Allianz Risk Barometer 2026 KI-Risiken wachsen rasant

Quelle: Pressemitteilung 5 min Lesedauer

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Das Allianz Risk Barometer 2026 zeigt, dass Cybervorfälle weiterhin das größte Geschäftsrisiko sind, während Künstliche Intelligenz in rasantem Tempo aufsteigt. Unternehmen stehen vor komplexen Herausforderungen, die proaktive Risikominderungsstrategien erfordern.

Künstliche Intelligenz birgt für Unternehmen operative, rechtliche und Reputationsrisiken, während ihre Integration oft vor Herausforderungen in der Governance steht.(Bild:  KI-generiert)
Künstliche Intelligenz birgt für Unternehmen operative, rechtliche und Reputationsrisiken, während ihre Integration oft vor Herausforderungen in der Governance steht.
(Bild: KI-generiert)

Wie bereits im vergangenen Jahr sind Cybervorfälle auch 2026 das größte Geschäftsrisiko für Unternehmen. Dies ist das Ergebnis des 15. Allianz Risk Barometer 2026. Dafür wurden 3.338 Unternehmenskunden der Allianz, Markler und Branchenverbände aus 97 Ländern und Ge­bie­ten befragt. Zudem holte der Versicherer Stimmen von Risikoberatern, Führungskräften, Scha­den­experten sowie Risikomanagement-Experten im Bereich der Firmenversicherung von Allianz Commercial und anderen Allianz-Gesellschaften ein.

Obwohl Geschäftsrisiken bedingt durch Cyberangriffe auf Platz eins landet, fokussiert sich das Risk Barometer 2026 auf ein anderes Thema: Künstliche Intelligenz. Während KI 2025 noch Platz zehn der größten Geschäftsrisiken belegte, legte sie 2026 einen grandiosen Sprung auf Platz zwei hin. Dies sind laut Allianz derzeit die weltweit größten Risiken für Unternehmen:

Risiko Rang 2026 Prozent Rang 2025
Cybervorfälle 1 42 % 1 (38 %)
Künstliche Intelligenz 2 32 % 10 (10 %)
Betriebsunterbrechungen 3 29 % 2 (31 %)
Veränderungen in der Gesetzgebung 4 26 % 4 (25 %)
Naturkatastrophen 5 21 % 3 (29 %)
Klimawandel 6 19 % 5 (19 %)
Politische Risiken und Gewalt 7 15 % 9 (14 %)
Makroökonomische Entwicklungen 8 14 % 7 (15 %)
Feuer und Explosionen 9 13 % 6 (17 %)
Marktentwicklungen 10 13 % 8 (14 %)
Kritische Infrastruktur-Ausfälle 11 8 % 12 (9 %)
Talent- oder Arbeitskräfteproblem 12 8 % 11 (9 %)
Energiekrise 13 6 % 13 (8 %)
Diebstahl, Betrug, Korruption 14 5 % 14 (7 %)
Insolvenz 15 5 % 16 (6 %)
Verlust von Reputation oder Markenwert 16 4 % 15 (7 %)
Biodiversität und Naturrisiken 17 4 % Neu
Produktrückruf, Qualitätsmanagement, Serienmängel 18 4 % 18 (4 %)
Risiken bzgl. Gesundheit der Mitarbeiter 19 3 % 19 (3 %)
Umweltvermutzendes Ereignis 20 1 % 17 (6 %)
Sonstiges 1 %

In Deutschland sind dies die größten Geschäftsrisiken:

Risiko Rang 2026 Prozent Rang 2025
Cybervorfälle 1 52 % 1 (47 %)
Betriebsunterbrechungen 2 40 % 2 (40 %)
Veränderungen in der Gesetzgebung 3 28 % 4 (29 %)
Künstliche Intelligenz 4 26 % Neu
Naturkatastrophen 5 19 % 3 (29 %)
Marktentwicklungen 6 17 % 9 (13 %)
Klimawandel 7 16 % 7 (17 %)
Feuer und Explosionen 8 15 % 5 (18 %)
Makroökonomische Entwicklungen 9 14 % Neu
Politische Risiken und Gewalt 10 14 % 6 (17 %)

Risiken beim Einsatz von KI

Dieser rasante Aufstieg von KI als Geschäftsrisiko liegt laut Allianz daran, dass sie als komplexe Quelle operativer, rechtlicher und Reputationsrisiken für Unternehmen angesehen wird. Den­noch hätte die Hälfte angegeben, in der Nutzung von KI mehr Vorteile als Risiken bringt für ihre Branche bringe. Während regional gesehen, KI in Amerika, Asien-Pazifik, Afrika und dem Na­hen Osten ebenfalls den zweiten Platz belegt, ist sie in Europa auf Platz drei.

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI und ihrer immer stärkeren Integration in die Kern­prozesse erwarten die Befragten dem Risk Barometer zufolge eine Verschärfung der KI-be­zogenen Risiken, insbesondere im Hinblick auf Haftungsfragen. Zudem habe die rasante Ver­breitung generativer und agentenbasierter KI-Systeme in Verbindung mit deren zunehmender Anwendung in der Praxis das Bewusstsein für die Angreifbarkeit von Unternehmen geschärft.

