Definition Krisenmanagement Was ist Krisenmanagement?

Aktualisiert am 02.04.2024 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

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Als Krisenmanagement wird der systematische Umgang mit Krisensituationen beschrieben. Grundsätzlich kann zwischen präventivem und reaktivem Krisenmanagement unterschieden werden. Ziele des Krisenmanagements sind die Krisenvorsorge, Krisenvermeidung und Krisenbewältigung. Der Prozess der Krisenbewältigung lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen. Dazu gehören Identifikation einer Krise, Krisenanalyse und -bewertung sowie Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung.

Krisenmanagement ist der systematischer Umgang mit Krisensituationen.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Krisenmanagement ist der systematischer Umgang mit Krisensituationen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der Begriff Krisenmanagement, wie er in der Betriebswirtschaftslehre verwendet wird, ist zweideutig. Er kann sowohl für die Institution im Sinne des Personenkreises mit Verantwortung in der Vorsorge, Vermeidung und Bewältigung von Krisen als auch für die eigentliche Funktion des Krisenmanagements verstanden werden. Diese Definition bezieht sich auf die Verwendung des Begriffs für die Funktion des Krisenmanagements. In dieser Bedeutung versteht man unter Krisenmanagement den systematischen Umgang mit Krisensituationen. Ziel des Krisenmanagements ist es, durch Vermeidung und Bewältigung von Krisen negative Auswirkungen für ein Unternehmen zu minimieren und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Hierfür müssen Krisen identifiziert, analysiert und bewertet werden. Auf dieser Basis lassen sich Maßnahmen zur Bewältigung planen, ergreifen, koordinieren und deren Erfolg kontrollieren.

Was ist eine Krise?

Im Unternehmensumfeld ist eine Krise eine selten auftretende, besondere Situation, die erhebliche Auswirkungen auf das Unternehmen und seine Geschäftsaktivitäten hat. Unter Umständen kann sie das Fortbestehen des Unternehmens gefährden. Von einer einfachen Störung grenzt sich die Krise dadurch ab, dass das Risikopotenzial der Krise wesentlich höher ist. Störungen sind nur kurzzeitig auftretende Fehlfunktionen oder Beeinträchtigungen von Prozessen. Das Schadensausmaß einer Störung lässt sich abgrenzen und ist eher gering. Krisen werden sowohl durch interne als auch durch externe Faktoren verursacht. Auch einzelne oder mehrere gravierende Störungen können zu Krisen führen. Weitere typische Auslöser für Unternehmenskrisen sind zum Beispiel Naturkatastrophen, politische Entscheidungen, Finanzkrisen, Pandemien, Kriege, allgemeine Wirtschaftskrisen, neue disruptive Technologien, Cyberangriffe, gravierende technische Probleme (auch bei Serviceanbietern) und vieles mehr. Krisen können nicht im normalen Tagesgeschäft bewältigt werden und erfordern einen besonderen Umgang mit der Situation. Die Krisen selbst lassen sich in verschiedene Typen wie existenzgefährdende Krisen, Steuerungs- oder Entscheidungskrisen, Veränderungskrisen oder ereignisinduzierte Krisen unterteilen. Weitere Kategorien zur Untergliederung von Unternehmenskrisen sind lang andauernde, potenzielle, latente, akute und beherrschbare oder nicht beherrschbare Krisen.

Präventives und reaktives Krisenmanagement

Beim Management von Krisen ist eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen präventivem und reaktivem Management möglich. Beim präventiven Krisenmanagement werden proaktive Planungen erstellt und Maßnahmen getroffen, wie mit potenziellen oder latenten Unternehmenskrisen umzugehen ist oder wie sich diese vermeiden lassen. Ziele sind die Krisenvermeidung, die Krisenfrüherkennung und die Krisenvorsorge.

Reaktives Krisenmanagement beschäftigt sich mit dem Umgang einer bereits bestehenden Unternehmenskrise. Wichtigstes Ziel ist die Bewältigung dieser Krise. Der Prozess zur Krisenbewältigung lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen. Diese Phasen sind die Identifikation einer Krise, Krisenanalyse, -bewertung und -beurteilung sowie Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Krise und die Kontrolle der Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Im IT-Bereich kann ein Notfallhandbuch bei der Krisenbewältigung unterstützen. Es umfasst alle Dokumente für eine angemessene Reaktion auf Notfälle und Krisen. Zum Notfallhandbuch gehören Geschäftsfortführungspläne, Sofortmaßnahmen, Wiederanlaufpläne, Krisenkommunikations- und Eskalationspläne, Beschreibungen der Organisationsstruktur und Verantwortlichkeiten im Krisenfall, Verzeichnisse mit Kontaktdaten und vieles mehr. Der BSI-Standard 100-4 nennt sinnvolle Inhalte eines Notfallhandbuchs und zeigt systematische Wege auf, wie sich Notfälle und Krisen in Unternehmen und Behörden managen und bewältigen lassen.

Nationales IT-Krisenmanagement

In Deutschland gibt es ein nationales IT-Krisenmanagement. Es ist Teil des allgemeinen nationalen Krisenmanagements und soll IT-Angriffe auf Behördensysteme und Kritische Infrastrukturen (KRITIS) verhindern. Auf Bundesebene wurden hierfür Strukturen geschaffen, die die vielen verschiedenen Beteiligten und Zielgruppen berücksichtigen. Unter anderem wurden ein nationales Cyber-Abwehrzentrum und ein nationaler Cyber-Sicherheitsrat eingerichtet. Eine zentrale Rolle nimmt das nationale IT-Krisenreaktionszentrum im BSI ein. Es hat unter anderem die Aufgabe, bei schweren Cyber-Sicherheitsvorfällen und IT-Krisen ressort- und behördenübergreifend zu koordinieren.

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