Rekordhoch bei Angriffsleistung DDoS-Angriffe auf Gaming- und Tech-Branchen verdoppeln sich

Ein Gastbeitrag von Elena Simon 3 min Lesedauer

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Der Gcore Radar Report für das erste Halbjahr 2024 zeigt einen 46-prozentigen Anstieg der DDoS-Angriffe im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind die Gaming- und Technologiebranchen. Angreifer verfeinern ihre Methoden, was eine verstärkte internationale Zusammenarbeit und fortschrittliche Abwehrmaßnahmen erfordert, um die steigende Bedrohung einzudämmen.

DDoS-Angriffe sind nach wie vor eine weltweite Herausforderung. Angreifer personalisieren ihre Methoden zunehmend und zielen auf bestimmte Branchen ab.(Bild:  Bits and Splits - stock.adobe.com)
DDoS-Angriffe sind nach wie vor eine weltweite Herausforderung. Angreifer personalisieren ihre Methoden zunehmend und zielen auf bestimmte Branchen ab.
(Bild: Bits and Splits - stock.adobe.com)

In seinem global verteilten Netzwerk aus Scrubbing-Zentren sammelt Gcore sämtliche Daten zu DDoS-Angriffen und wertet diese alle sechs Monate im Radar Report aus. Der Bericht für das erste Halbjahr 2024 zeigt einen starken Anstieg der DDoS-Angriffe um 46 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2023.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem ersten Halbjahr 2024:

  • Die Gesamtzahl der Angriffe belief sich auf 830.000, im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 ein Anstieg von 46 Prozent.
  • Die Spitzenleistung der Angriffe stieg von 1,6 Tbps im zweiten Halbjahr 2023 auf 1,7 Tbps.
  • UDP-Floods machten 61 Prozent der DDoS-Angriffe aus, während TCP-Floods und SYN-Floods 18 Prozent bzw. 11 Prozent ausmachten.
  • Die am stärksten angegriffenen Branchen waren Gaming (49 Prozent), Technologie (15 Prozent), Finanzdienstleistungen (12 Prozent) und Telekommunikation (10 Prozent).

Technologie-Branche doppelt so häufig angegriffen

Die Zahl der Angriffe auf die Technologiebranche hat sich von sieben Prozent im zweiten Halbjahr 2023 auf 15 Prozent mehr als verdoppelt. Sie ist für böswillige Akteure, die versuchen, Unternehmen und kritische Infrastruktur zu stören, zunehmend attraktiv geworden.

Auf Netzwerkebene (L3-4) war die Gamingbranche mit 47 Prozent insgesamt am stärksten von Angriffen betroffen. Die Technologiebranche stand mit 31 Prozent der Angriffe an zweiter Stelle. Auf der Anwendungsebene (L7) waren Finanzdienstleistungen mit 41 Prozent aller Angriffe am häufigsten betroffen, gefolgt vom Medien- und Unterhaltungs-Sektor mit 31 Prozent.

Im zweiten Halbjahr 2023 war die Spitzenleistung der Angriffe rasant von 800 Gbps auf 1,6 Tbps gestiegen. Im vergangenen Halbjahr stieg sie weiter auf 1,7 Tbps. Ein Anstieg von nur 0,1 Tbps darf aber nicht täuschen. Ein Angriff mit lediglich 300 Gbit/s kann einen ungeschützten Server in Sekunden offline schalten. Die Nutzlast eines Terabit-Angriffs ist immens und jeder noch so kleine Anstieg kann ernsthafte Auswirkungen haben.

DDoS-Angriffsvektoren

Auf den L3-4-Schichten dominierten weiterhin UDP-Floods mit 61 Prozent der DDoS-Angriffe. TCP- und SYN-Floods waren die nächsten beiden bevorzugten Angriffsvektoren, die 18 bzw. 11 Prozent der Gesamtzahl ausmachten. Bei den L7-Angriffen war HTTP-Flood die mit Abstand beliebteste Angriffsmethode.

Angriffsdauer

Obwohl der längste Angriff im ersten Halbjahr 2024 16 Stunden dauerte, sind die meisten DDoS-Angriffe in der Regel kurz und dauern weniger als 10 Minuten – ihre Häufigkeit und Intensität kann dennoch zu erheblichen Betriebsunterbrechungen führen.

Schlussfolgerungen

Angreifer personalisieren ihre Methoden zunehmend und zielen auf bestimmte Branchen ab: Die unterschiedliche Dauer der Angriffe deutet darauf hin, dass Cyberkriminelle ihre Methoden auf die Schwachstellen und Prioritäten ihrer Ziele abstimmen. In der Gamingbranche beispielsweise sind die Angriffe in der Regel von kurzer Dauer und weniger stark, treten aber häufiger auf. Diese Taktik zielt darauf ab, einen bestimmten Server immer wieder zu stören, in der Hoffnung, dass Spieler auf konkurrierende Server ausweichen.

DDoS-Angriffe sind nach wie vor eine weltweite Herausforderung, die eine globale Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen erfordert, um schnell zu handeln und ihre Auswirkungen zu minimieren. Die zunehmende Komplexität und Präzision von DDoS-Angriffen erfordert eine wachsame und proaktive Verteidigungshaltung. Unternehmen brauchen umfassende Schutzmaßnahmen, um die Geschäftskontinuität und robuste Sicherheit in verschiedenen Branchen zu gewährleisten, die für diese Cyber-Bedrohungen anfällig sind. Dieser Trend erfordert fortschrittliche Abwehrmaßnahmen und unterstreicht erneut die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit bei der Cyberabwehr.

Über die Autorin: Elena Simon ist General Manager DACH bei Gcore, einem Anbieter von Public Cloud und Edge Computing, KI, Content Delivery (CDN), Hosting und Security-Lösungen.

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