Thomas Lillelund, CEO von Allianz Commercial, kommentiert die Ergebnisse des Risk Baro­me­ters: „Nach der Volatilität und Unsicherheit des Jahres 2025 sehen sich Unternehmen auch 2026 in einem sich schnell verändernden Umfeld mit vernetzten und hochkomplexen Risiken kon­fron­tiert. Angesichts des anhaltenden Vormarsches von KI in Gesellschaft und Wirtschaft ist es nicht verwunderlich, dass sie im Allianz Risk Barometer die größte Veränderung darstellt. Ne­ben enormen Chancen prägen ihr transformatives Potenzial sowie ihre rasante Entwicklung und Verbreitung die Risikolandschaft grundlegend und machen sie neben anderen, etab­lier­teren Bedrohungen zu einer herausragenden Sorge für Unternehmen jeder Größe weltweit.“

„Unternehmen sehen KI zunehmend nicht nur als große strategische Chance, sondern auch als komplexe Quelle operativer, rechtlicher und Reputationsrisiken. In vielen Fällen schreitet die Einführung schneller voran, als Governance, Regulierung und die Qualifizierung der Mit­ar­bei­ter mithalten können“, ergänzt Ludovic Subran, Chefökonom bei Allianz. „Da immer mehr Un­ter­nehmen 2026 expandieren, werden sie verstärkt mit Problemen der System­zu­ver­läs­sig­keit, Einschränkungen der Datenqualität, Integrationshürden und Fachkräftemangel konfrontiert sein. Gleichzeitig entstehen neue Haftungsrisiken im Zusammenhang mit automatisierter Entscheidungsfindung, voreingenommenen oder diskriminierenden Modellen, dem Miss­brauch geistigen Eigentums und der Unsicherheit darüber, wer die Verantwortung trägt, wenn KI-generierte Ergebnisse Schaden verursachen.“

„Cybersicherheit und Resilienz zahlen sich aus“

Bereits zum fünften Mal in Folge stellen Cyberangriffe das größte globale Risiko für Unterneh­men dar. In diesem Jahr mit einem Rekordwert von 42 Prozent und einem Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zu 2025. Auch regional ist die Angst vor Sicherheitsvorfällen die größte Sorge von Unternehmen. Diese anhaltende Spitzenposition von Cyberrisiken im Allianz Risikobarometer spiegele die zunehmende Abhängigkeit von digitalen Technologien in einer Zeit wider, in der sich die Cyberbedrohungslandschaft sowie das geopolitische und regu­la­torische Umfeld rasant verändern. Dazu würden kleine und mittlere Unternehmen aufgrund fehlender Ressourcen im Bereich Cybersicherheit zunehmend ins Visier und unter Druck geraten.

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„Die Investitionen großer Unternehmen in Cybersicherheit und Resilienz zahlen sich aus und ermöglichen es ihnen, Angriffe frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Cyberrisiken entwickeln sich jedoch stetig weiter. Unternehmen sind zunehmend auf Drittanbieter für kritische Daten und Dienstleistungen angewiesen, während KI die Bedrohungen verstärkt, die Angriffsfläche vergrößert und bestehende Schwachstellen ausbaut“, erklärt Michael Bruch, Global Head of Risk Consulting Advisory Services bei Allianz Commercial.

Betriebsunterbrechungen im Zusammenhang mit Geopolitik

Handelspolitik sowie Handelskriege verunsicherten im vergangenen Jahr die Weltwirtschaft. Dazu kamen regionale Konflikte im Nahen Osten sowie zwischen Russland und der Ukraine, Grenzstreitigkeiten zwischen Indien und Pakistan, Thailand und Kambodscha und Bürgerkriege in Afrika. Allianz geht davon aus, dass auch 2026 von solchen Konflikten geprägt sein wird. Nicht zuletzt aufgrund der US-Intervention in Venezuela.

Solche geopolitischen Entwicklungen und Risiken würden zunehmend Lieferketten unter Druck setzen. Dennoch hätten nur drei Porzent der Befragten angegeben, diese Auswirkungen in der eigenen Organisation zu spüren. Unternehmen würden ihre Lieferketten als „sehr wider­stands­fähig“ betrachten. Allein im vergangenen Jahr haben sich laut Allianz sich die Handels­be­schrän­kun­gen verdreifacht und würden Waren im Wert von schätzungsweise 2,7 Billionen US-Dollar betreffen, was fast 20 Prozent der weltweiten Importe sei. Dies veranlasse Unternehmen, Trends wie Friendshoring und Regionalisierung zu prüfen und führe außerdem zu einer hohen Risikowahrnehmung. 29 Prozent der Befragten hätten Betriebsunterbrechungen als größte Gefahr eingestuft und sie damit auf Platz drei platziert, obwohl sie im Vergleich zum Vorjahr einen Platz abgerutscht ist.

Zu erwarten sei gewesen, dass politische Risiken und Gewalt im Ranking nach oben steigen, von Platz neun auf Rang sieben und damit auf die höchste Platzierung aller Zeiten. Das eng damit verbundene Risiko von Gesetzes- und Regulierungsänderungen – einschließlich Handelszöllen – liegt im Barometer erneut auf Platz vier. Allerdings sei bei den Befragten die Sorge vor zu­neh­men­dem Protektionismus gestiegen. 51 Prozent der Befragten würden eine Lähmung der glo­ba­len Lieferketten durch einen geopolitischen Konflikt als das wahrscheinlichste „Schwarze-Schwan“-Szenario in den nächsten fünf Jahren sehen. Dabei handelt es sich um unerwartete und schwer vorhersehbare Ereignisse, die erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen haben können.

Insgesamt verdeutlicht das Allianz Risk Barometer 2026, dass Unternehmen nicht nur, aber vor allem, mit zunehmenden Cyberrisiken und den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz konfrontiert sind. Deshalb sollten sie proaktive Ansätze zur Risikominderung entwickeln, um in der komplexen und dynamischen Risikolandschaft erfolgreich und sicher zu sein.

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