Definition Distributed Denial of Service (DDoS)

Was ist ein DDoS-Angriff?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Peter Schmitz

Ein DDoS-Angriff hat die absichtlich herbeigeführte Nichtverfügbarkeit eines Services im Internet durch Überflutung des Systems mit Anfragen zum Ziel.
Ein DDoS-Angriff hat die absichtlich herbeigeführte Nichtverfügbarkeit eines Services im Internet durch Überflutung des Systems mit Anfragen zum Ziel. (Bild: Pixabay / CC0)

Ein DDoS-Angriff versucht durch eine gezielt herbeigeführte Überlastung die Nichtverfügbarkeit eines Internetservices herbeizuführen. Meist werden Botnetze bestehend aus einer Vielzahl einzelner Systeme für den Angriff verwendet. Angriffsziel können Server oder andere Netzkomponenten sein.

Die Abkürzung DDoS steht für Distributed Denial of Service. Ein Distributed Denial of Service-Angriff stellt eine Angriffsmethode im Internet dar, bei der versucht wird, ein Zielsystem und seine Internetservices durch Überlastung für den User nicht mehr oder nur stark eingeschränkt nutzbar zu machen. Im Gegensatz zu einem normalen Denial of Service-Angriff (DoS-Angriff), der auch von einem einzelnen Host ausgehen kann, besteht ein DDoS-Angriff in der Regel aus einer Unmenge einzelner Anfragen eines großen ferngesteuerten Botnetzes. Je größer ein solches Botnetz ist, desto wirksamer ist der Angriff.

Eine DDoS-Attacke kann für das betroffene Unternehmen oder die Organisation erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Auch ein Imageverlust oder unzufriedene User und Kunden können die Folge sein. Eine ähnliche Angriffsmethode stellt die DDoS-Attacke dar. Der Unterschied besteht darin, dass bei der DDoS-Attacke nur eine einzige Internetverbindung oder ein einzelner Rechner für den Angriff auf eine System verwendet wird.

Botnetze als Voraussetzung für DDoS-Angriffe

Für DDoS-Angriffe stellt die Verfügbarkeit so genannter Botnetze eine Grundvoraussetzung dar. Diese Botnetze werden oft weit im Voraus eines Angriffs durch das Verteilen von Backdoor-Programmen aufgebaut. Die Schadsoftware installiert sich ohne Wissen des Computerbesitzers auf seinem Rechner und macht ihn aus der Ferne steuerbar. Infizierte Rechner versuchen selbständig weitere Computer zu infizieren und das Botnetz zu vergrößern.

Große Botnetze können aus hunderttausenden Computern bestehen, die weltweit verteilt sind. Um den DDoS Angriff zu starten, erteilt ein Mastersystem den Rechnern den Befehl ein bestimmtes Ziel mit Anfragen zu fluten. Da für den attackierten Server die Anfragen von vielen verschiedenen Endsystemen aus der ganzen Welt erfolgen, ist es nicht möglich, den Angriff durch einfaches Sperren von Rechnern oder IP-Adressbereichen zu beenden.

Für DDoS-Angriffe gewinnt das Internet der Dinge (IoT - Internet of Things) immer mehr an Bedeutung. Denn neben Computern lassen sich auch vernetzte Geräte wie internetfähige Fernseher, Überwachungskameras, Router oder Set-Top-Boxen für Botnetze und DDoS-Angriffe verwenden. In vielen Fällen werden die Geräte mit veralteter Firmware oder mit Standardpasswörtern betrieben, was das Einbrechen in die Systeme erheblich erleichtert.

Methoden für DDoS-Angriffe

DDoS-Angriffe können auf verschiedenen Ebenen des ISO/OSI-Schichtenmodells stattfinden. Eine der am häufigsten verwendeten Methoden ist der Angriff auf Netzwerkebene. Es lässt sich beispielsweise eine gezielte Überlastung der Netzbandbreite eines Servers herbeiführen. Bei Methoden wie dem HTTP-Flooding nutzen die Angreifer höhere Ebenen.

Mit Hilfe von beispielsweise HTTP-Webanfragen in großer Zahl ist es möglich, die Webserver-Anwendung und nicht die Netzwerkschnittstelle des Ziels zu überlasten. Da die Anfragen nicht von normalen Useranfragen zu unterscheiden sind, kann eine herkömmliche Firewall einen solchen Angriff kaum abwehren.

