Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 39

Wide Area Networks – Ethernet in the First Mile (EFM)

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Eine Frage der Verkabelung

Hauseigene Kupfernetze gehören üblicherweise dem Hauseigentümer. Neue Häuser werden normalerweise mit strukturierten Verkabelungssystemen nach CAT 5 ausgestattet. Ältere Häuser haben CATV-Kabel für die Verteilung analoger Fernsehsignale oder sogar nur Telefonleitungen.

Über den Standard HomePNA 2.0 (PNA = Physical Network Access) können diese Telefonleitungen aber auch für die Datenübertragung genutzt werden. Das Problem mit HomePNA ist jedoch, dass sich verschiedene Geräte die ohnehin geringe Datenrate von 10 Mbps auch noch teilen müssen. Eine andere Möglichkeit wäre die Nutzung von VDSL.

Betrachtet man aber die physikalischen Randbedingungen näher, erscheint auch eine Standardisierung für die Auslieferung von Ethernet-Paketen über CATV erfolgversprechend – zumindest als eine einigermaßen dauerhafte Übergangslösung. Eine solche Spezifikation sollte folgende Eigenschaften haben, wenn man die parallele Übertragung analoger Videosignale ausschließt:

  • Unterstützung von mindestens 100 Mbps Datenrate
  • Unterstützung von Distanzen von mindestens 100 m
  • Bidirektionale Übertragung
  • 4-8 Endgeräte
  • 4-8 Serviceklassen
  • Bandbreitezuordnung via Gerät und Klasse

Grundsätzlich ist die Verwendung von Kupfer nur mehr ein politischer Kompromiss und es gibt eine Reihe von Gründen, in den nächsten Jahren die optische Übertragungstechnik bis zum Endkunden durchzuleiten.

Generell muss man sich bei einem PON, einem Passiven Optischen Netzwerk, überlegen, dass es nicht wirklich eine skalierbare Architektur bietet. Ein PON besteht letztlich aus einem Link zu einem größeren Netzwerk, einem passiven Verteiler und Leitungen zu den Endknoten.

Der Link muss in jedem Fall mehr als 1 Gbps können, denn wenn man z.B. 32 Endteilnehmer mit einem PON bedient, dann kämen bei einem Gbps ja nur ca. 30 Mbps beim Endteilnehmer an, dafür könnte man gleich VDSL nehmen. Allerdings, welchen Wert man auch immer nimmt, einen größeren Technologieschritt macht das PON nicht ohne größere Änderungen in der Struktur mit. Und dabei ist die Fiber Optic selbst nicht so sehr ein Problem wie die Verlegung.

weiter mit: Die Vorteile der PONs

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