der PowerShell Version 5.0 verfügbar. Einsetzbar ist Just Enough Administration ab den Betriebssystemversionen Windows Server 2016 und Windows 10. Auch ältere Windows Server- oder Client-Systeme werden teilweise unterstützt.

Datenschutz mit Windows Server 2019

Microsoft-Netzwerke mit Exchange, SharePoint und SQL 2019 sicher betreiben

Datenschutz mit Windows Server 2019

25.06.19 - Der Schutz von personenbezogenen Daten spielt in Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Aus diesem Grund gibt es auch in jeder neuen Windows-Server-Version neue Funktionen, die es Administratoren ermöglichen sensible Daten optimal zu schützen. lesen

Motivation für Just Enough Administration

Die Motivation von Just Enough Administration liegt darin begründet, dass administrative Benutzerkonten zur Verwaltung von Servern oder Rechnern unter bestimmten Umständen ein Sicherheitsrisiko darstellen. Gelangt ein Angreifer an die Zugangsdaten für ein Administratorkonto, kann er andere Benutzerkonten oder komplette Serverumgebungen angreifen. Oft beinhalten administrative Konten eine Vielzahl an Rechten, die sich über komplette Domänen erstrecken. Es entsteht das Problem, dass sich Rechte für bestimmte administrative Tätigkeiten nicht einzeln, sondern nur im Block mit weiteren Rechten zuweisen lassen. Stehen nur wenige unterschiedliche Rollen als Administrator oder Nutzer zur Verfügung, erhalten Anwender häufig mehr Rechte, als zur Ausübung ihrer Tätigkeit eigentlich notwendig wären.

Just Enough Administration löst diese Problem, indem Anwendern spezifische Rechte an bestimmten Funktionen der PowerShell rollenbasiert zugewiesen werden, ohne dass sie Mitglied einer bestimmten Benutzerkontogruppe sein müssen. Die Rechte sind während einer PowerShell-Sitzung gültig und gestatten die Ausführung bestimmter PowerShell-Befehle. JEA lässt sich so konfigurieren, dass selbst Nicht-Administratoren Befehle, für die Administratorrechte notwendig sind, ausführen können. Andererseits ist es möglich, minimale Rechte für bestimmte Aufgaben an Anwender mit Administratorrechten zu erteilen. So lässt sich genau steuern, welche Aktionen auf einem Rechner durch einen Benutzer ausführbar sind.

Das Funktionskonzept von Just Enough Administration

Just Enough Administration gestattet die rollenbasierte Zuweisung von Rechten für alle per PowerShell verwaltbaren Systemfunktionen. Je nach Benutzer dürfen bestimmte Cmdlets, Parameter oder Objekte verwendet werden. Just Enough Administration erfordert die Einrichtung der beiden Komponenten JEA Toolkit Configuration und JEA Endpoint Configuration. Über JEA Toolkit Configuration lassen sich spezifische Sets an Aufgaben, Befehlen und Funktionen für bestimmte User anlegen. Die User verbinden sich über einen JEA Endpoint mit der PowerShell.

Netzwerke mit Windows Server 2016 sicher betreiben

Windows Server 2016 Sicherheits-Guide

Netzwerke mit Windows Server 2016 sicher betreiben

08.06.18 - Mit jeder neuen Serverversion integriert Microsoft neue Sicherheitsfunktionen in sein Serverbetriebssystem. Um Windows Server 2016 sicher im Netzwerk zu betreiben, sollten sich Administratoren mit Security-Ansätzen wie JIT und JEA, sowie Technologien wie Shielded-VMs und PowerShell Desired State Configuration auseinandersetzen und diese möglichst auch nutzen. lesen

Über die JEA Endpoint Configuration sind dem Endpoint ein oder mehrere JEA Toolkits zugewiesen. Ist ein User per Endpoint mit der PowerShell verbunden, erhält er Zugang zur gewohnten PowerShell-Umgebung. Allerdings steuert Just Enough Administration im Hintergrund der Sitzung, welche Funktionen und Befehle verwendet werden dürfen. Neben der Steuerung von Rechten an den PowerShell-Funktionen sind in Just Enough Administration weitere Sicherheitsmaßnahmen implementiert. Unter anderem sorgt JEA für die Protokollierung aller JEA-PowerShell-Sitzungen.