Eine weitere beliebte Methode für DDoS-Angriffe zielt auf das Domain Name System (DNS) ab. Unzählige DNS-Anfragen überlasten den DNS-Service, so dass dieser die normalen DNS-Anfragen der User zur Auflösung von Domainnamen nicht mehr beantworten kann. Auch in diesem Fall ist die Zielanwendung für den User nicht mehr erreichbar.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Die DDoS-Welle rollt weiter

DDoS-Report Q1 2019

Die DDoS-Welle rollt weiter

Deutschland steht weiterhin im Fadenkreuz von DDoS-Attacken, das zeigen die aktuellen DDoS-Angriffszahlen aus dem Link11 Security Operation Center. Im 1. Quartal 2019 registrierte Link11 11.177 DDoS-Attacken auf Ziele in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die hohen Angriffsvolumen und die Vielzahl von Attacken-Vektoren stellen ungeschützte Unternehmen vor Herausforderungen. lesen

Kryptomining ist gefährlicher als Ransomware

Ransomware ist noch lange nicht tot

Kryptomining ist gefährlicher als Ransomware

2018 war das Jahr des Kryptomining: Es hat Unternehmen zehnmal häufiger getroffen als Ransomware. Cyber-Kriminelle haben sich in Gruppen organisiert und nutzen fortschrittliche Angriffsmethoden. Sie sind Teil einer wachsenden „Malware-as-a-Service“-Industrie, die im Darknet jedem zur Verfügung steht, der bereit ist zu bezahlen. lesen

Trends der Cyber-Sicherheit

DSGVO, Cybercrime und Fachkräftemangel

Trends der Cyber-Sicherheit

Aus Sicht der Cybersicherheit war das vergangene Jahr sehr ereignisreich! Im Mai trat nach langer Vorbereitungszeit die DSGVO in Europa in Kraft. Ein Schritt, der zeigte, dass die Politik den Schutz der personenbezogenen Daten ihrer Bürger endlich ernst nimmt. Plötzlich sahen sich Unternehmen mit Konsequenzen konfrontiert, wenn sie sensible Daten nicht schützen. lesen

Unternehmen investieren in KI-gestützte Cybersicherheit

Die größten Herausforderungen im Bereich IT-Sicherheit

Unternehmen investieren in KI-gestützte Cybersicherheit

IT-Experten sind sich weltweit einig: Einer der größten Erfolgshemmer für die IT-Sicherheit ist der Umgang mit zu vielen Sicherheitsdaten. Daher möchten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten vor allem in ML-basierte Sicherheitsanalyselösungen investieren. Denn mit klassischen Sicherheitslösungen sind die Risiken der Cyberbedrohungen für Unternehmen nicht mehr fassbar. lesen

Bildungsbereich bekommt bei Cybersecurity schlechte Noten

Cloud-basierte Security Services nutzen

Bildungsbereich bekommt bei Cybersecurity schlechte Noten

Institutionen im Bildungsbereich sehen sich kaum für die Abwehr von Cyberattacken gerüstet. Rund die Hälfte hat schon mit Malware und Bots Probleme, mehr als zwei Drittel können DDoS-Attacken, Angriffe auf Webanwendungen und Advanced Persistent Threats nicht abwehren. lesen

Die Urheber von Cyberangriffen erkennen

Attribution von Cyberangriffen

Die Urheber von Cyberangriffen erkennen

Informationskriege und DeepFake-Generatoren haben gezeigt, wohin das Grundprinzip der Anonymität im Internet führen kann. Trotz ihrer Unzulänglichkeiten ist die korrekte Attribution von Angriffen der einzige Weg, die Täter zu identifizieren und dingfest zu machen. Wer hinter einer Attacke steckt und wie die Angreifer vorgegangen sind – all das liefert wichtige Hinweise. Eine potenzielle Quelle vorschnell zu benennen birgt allerdings Risiken. lesen

Hackerangriffe kosten richtig Geld

Worldwide Infrastructure Security Report

Hackerangriffe kosten richtig Geld

Unternehmen sind sich der steigenden Gefahren durch Cyberkriminelle bewusst und verschlüsseln ihren Datenverkehr zunehmend. Dies spiegelt sich auch in den Angriffsmustern von Hackern wieder. 94 Prozent der von Netscout weltweit befragten Unternehmen geben an, dass sie im vergangenen Jahr Angriffe auf ihren verschlüsselten Traffic verzeichnet haben. Dies sind fast doppelt so viele im Vergleich zum Vorjahr. lesen

DDoS-Angriffe kosten Firmen Geld und Vertrauen

DDoS-Rückblick auf 2018

DDoS-Angriffe kosten Firmen Geld und Vertrauen

Cyberkriminelle werden auf verschiedensten Wegen aktiv, um ihre Gewinne jedes Jahr weiter steigern zu können. DDoS-Attacken gehören zu der alltäglichen Gefahr für Unternehmen, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Die Vorfälle des vergangenen Jahres zeigen, wie groß die Schäden sein können und worauf sich Unternehmen auch in Zukunft einstellen müssen. lesen

Ist SD-WAN genauso sicher wie MPLS?

Software-Defined WAN vs. Multi-Protocol Label Switching

Ist SD-WAN genauso sicher wie MPLS?

Keith Langridge, Vice President Networking bei BT, untersucht, welche Schritte notwendig sind, um die Netzwerk-Sicherheit bei der Einführung von SD-WAN aufrechtzuerhalten. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45060550 / Definitionen)