Cyber Workforce Benchmark Report 2023 Wir brauchen Mitarbeiter­zentrierte Cybersicherheit

Ein Gastbeitrag von Nermin_Smajić 3 min Lesedauer

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Die generative KI hat neue Bedrohungsvektoren geschaffen, Lieferketten sind mit zunehmenden Cyberangriffen konfrontiert, und Ransomware-Vorfälle sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Dabei ist der mangelnde Fokus auf die Cyberfähigkeiten der Mitarbeitenden immer wieder überraschend, nutzen die meisten dieser Angriffe doch den „Faktor Mensch“ als Hebel.

Nachhaltige Cyber-Resilienz steht und fällt mit einer unternehmensweiten Cybersicherheitskultur der gemeinsamen Verantwortung, die den Menschen ins Zentrum stellt.(Bild:  peterschreiber.media - stock.adobe.com)
Nachhaltige Cyber-Resilienz steht und fällt mit einer unternehmensweiten Cybersicherheitskultur der gemeinsamen Verantwortung, die den Menschen ins Zentrum stellt.
(Bild: peterschreiber.media - stock.adobe.com)

Um die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen gegenüber Cyberbedrohungen ist es derzeit nicht gut bestellt. Um künftigen Unwägbarkeiten gegenüber gewappnet und nachhaltig widerstandsfähig zu sein, müssen Unternehmen das Thema Cybersicherheit zum strategischen Schwerpunkt machen – mit dem Menschen im Zentrum. Das zeigen die Erkenntnisse und Trends des neuen Cyber Workforce Benchmark Report 2023 von Immersive Labs.

Aufsetzend auf die Ergebnisse des ersten Reports aus dem letzten Jahr und einer Analyse der Ergebnisse von 1,1 Millionen Simulationen und Labs für technische Teams bis hin zu Führungskräften über einen zwölfmonatigen Zeitraum von April 2022 bis April 2023, vermittelt der Cyber Workforce Benchmark Report einen Eindruck davon, wo Unternehmen in puncto mitarbeiterzentrierte Cyber-Resilienz aktuell stehen, und liefert IT-Verantwortlichen wertvolle Ansatzpunkte, um strategische Lücken zu schließen, Risiken zu minimieren und den Wandel hin zu unternehmensweiter, nachhaltiger Widerstandsfähigkeit weiter voranzutreiben.

Verbesserte Reaktionszeiten – Log4j sei Dank

Die Verbesserung der durchschnittlichen Reaktionszeit auf neue Bedrohungen sagt insofern viel über den allgemeinen Zustand der Cyber-Resilienz von Unternehmen aus, als dass eine schnellere Reaktionszeit ein kleineres Zeitfenster für Angriffe und ein geringeres Risiko geschäftsschädigender Auswirkungen bedeutet – egal, ob finanziell oder anderweitig.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die durchschnittliche Reaktionszeit auf Cyberangriffe von 2021 bis 2022 um etwa ein Drittel – von 29 auf 19 Tage – verkürzt hat. Die Log4j-Krise gilt als Wendepunkt und fungierte angesichts ihrer weitreichenden Folgen als Haupttreiber für dieses erhöhte Dringlichkeitsbewusstsein.

Spätphase des Angriffslebenszyklus rückt aus dem Fokus

Die Analyse der MITRE ATT&CK Daten zeigt ein deutliches Ungleichgewicht zugunsten der Frühphase des Angriffslebenszyklus, was darauf hindeutet, dass sich Unternehmen möglicherweise Risiken in der Phase nach einem Vorfall aussetzen. Je weiter man sich entlang des MITRE ATT&CK Frameworks von links nach rechts bewegt, desto mehr Fähigkeiten benötigen nämlich nicht nur die Angreifer, sondern eben auch die Verteidiger.

Deshalb ist es wichtig, auch die Fähigkeiten im Blick zu behalten, auf die es in den mittleren und späteren Phasen der MITRE ATT&CK Kill Chain ankommt: etwa, die Bemühungen von Angreifern erkennen zu können, Persistenz im Netzwerk zu etablieren.

Cybersicherheit kennt kein Dienstalter

Einem weiteren bemerkenswerten Trend zufolge suchen Nachwuchskräfte im Gegensatz zu Cybersicherheitsexpertinnen und -experten mit acht oder mehr Jahren Erfahrung verstärkt die Herausforderung, sprich tendieren dazu, sich im Vergleich zu ihren erfahreneren Pendants mit schwierigeren Übungen herauszufordern, sich eher über Bedrohungen auf dem Laufenden zu halten und im Durchschnitt komplexere Lerninhalte zu absolvieren.

Effektive Vorbereitung für den Ernstfall bedeutet jedoch immer auch, Mitarbeitende in allen Karrierephasen miteinzubeziehen und zu motivieren, mit der Bedrohungslandschaft und Best Practices Schritt zu halten und Kompetenzverlust entgegenzuwirken – Cybersicherheit kennt kein Dienstalter.

Fazit

Nachhaltige Cyber-Resilienz steht und fällt mit einer unternehmensweiten Cybersicherheitskultur der gemeinsamen Verantwortung, die den Menschen ins Zentrum stellt, aktiv gefördert wird und von innen heraus organisch wächst. Das setzt zum einem voraus, dass Unternehmen das Thema mitarbeiterzentrierte Cybersicherheit zu einem strategischen Schwerpunkt machen und es in Entscheidungsfindungsprozesse auf höchster Ebene integrieren. Zum anderen muss es in der Praxis tagtäglich gelebt werden. Heißt konkret: kontinuierliches Training und Benchmarking, um Fähigkeiten up-to-date zu halten und Qualifikationslücken zu identifizieren und zu schließen, bevor es zu spät ist. So können Unternehmen mess- und belegbare Erfolge erzielen, ihr Gesamtrisiko reduzieren und Wettbewerbsvorteile erzielen.

Über den Autor: Nermin Smajić ist Lead Solution Strategist bei Immersive Labs.

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