Die Möglichkeiten und Vorteile von Just Enough Administration

Just Enough Administration bietet folgende Möglichkeiten und Vorteile:

  • fein abgestimmte Zuweisung von Rechten zur Systemverwaltung
  • Unabhängigkeit der Rechtezuweisung von der Mitgliedschaft eines Benutzers in einer bestimmten Gruppe
  • Einschränkung der Rechte auf einzelne Cmdlets oder Parameter
  • zentrale Verwaltung der Rechte
  • Reduzierung der Benutzer mit Administratorrechten
  • Protokollierung aller Aktionen eines Benutzers während einer PowerShell-Sitzung
Sichere Benutzerkonten in Windows Server 2016

Just-In-Time-Administration (JIT)

Sichere Benutzerkonten in Windows Server 2016

29.08.17 - Mit Privileged Account Management (PAM), Just-In-Time-Administration (JIT) und Just Enough Administration (JEA) können Unternehmen unter Windows Server 2016 sicherstellen, dass die Administratorkonten nicht für Angriffe auf das Netzwerk verwendet werden können, und nur die notwendigen Sicherheitsberechtigungen genau für den Zeitpunkt erhalten, der notwendig ist. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Was ist Just In Time Administration (JIT)?

Definition Just In Time Administration (JIT)

Was ist Just In Time Administration (JIT)?

Just In Time Administration ist eine ab dem Microsoft Betriebssystem Windows Server 2016 verfügbare Funktionalität. JIT erlaubt es, administrative Berechtigungen zeitabhängig zuzuweisen. Zusammen mit anderen Konzepten wie Just Enough Administration (JEA) lässt sich die Gefahr einer missbräuchlichen Nutzung von Administratorkennungen in Windows-Umgebungen einschränken. lesen

Datenschutz mit Windows Server 2019

Microsoft-Netzwerke mit Exchange, SharePoint und SQL 2019 sicher betreiben

Datenschutz mit Windows Server 2019

Der Schutz von personenbezogenen Daten spielt in Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Aus diesem Grund gibt es auch in jeder neuen Windows-Server-Version neue Funktionen, die es Administratoren ermöglichen sensible Daten optimal zu schützen. lesen

Netzwerke mit Windows Server 2016 sicher betreiben

Windows Server 2016 Sicherheits-Guide

Netzwerke mit Windows Server 2016 sicher betreiben

Mit jeder neuen Serverversion integriert Microsoft neue Sicherheitsfunktionen in sein Serverbetriebssystem. Um Windows Server 2016 sicher im Netzwerk zu betreiben, sollten sich Administratoren mit Security-Ansätzen wie JIT und JEA, sowie Technologien wie Shielded-VMs und PowerShell Desired State Configuration auseinandersetzen und diese möglichst auch nutzen. lesen

Sichere Benutzerkonten in Windows Server 2016

Just-In-Time-Administration (JIT)

Sichere Benutzerkonten in Windows Server 2016

Mit Privileged Account Management (PAM), Just-In-Time-Administration (JIT) und Just Enough Administration (JEA) können Unternehmen unter Windows Server 2016 sicherstellen, dass die Administratorkonten nicht für Angriffe auf das Netzwerk verwendet werden können, und nur die notwendigen Sicherheitsberechtigungen genau für den Zeitpunkt erhalten, der notwendig ist. lesen

Admins und Admin-Konten vor Angriffen schützen

Privileged Access Management

Admins und Admin-Konten vor Angriffen schützen

Manipulationen in IT-Systemen oder Datendiebstahl gehen oft auf das Konto von Administratoren. Dieser vorsätzliche oder unwissentliche Missbrauch von erweiterten Rechten lässt sich durch Privilegd Access Management effizient und automatisiert eindämmen. Welche Anforderung eine solche Software, die den Zugang zu privilegierten Konten begrenzt, erfüllen muss. lesen

Active Directory, Virtualisierung und Cloud-Anbindung

Windows Server 2016

Active Directory, Virtualisierung und Cloud-Anbindung

Mit Windows Server 2016 erhöht Microsoft deutlich die Sicherheit in Netzwerken und Active-Directory-Umgebungen. Die Virtualisierung und Anbindung der Cloud spielen eine noch wichtigere Rolle, Domänencontroller lassen sich besser virtualisieren und VMs werden besser geschützt. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46110085 / Definitionen)