KI als Werkzeug des Verbrechens Kriminelle werden immer gefährlicher

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Drogen, Waffen, Menschenschmuggel – das organisierte Verbrechen nimmt weiter zu, warnt Europol. Die Banden nutzen modernste Mittel wie KI und arbeiten mit feindlichen Staaten zusammen, vor allem in Sachen Cybercrime.

Europol veröffentlicht seinen Bericht „The changing DNA of serious and organised crime“.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Europol veröffentlicht seinen Bericht „The changing DNA of serious and organised crime“.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Das organisierte Verbrechen steht Europol zufolge durch technologische Entwicklungen und geopolitische Spannungen vor einem grundlegenden Wandel. Kriminelle Banden nutzten Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet für ihre Verbrechen, heißt es in der in Den Haag vorgelegten umfassenden Analyse der europäischen Polizeibehörde zum organisierten Verbrechen. Die Experten sehen einen „grundlegenden Wandel“ bei Mittel, Taktik und Strukturen: „Das organisierte Verbrechen destabilisiert immer mehr Gesellschaften, nährt sich zunehmend durch das Internet und wird stark beschleunigt durch KI und andere neue Technologien.“ Der Bericht erscheint alle vier Jahre und analysiert die Entwicklungen und Bedrohungen durch das organisierte Verbrechen.

Die Verbrecher-Banden hätten sich zu globalen, technologiegetriebenen, kriminellen Unternehmen entwickelt, sagte Europol-Chefin Catherine De Bolle in Den Haag. „Sie sind flexibler und gefährlicher als je zuvor.“ Durch den Einsatz von KI und neuen Technologien würden Verbrechen beschleunigt und gezielter ihre Opfer treffen.

„Internet ist das Rückgrat“

„Das Internet ist das Rückgrat des organisierten Verbrechens“, stellen die Experten fest. Es werde sowohl für die Beschaffung von Mitteln genutzt, wie Waffen, Geld oder Technologie, als auch für die Rekrutierung von Tätern. „Verbrechen als Dienstleistung›, nennen das die Europol-Experten. Computerexperten würden engagiert für Cyber-Attacken, aber auch Auftragsmörder. Ein Trend ist Europol zufolge die Rekrutierung von Jugendlichen – manche seien erst 14 Jahre alt. Sie würden etwa in den sozialen Medien angeworben, um Pakete von Kokain aus Containern in Häfen zu holen, aber auch für extreme Gewalttaten bis zum Auftragsmord.

Das Internet ist dem Bericht zufolge auch Ort für illegalen Handel, Geldwäsche sowie Tatort. Immer mehr Menschen würden Opfer von Online-Betrug. Aber auch der sexuelle Missbrauch von Kindern werde durch das Internet beschleunigt. Besorgniserregend ist Europol zufolge, dass KI zum sexuellen Missbrauch von Kindern genutzt werde. Fotos oder Filme würden ver­fälscht. Damit könnten Kinder erpresst werden. Mit Hilfe von KI könnten auch Stimmen und Gesichter täuschend echt gefälscht werden.

Feindliche Angriffe

Gefährlich ist Europol zufolge die Zusammenarbeit mit ausländischen Diensten, als Folge der geopolitischen Spannungen etwa mit Russland. Es wurde aber nicht erläutert, ob damit zum Beispiel Geheimdienste gemeint sind. Kriminelle würden gezielt eingesetzt, etwa für Sabotage von Datenkabeln, Cyberattacken, Desinformationskampagnen oder den Schmuggel von Migranten in die EU. Das Ziel sei es, EU-Staaten zu destabilisieren. Europol spricht von „hybriden Tätern“, die politische Verantwortung verschleiern wollten. Verbrecher würden vom staatlichen Schutz profitieren und daran verdienen.

Die Sicht aus der Cybersicherheitsbranche

Auch in der IT-Sicherheitsbranche verfolgen Expertinnen und Experten die Entwicklungen der Bedrohungslandschaft. Deutlich wird, dass Cybercrime immer mehr zu einem gesell­schaftlichen Problem wird und die Möglichkeiten von KI für die Verteidigung noch weitreichender eingesetzt werden sollten:

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

(ID:50370112)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung