18 Sicherheitslücken in RPKI entdeckt RPKI-Software für Internet-Routing ist anfällig für Angriffe

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ein Forscherteam des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit ATHENE, hat zahlreiche kritische Sicherheitslücken in zentralen Softwarekomponenten der Resource Public Key Infrastructure (RPKI) identifiziert.

Forschende des nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE haben mehrere gefährliche Sicherheitslücken in wichtigen Komponenten der Software zum Schutz des Internet-Routing entdeckt.(Bild:  James Thew - stock.adobe.com)
Forschende des nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE haben mehrere gefährliche Sicherheitslücken in wichtigen Komponenten der Software zum Schutz des Internet-Routing entdeckt.
(Bild: James Thew - stock.adobe.com)

Das nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE hat unter der Leitung von Prof. Dr. Haya Schulmann 18 kritische Sicherheitslücken in wichtigen Komponenten der Resource Public Key Infrastructure (RPKI) gefunden. Diese Lücken wurden von einem interdisziplinären Team entdeckt, zu dem auch Niklas Vogel und Prof. Dr. Michael Waidner von der Technischen Universität Darmstadt sowie Donika Mirdita vom Fraunhofer SIT gehören. RPKI dient als Internetstandard zur Absicherung von Netzwerkverkehr gegen Umleitungen durch unautorisierte Zugriffe, ist also quasi die Software zum Schutz des Internet-Routing. Erst kürzlich hatten Prof. Dr. Haya Schulmann und ihr Team einen grundlegenden Design-Fehler von DNSSEC auifgedeckt.

Die Validator-Komponente vom RPKI ist angreifbar

Die Sicherheitslücken umfassen Risikobewertungen bis zu einem kritischen Wert von 9.3. Die identifizierten Schwachstellen betreffen die Validator-Komponente von RPKI, die bei nahezu allen Implementierungen Fehler aufwies. Diese Fehler ermöglichen es unter Umständen, die RPKI-Zertifikatshierarchie zu kompromittieren und betrügerische BGP-Ankündigungen zu erzeugen. Die möglichen Auswirkungen dieser Sicherheitsmängel sind gravierend, einschließlich Diebstahl von Kryptowährungen, Ausgabe gefälschter Zertifikate und Verbreitung von Malware.

Nach der Entdeckung haben die betroffenen Hersteller Patches zur Behebung der Schwachstellen bereitgestellt. Darüber hinaus stellt das ATHENE-Team das für ihre Forschung entwickelte Testwerkzeug CURE allen Entwicklern zur Verfügung, um die Sicherheit von RPKI-Software zu verbessern. Dieses Werkzeug und die Forschungsergebnisse wurden auf dem Network and Distributed System Security (NDSS) Symposium 2024 in San Diego präsentiert und können über den dortigen Symposiums-Weblink eingesehen werden. Derzeit nutzen etwa 50 Prozent der Netzpräfixe des Internets RPKI-Zertifikate zur Absicherung und 37,8 Prozent aller Internet-Domänen validieren diese Zertifikate. Große Netzwerkanbieter wie Amazon Web Services und Deutsche Telekom unterstützen den Einsatz von RPKI.

Das ATHENE-Forschungszentrum, eine Kooperation der Fraunhofer-Institute SIT und IGD sowie der Goethe-Universität Frankfurt, der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt, gilt als führende Forschungseinrichtung im Bereich Cybersicherheit in Europa. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterstützt.

(ID:49997564)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung