Wi-Fi Protected Setup Was ist WPS?

Aktualisiert am 29.01.2026 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

Wi-Fi Protected Setup ist ein Standard der Wi-Fi Alliance, der den An­mel­de­vor­gang der Endgeräte in einem verschlüsselten WLAN vereinfacht. Dank WPS muss das WLAN-Passwort auf dem Client nicht konfiguriert werden.

WPS ist ein Standard der Wi-Fi Alliance zur vereinfachten Konfiguration der Endgeräte in einem verschlüsselten WLAN. (Bild:  Oksana Latysheva)
WPS ist ein Standard der Wi-Fi Alliance zur vereinfachten Konfiguration der Endgeräte in einem verschlüsselten WLAN.
(Bild: Oksana Latysheva)

WPS, kurz für Wi-Fi Protected Setup, ist ein Standard, der die einfache und schnelle Verbindung von Geräten wie Smartphones und Druckern zu einem WLAN-Netzwerk ermöglicht, ohne das lange Passwort manuell eingeben zu müssen. Dies geschieht häufig durch einfaches Drücken einer Taste am Router und dem jeweiligen Gerät.

Dieser seit 2007 bestehende Standard der Wi-Fi Alliance vereinfacht die Konfiguration von Clients zur Anmeldung in einem verschlüsselten WLAN. Es stehen insgesamt vier Methoden zur Verfügung, um Clients zu konfigurieren, darunter die Verbindung per Knopfdruck oder durch Eingabe einer PIN.

Die vier verschiedenen WPS-Methoden

Bestandteil des WPS-Standards sind vier verschiedene Methoden zur Konfiguration des WLAN-Clients. Diese vier Methoden sind:

  • 1. die Konfiguration per Knopfdruck (Push Button Configuration - PBC)
  • 2. die Konfiguration per PIN
  • 3. die Konfiguration per USB-Speicher
  • 4. die Konfiguration per Near Field Communication (NFC)

Bei der Konfiguration per Knopfdruck existiert am WLAN-Accesspoint und am WLAN-Client jeweils ein physischer oder ein per Software implementierter Knopf. Wird der Knopf am Accesspoint und am Client innerhalb von zwei Minuten betätigt, kann der Client dem WLAN automatisch beitreten, da er das WLAN-Passwort während der Konfigurationsphase über­mittelt bekommt.

Bei der PIN-Methode generiert der Accesspoint einen achtstelligen PIN, der auf Clientseite für die Anmeldung eingegeben werden muss. Die Eingabe eines langen und unter Umständen komplexen WLAN-Passworts ist durch die PIN-Konfiguration überflüssig.

Die USB-Methode nutzt einen USB-Stick, um die Konfigurationsdaten des WLANs an den Client zu übertragen. Der USB-Stick ist zunächst am Accesspoint einzustecken und anschließend am Client.

Bei der NFC-Methode ist es ausreichend, den Client in unmittelbare Nähe des Accesspoints zu bringen. Er erhält anschließend die Konfigurationsdaten per Near Field Communication. Nach der Konfiguration ist der Client im WLAN angemeldet und kann innerhalb der WLAN-Reich­weite kommunizieren.

Damit Accesspoints oder WLAN-Router eine WPS-Zertifizierung der Wi-Fi Alliance erhalten, müssen sie mindestens die PIN- und die Knopfdruckmethode unterstützen.

Was ist der Unterschied zwischen WPS und WLAN?

Der Hauptunterschied zwischen WPS und WLAN (Wireless Local Area Network) liegt in ihrer Funktion und Anwendung. WLAN bezieht sich auf das gesamte drahtlose Netzwerk, das Geräte miteinander verbindet, um Daten zu übertragen, typischerweise über einen Router oder Access Point. WLAN ermöglicht die drahtlose Kommunikation und den Internetzugang für diverse Geräte wie Smartphones, Laptops und Drucker.

WPS hingegen ist ein Standard, der die Verbindung von Geräten zu einem WLAN-Netzwerk erleichtert, ohne dass das lange WLAN-Passwort manuell eingegeben werden muss. WPS bietet Methoden wie die Konfiguration per Knopfdruck oder PIN, um diese Verbindung zu ver­ein­fachen. Während WLAN das Netzwerk selbst darstellt, ist WPS ein Hilfsmittel zur vereinfachten und sicheren Anmeldung von Geräten im bestehenden WLAN-Netzwerk.

Warum sollte man Wi-Fi Protected Setup deaktivieren?

Möchte man Wi-Fi Protected Setup sicher nutzen, ist zu empfehlen, WPS nur für den Zeitraum zu aktivieren, für den neue Clients an das Netz anzubinden sind. Denn den Implementierungen von WPS in verschiedenen Accesspoints und WLAN-Routern gibt es potenzielle Schwachstellen. Diese Sicherheitslücken könnten ausgenutzt werden, um unberechtigten Zugriff auf das Netz­werk zu erhalten. Daher wird empfohlen, WPS nur während der Konfiguration neuer Clients zu aktivieren und es danach wieder zu deaktivieren. Dies hilft, die Sicherheit des Netzwerks zu erhöhen, da die manuelle Eingabe des WLAN-Passworts (Pre-shared Key, PSK) nicht mehr erforderlich ist, solange WPS aktiv ist.

Die Schwachstellen von Wi-Fi Protected Setup

Ist WPS am Router oder Accesspoint aktiviert, kann ein Unbefugter bei physischem Zugang zum Gerät einen beliebigen Client beispielsweise per Push Button Configuration am WLAN an­mel­den. Auch die PIN-Methode ist sehr anfällig, wenn die PIN statisch durch den Accesspoint vorgegeben ist und beispielsweise auf der Rückseite des Routers abzulesen ist. Oftmals lässt sich die PIN auch aus der MAC-Adresse des Routers oder des Accesspoints ableiten. Da die Anzahl möglicher Kombinationen der PIN im Vergleich zu einem starken WLAN-Passwort sehr gering ist, haben Brute-Force-Attacken auf die PIN-Methode in relativ kurzer Zeit gute Er­folgs­aussichten, den PIN durch Auszuprobieren zu finden.

Fazit

WPS ist kurzzeitig sinnvoll, wenn ein Gerät schnell ins WLAN gebracht werden soll. Dauerhaft aktiviert ist WPS nicht empfehlenswert, vor allem wegen der anfälligen PIN-Methode. Daher sollte das Wi-Fi Protected Setup nur bei Bedarf eingeschaltet werden und danach wieder deaktiviert werden.

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